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Letzte Aktualisierung: 09.04.2021

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Wie stärkt man den professoralen Nachwuchs?

Im Wettbewerb setzte sich die Hochschule Heilbronn durch

von Franziska Pöttgen

(29.03.2021) Die Hochschule Heilbronn (HHN) geht innovative Wege bei der Förderung professoralen Personals – und dies mit einem Projektvolumen von 4,1 Millionen EUR für die nächsten sechs Jahre. Durchsetzen konnte sich die HHN mit ihrer Bewerbung auf das Bund-Länder-Programm „FH-Personal“ mit dem Ansatz „House of Talents”. Künftig bündelt die HHN dort sämtliche Aktivitäten im Bereich der Gewinnung und Entwicklung professoralen Personals. Konkret geht es darum, neue und moderne Professurmodelle und transparente Karrierewege aufzuzeigen.

Wichtigstes Ziel ist es, eine starke Arbeitgebermarke zu etablieren und die Attraktivität des Berufsbilds „Hochschul-Professor” zu verdeutlichen. „Dies gelingt uns, indem wir unserem eigenen qualifizierten Nachwuchs, aber auch interessierten Praktikern aus der Wirtschaft, klare und strukturierte Karrierewege zur Professur aufzeigen. Über die Regelprofessur hinaus wird das Professurportfolio der HHN durch neue und moderne Modelle wie Profil- bzw. Schwerpunktprofessuren, Teilzeitprofessuren und Perspektivprofessuren sinnvoll ergänzt”, erklärt HHN-Rektor, Professor Oliver Lenzen.

Die enge Vernetzung mit regionalen Partnern steht dabei im Vordergrund. Beispielsweise erprobt die HHN im Bereich der Intelligenten Mobilität sogenannte Perspektivprofessuren zusammen mit dem TUM-Campus Heilbronn, dem Forschungs- und Innovationszentrum Kognitive Dienstleistungssysteme des Fraunhofer IAO am Bildcampus sowie mit dem Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe. Mit den genannten Einrichtungen bildet die HHN eine regionale Qualifizierungsallianz. Potenzielle Kandidaten für eine Professur werden aktiv und bedarfsorientiert auf ihrem Weg hin zur Professur begleitet. Perspektivprofessuren sind gemeinsam durch die HHN und die Projektpartner getragene Personalentwicklungsmaßnahmen.

Die Zielgruppe

Im Fokus stehen zum einen etablierte Berufspraktiker mit fehlender Lehrerfahrung oder noch nicht vollumfänglich ausreichender wissenschaftlicher Qualifikation und zum anderen Wissenschaftler, die mit Ausnahme der Berufspraxis die Voraussetzungen für die Besetzung einer HAW-Professur erfüllen. Die jeweils fehlende Einstellungsvoraussetzung soll im Tandem erworben werden.

Es hatten sich bundesweit 95 Hochschulen um die Förderung im Rahmen des Programms FH-Personal beworben. Insgesamt beträgt das Fördervolumen rund 430 Millionen Euro. In der ersten von zwei Förderrunden werden 68 Hochschulen gefördert.

Hochschule Heilbronn – Kompetenz in Technik, Wirtschaft und Informat

Mit ca. 8.200 Studierenden ist die Hochschule Heilbronn eine der größten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. Ihr Kompetenz-Schwerpunkt liegt auf den Bereichen Technik, Wirtschaft und Informatik. An vier Standorten in Heilbronn, Heilbronn-Sontheim, Künzelsau und Schwäbisch Hall bietet die Hochschule mehr als 50 Bachelor- und Masterstudiengänge an. Die Hochschule pflegt enge Kooperationen mit Unternehmen aus der Region und ist dadurch in Lehre, Forschung und Praxis sehr stark vernetzt.