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Letzte Aktualisierung: 06.07.2020

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Wohnungsbau expandiert weiter in Frankfurt

2019 verschlangen Investitionen 338 Millionen Euro

von Karl-Heinz Stier

(27.05.2020) Der Wohnungsbau war damit im letzten Jahr nach Angaben der Bauaufsicht die herausragende Investitionsstrategie. Das drückt sich im vergangenen Jahr wieder in „beeindruckenden Genehmigungs- und Fertigstellungszahlen“ aus.

Bildergalerie
Genehmigte Wohnungen 2010 – 2019 in Frankfurt
Foto: Karl-Heinz Stier
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Planungsdezernent Mike Josef bei seinen Erläuterungen
Foto: Karl-Heinz Stier
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Der Stadtteil Gallus weist die meisten genehmigten Wohnungen auf
Foto: Karl-Heinz Stier
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Insgesamt erteilte die Bauaufsicht Genehmigungen zum Bau von 5 829 Wohneinheiten und 3 583 Fertigstellungen. Damit erreichten diese Werte die drittbeste Genehmigungszahl und die zweitbeste Fertigstellungszahl der letzten 10 Jahre. „So wurden innerhalb von vier Jahren über 24 000 neue Wohnungen genehmigt und wir können für diesen Zeitraum auch über 15 000 fertiggestellte Wohnungen vorweisen. Damit sind wir auf einem guten Weg und stehen im innerdeutschen Vergleich hervorragend da“, betonte Planungsdezernent Mike Josef.

Bemerkenswert sei auch die Zahl der Wohnungen aus Büro– und Gewerbeumwandlungen. „Sie errechneten mit 1 195 Wohneinheiten den drittgrößten Wert der letzten 15 Jahre“, wie die Amtsleiterin der Bauaufsicht, Simone Zapke, verkündete. Die Genehmigung kleiner Wohneinheiten spielte dagegen keine große Rolle mehr. Vor allem Mikro-Appartements hätten weniger attraktiv gewirkt. Auch die Genehmigungen für Flüchtlingsunterkünfte gingen ebenfalls zurück. Mit Plätzen für knapp 300 Menschen wurde 2019 nur noch ein Drittel des Vorjahreswertes erzielt.

Auch der Bestandsschutz von vorhandenem Wohnraum laufe mit großem Erfolg. Durch Beratung und konsequente Kontrollen konnte die Bauaufsicht im Vorjahr 379 illegal umgenutzte Wohnungen für den Wohnungsmarkt zurückgewinnen. „Wir werden hier nicht nachlassen und auch weiterhin genau hinschauen, wenn tage-, wochen- und monatsweise Vermietungen dazu führen, dass Wohnungen dem Markt entzogen werden“, sagt Planungsdezernent Josef. Dagegen seien Dachaufstockungen oder -ausbauten ein wichtiger Beitrag zur Innenentwicklung. Interessant sei, dass von der Anzahl der beantragten Dachgeschossausbauten 86 Prozent positiv beschieden worden seien.

Und statistisch interessant ist auch, in welchem Stadtteil die meisten Wohnungen genehmigt und gebaut wurden. Hier liegt der Stadtteil Gallus unangefochten mit 1 264 genehmigten und 750 fertiggestellten Wohnungen an der Spitze. An zweiter Stelle liegen Niederrad bzw. Ostend.

Für Dezernent Josef gibt es trotz sich abzeichnenden gesellschaftlicher Umbrüche keine Anzeichen dafür, dass der Zuzug nach Frankfurt nicht mehr anhalte. Zwar habe die genehmigte Bausumme mit 1,28 Milliarden Euro im letzten Jahr nach dem vorangegangenen Spitzenwert wieder eine normale Größe erreicht. Der Wohnungsbau sei 2019 auf dem ersten Platz geblieben, auf Rang 2 und 3 folgten der Flughafen mit 248 Millionen Euro und Büros (144 Millionen Euro). Die Bausumme für Sport rangiere mit ihren Bauvorhaben im letzten Jahr auf Rang 4 (114 Millionen Euro). Hier machten sich die Neubauvorhaben von Eintracht Frankfurt und dem Deutsche Fußballbund bemerkbar.