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Letzte Aktualisierung: 04.07.2022

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Weiße Zähne um jeden Preis?

Verschiedene Methoden im Check

von Ilse Romahn

(19.05.2022) Gelbe Zähne gelten als ungepflegt und unattraktiv, weshalb viele Menschen nach einem strahlend weißen Lächeln streben.

„Für eine Aufhellung sorgen meistens sogenannte Bleachings. Zahnärzte verwenden dafür spezielle Bleichmittel und berechnen für die Behandlung im Durchschnitt zwischen 400 und 800 Euro. Um den Effekt danach beizubehalten, muss der Eingriff etwa alle drei Jahre wiederholt werden“, erklärt Dr. Sliwowski. Abgeschreckt von den hohen Kosten oder den chemischen Substanzen, greifen einige Menschen auf natürliche Hausmittel wie Öl und Früchte oder Produkte zur Selbstanwendung wie bestimmte Zahnpasten oder Wasserstoffperoxid zurück. Was die einzelnen Bleaching-Alternativen bewirken und ob sie wirklich zu empfehlen sind, weiß Dr. Christoph Sliwowski, Leiter der Zahnimplantat-Klinik Düsseldorf im St. Vinzenz-Krankenhaus.

Hausmittel aus der Küche
Zähne sind von Natur aus weiß. Mit der Zeit baut sich der Schmelz jedoch ab und das darunterliegende gelbliche Dentin schimmert durch. Neben dem Alterungsprozess führt auch schlechte Mundhygiene zu der unbeliebten Optik: Entfernen Betroffene Nahrungsmittelreste nicht regelmäßig von den Zahnoberflächen, kommt es zur Schädigung der Schutzschicht und somit zur Verfärbung. Diese wird durch bestimmte Produkte wie Kaffee, Tee und Tabak begünstigt. „Manche Anwender glauben, dass es hilft, Backpulver auf die Zähne aufzutragen. Durch den Kontakt mit Wasser bildet sich Natriumcarbonat, das angeblich durch seinen schleifenden Effekt die Verfärbungen löst. Als weitere Bleaching-Alternative gilt bei vielen Menschen auch Kokosöl. Es enthält sogenannte Laurinsäure, die gelbe Pigmente beseitigen soll“, erklärt Dr. Sliwowski. Ähnlich verhält es sich mit Obstsäuren von Erdbeeren, Ananas, Äpfeln oder Zitronen. Fachärzte raten jedoch davon ab, solche Hausmittel zur Aufhellung zu verwenden, da sie die Zahnoberflächen aufrauen und so die Schutzschicht schädigen. „Statt die Farbe zu verändern, fördern diese Methoden letztlich Karies und verursachen meist empfindliche Zähne“, warnt Dr. Sliwowski.

Freiverkäufliche Produkte
Als weitere Maßnahme für Zuhause gelten auch Zahnweißpasten. Diese Cremes mit sogenanntem Whitening-Effekt enthalten kleinste Schleifkörper, die Verfärbungen abreiben sollen. „Oftmals bestehen derartige Pasten aus einem blauen Farbstoff oder weißen Pigmenten, wodurch Zahnoberflächen kurzfristig heller wirken, aber die Grundfarbe in Wahrheit unverändert bleibt. Außerdem kann die Paste durch ihre abtragende Wirkung schädigend sein, insbesondere wenn sie täglich verwendet wird“, erklärt Dr. Sliwowski. Alternativ setzen manche Menschen auf Bleaching-Kits mit Wasserstoffperoxid aus dem Internet oder der Drogerie zur eigenständigen Anwendung. „Das ist besonders gefährlich, da eine unkontrollierte Behandlung ein hohes Risiko birgt, Zähne und Zahnfleisch in Mitleidenschaft zu ziehen. Um gelbe Pigmente tatsächlich loszuwerden, ohne den Mundraum zu schädigen, bedarf es einer professionellen Behandlung von Medizinern“, betont Dr. Sliwowski.

Schonend zum Strahlen
Wer solche Bleachings selbst durchführt, riskiert dabei letztlich die eigene Gesundheit. „Statt einer hellen Zahnfarbe sollte grundsätzlich vielmehr der Zustand der Kauwerkzeuge im Vordergrund stehen. Die beste Methode für ein schönes und leistungsfähiges Gebiss ist und bleibt eine gute Mundhygiene. Dazu gehört es, täglich mehrmals die Zähne zu putzen sowie Zahnseide, Mundspülung und Zungenschaber zu verwenden. Zusätzlich bringen auch professionelle Zahnreinigungen den Mundraum wieder zum Strahlen. Sie entfernen gelbe Beläge und Zahnstein schonend, sodass die natürliche Zahnfarbe wieder zum Vorschein kommt. Krankenkassen bezuschussen diese Behandlungen teilweise“, erklärt Dr. Sliwowski abschließend.

Weitere Informationen unter www.zahnimplantat-klinik-duesseldorf.de