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Letzte Aktualisierung: 27.11.2020

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Gesprächsabend ‚Braucht Frankfurt eine neue Gedenkkultur?‘

von Ilse Romahn

(28.10.2020) Das Kuratorium Kulturelles Frankfurt hat im Rahmen einer Podiumsdiskussion am Montag, 26. Oktober, mit Kulturdezernentin Ina Hartwig sowie der Direktorin des Jüdischen Museums, Prof. Mirjam Wenzel, und Achim Könneke, Referent für Kultur und Tourismus der Stadt Würzburg, nach der Zukunft der Frankfurter Gedenkkultur gefragt.

Werner D´Inka und Kulturdezernentin Ina Hartwig
Foto: Stadt Frankfurt
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Das Gespräch wurde moderiert von Werner D’Inka, ehemaliger Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Kulturdezernentin Hartwig sagte während der Veranstaltung: „Grundsätzlich begreife ich Erinnerungskultur als etwas Dynamisches, als einen Prozess, der nie an einen Endpunkt gelangen kann. Heute ist es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, unsere gute demokratische Erinnerungskultur gegen Verschwörungsmythen und Geschichtsklitterung zu verteidigen. Wer das Unrecht und millionenfache Leid, das mit dem Nationalsozialismus verbunden war, relativiert oder leugnet, dem müssen wir uns mit den Erkenntnissen der Geschichtswissenschaft entgegenstellen, um Scheinargumente zu entkräften.“

Die Diskussion fragte insbesondere nach neuen Formen des Gedenkens, da es gerade in Bezug auf die nationalsozialistischen Verbrechen immer weniger Zeitzeugen gibt. Sie thematisierte außerdem die Schwierigkeit, bei jungen Menschen Interesse für komplexe historische Themen zu wecken sowie die historische Verantwortung Deutschlands gegenüber den Opfern der Schoah an junge Deutsche mit Migrationsgeschichte zu vermitteln.

Die Podiumsdiskussion fand vor kleinem Publikum in der Evangelischen Akademie Frankfurt statt und wurde als Livesteam über YouTube übertragen. Die Aufzeichnung kann auf https://www.youtube.com/watch?v=U5uGr-3ZSoo&feature=youtu.be abgerufen werden. (ffm)