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Letzte Aktualisierung: 27.11.2020

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Von Frankfurt bis Hongkong: Internationale Teilnahmen bei „Deutschland schreibt!“

von Ilse Romahn

(04.11.2020) Insgesamt 774 Sprachfans nahmen an der ersten Online-Durchführung des Rechtschreibwettbewerbs „Deutschland schreibt!“ teil. Den Gesamtsieg des von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft organisierten Wettkampfs sicherte sich ein Hesse.

Der große Rechtschreibwettbewerb „Deutschland schreibt!“ der Stiftung Polytechnische Gesellschaft ist in 2020 zum ersten Mal erfolgreich digital durchgeführt worden. Auf der Wettbewerbswebseite www.deutschland-schreibt.de stritten vom 29. Oktober bis 1. November insgesamt 774 Sprachfans um den Titel „Rechtschreibstar 2020“. Darunter befanden sich Oberstufenschülerinnen und -schüler, Eltern, Lehrkräfte sowie zahlreiche frei Schreibende. Das neue Online-Format ermöglichte eine überregionale Öffnung des Wettbewerbs. Einreichungen kamen aus ganz Deutschland, aber auch aus der ganzen Welt aus Städten wie Hongkong, Paris, Athen, Málaga, Istanbul, Kairo, São Paulo, Bangalore und Lima. 

Stift und Papier wichen erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs Tastatur und Bildschirm: Der Finaltext über eine Marsmission wurde über die Online-Plattform diktiert. Er umfasste in diesem Jahr 1424 Zeichen in 210 Wörtern. Darin enthalten waren 58 sprachliche Hürden, wie beispielsweise die Raritäten „anthropomorphen“ oder „Spintisiererei“. 

Wie in den Vorjahren konnten Rechtschreibfans in unterschiedlichen Kategorien am Finale teilnehmen. Den Gesamtsieg im Wettbewerb sicherte sich die Gruppe der Freien Schreiber: Kevin Patalla aus Oberzent bei Darmstadt bestand den Test mit null Fehlern. In der Kategorie „Lehrkräfte“ tat sich Andreas Klik von der Beruflichen Schule für Spedition, Logistik & Verkehr in Hamburg mit einem Fehler hervor. Silvia Nadler, dem Gymnasium Dingolfing in Bayern zugehörig, belegte in der Kategorie „Eltern“ den ersten Platz. Eine besondere Überraschung gab es in der Kategorie der „Schülerinnen und Schüler“: Emily Olivia Arisandy von der Deutsch-Schweizerischen Internationalen Schule in Hongkong machte beim Diktat nur elf Fehler und sicherte sich damit den Sieg in der Kategorie. Die Zweit- und Drittplatzierten der einzelnen Kategorien stammen aus ganz Deutschland. 

Die Gewinner umschifften erfolgreich eine Vielzahl sprachlicher Hürden, darunter Satzkonstruktionen wie „Denn einige mutmaßen, dass die berühmt-berüchtigte Ursuppe, die hienieden vor sich hin gärte, gar nicht von allein Leben hervorbringen konnte.“ Sie können sich über attraktive Preise der Wettbewerbspartner Frankfurter Allgemeine Zeitung, Hessischer Rundfunk und des Duden-Verlags freuen. 

Das Projekt „Deutschland schreibt!“ begeistert seit 2012 für die deutsche Sprache und regt dazu an, sich spielerisch mit sprachlichen Phänomenen auseinanderzusetzen. Dem misst der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Polytechnische Gesellschaft und Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt auch in Zeiten der Autokorrektur besondere Bedeutung zu: „Die deutsche Rechtschreibung hilft, Wörter grammatikalisch zuzuordnen, nehmen Sie die Groß- und Kleinschreibung. Dazu gehören auch substantivierte Verben und Adjektive. Ihr Laut-Graphem-Verhältnis ist natürlich nicht 1:1, aber immer noch gut erlernbar. Das sollten wir nicht Programmen überlassen. Wir wollen schließlich auch richtig rechnen können, dann sollte es uns auch wichtig sein, richtig schreiben zu können.“ Nach erfolgreicher Durchführung in digitaler Form möchte die Stiftung auch in Zukunft parallel zu den Rechtschreibwettbewerben in Präsenz Wettbewerbe im Online-Format ausrichten. Es macht die Teilnahme besonders niedrigschwellig und spricht eine noch größere Zielgruppe an, ihre Rechtschreibung spielerisch zu trainieren.

Partner des Projekts der Stiftung Polytechnische Gesellschaft sind das Hessische Kultusministerium, das Staatliche Schulamt für die Stadt Frankfurt am Main, die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, hr2-kultur und der Dudenverlag. Die FAZIT-STIFTUNG und der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft fördern den Wettbewerb.

Der Rechtschreibwettbewerb gehört zum sprachbildenden Schwerpunkt der Arbeit der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. Die Vorbereitung auf und Teilnahme am Wettbewerb fördern die Auseinandersetzung mit der deutschen Rechtschreibung und einem besseren Verständnis dafür. Er bietet zielgruppengerechte Materialien und Methoden für den Sprachunterricht der Oberstufe. Aber auch für die Grund- und Mittelstufen bietet die Stiftung Polytechnische Gesellschaft passgenaue Konzepte und Trainingsmaterialien. 

Weitere Informationen zum Rechtschreibwettbewerb und die Namen aller Gewinner unter www.deutschland-schreibt.de

Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main   www.sptg.de