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Letzte Aktualisierung: 06.07.2020

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Von der Corona-Krise zur Jahrhundertpandemie

"Shutdown" – ein spannendes Buch von Dr. Ina Knobloch

von Norbert Dörholt

(02.06.2020) Dieses überaus aktuelle Buch ist nichts für schwache Nerven. Sein Titel: „Shutdown – von der Corona-Krise zur Jahrhundertpandemie“. Seine Autorin: Die Frankfurter Journalistin, promovierte Biologin und mit Preisen ausgezeichnete Filmproduzentin und Bestsellerautorin Dr. Ina Knobloch. Es ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend zu lesen wie ein Krimi von Agatha Christie.

Bildergalerie
„Das Imperium der Viren schlägt zurück“ befürchtet die Erfolgsautorin Dr. Ina Knobloch, die mit „Shutdown“ ein erneut bestsellerverdächtiges Buch aufgelegt hat.
Foto: Hans Scherhaufer
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Foto: Verlag Droemer HC
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„Nach der Pandemie ist vor der Pandemie – Geschichte und Zukunft der viralen Gefahr“, schreibt die Autorin wenig Mut machend, garniert mit Schlagzeilen wie „Notfall-Pläne, biologische Kriegswaffen, unkontrollierbare Ausbrüche, und warum das Zeitalter der Killervirus-Pandemien angebrochen ist.“ Brrr, schauder... Und Ina Knobloch fantasiert da (leider) nicht irgendwas zusammen. Als studierte Biologin weiß sie genau, wovon sie spricht und vermittelt dem Leser en passant auch ein breites und hochinteressantes Wissensspektrum über die grausliche Welt der Viren, Bakterien und andere Winzlingungeheuer.

„Die Corona-Krise hat uns kalt erwischt und doch stellt sie nur den Anfang dar: Denn es hätte auch ein tödlicheres Virus sein können und die Wahrscheinlichkeit für weitere virale Ausbrüche wächst“, heißt es im Begleittext zum Buch. Und dass dieses Werk trotzt seines komplexen Inhalts auch noch ungemein flüssig zu lesen ist hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass Dr. Ina Knobloch neben ihren vielen Tätigkeiten auch eine ausgezeichnete Journalistin ist.

In „Shutdown – Von der Corona-Krise zur Jahrhundert-Pandemie“ also zeigt sie ungeschönt den Verlauf der COVID-19-Krise auf und diskutiert, logisch auch irgendwie erforderlich, desweiteren die Gefahr weiterer Pandemien. Zumindest neugierig wird man demnach bei der Lektüre des Buches, was da womöglich  noch so alles auf uns zukommen könnte. Fleißig war sie auch bei ihren Recherchen, denn sie widmet sich einer sehr großen Anzahl von Themen, Fragen und Thesen, zum Beispiel

-Ist mit Corona ein neues Zeitalter der Pandemien angebrochen?
-Welche Rolle spielen Globalisierung, Klimawandel und die mangelhafte Sicherheitslage in Forschungslabors hinsichtlich der Gefahr weiterer Pandemien?
 Welche Gefahren lauern durch die Manipulationen mit der neuen Genschere CRISPR-Cas?
Müssen wir uns darauf einstellen, dass wir – durch die Möglichkeit des Viren-Bauens –  es bald sehr viel stärker mit biologischen Massenvernichtungswaffen zu tun haben werden?
-Warum waren Gesellschaften so schlecht auf einen Ausbruch vorbereitet, obwohl die WHO schon lange vor Pandemien gewarnt hatte und bereits Pandemien mit Coronaviren in Planspielen simuliert wurden?
-Welche Rolle spielt Bill Gates, der schon vor einiger Zeit ein Pandemie-Planspiel durchführte?
-Wer sind die Profiteure einer Pandemie?
-Warum ist es so schwierig, Impfstoffe zu entwickeln, und warum geraten Forschungsinitiativen, die sich auf Heilmittel konzentrieren, in den Hintergrund?
-Welche Folgen hätte eine Pandemie für die Wirtschaft, die Politik und vor allem für die Gesellschaft?
Wie gesagt, Langweile kommt an keiner Stelle dieses aufrüttelnden Buches auf. Ina Knobloch zeichnet fast im Liveticker die Verbreitung der Coronakrise nach, zeigt, wo Wissenschaft, Gesellschaft und Politik versagt haben, wer von der Pandemie profitiert und liefert ein erschreckendes, aber wohl realistisches Szenario dessen, was uns bei der nächsten Pandemie bevorsteht. Als Kostprobe veröffentlichen wir nachstehend den Prolog aus ihrem Buch:

„Die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte der Seuchen. Es ist der stete Kampf gegen ein unsichtbares, bedrohliches, tödliches und oft unbekanntes Imperium von Mikroben, das ganze Staaten und manchmal die ganze Welt in Angst und Schrecken versetzt. Unter anderem Pest, Pocken, Cholera, Typhus und Ebola waren solche Imperien, jetzt ist es Corona.

Das Imperium der Viren schlägt zurück, wenn sein Lebensraum bedroht ist. Schon hunderte Millionen Jahre vor den Menschen und Tieren haben Mikroben den Planeten besiedelt. Ohne diese Mikroorganismen könnte die Menschheit gar nicht existieren. Naturzerstörung, Klimaerwärmung, Umweltgifte, intensive Landwirtschaft und Überbevölkerung bedrohen das Imperium der Mikroben zunehmend. Doch auch die neuesten Errungenschaften der Zivilisation helfen der Evolution der Mikroben auf die Sprünge.

In immer raffinierteren Biolaboren der Welt werden mit modernsten gentechnischen Methoden Viren und Bakterien kreiert und manipuliert und längst ganz legal in die Welt gesprüht. Unter dem Deckmantel der Abwehrstrategie, Welternährung oder Gesundheit, werden in Biowaffenlaboren der Welt die tödlichsten Erreger gezüchtet, manipuliert, »geschärft« und Impfstoffe dagegen entwickelt. Die Grauzone zwischen »guter« und »böser« Gentechnik und Impf-Forschung ist so groß, dass die weißen und schwarzen Ränder gar nicht mehr erkennbar sind.

Durch den erhöhten Druck der Zivilisation, Zerstörung und Überbevölkerung »rebellieren« die unsichtbaren Mächte der Mikroorganismen schon seit Jahrzehnten. Ob aus »Frankensteins« Laboren oder zerstörten Ökosystemen, dieses Imperium schickt uns einen neuen Krankheitserreger nach dem anderen. Zeichen, so dramatisch wie die Plagen in der Bibel, häuften sich nicht zufällig in den Wochen vor dem Ausbruch von Corona. Denn eine neue Zeit ist angebrochen – der Klimawandel und seine Folgen sind ein ebenso deutlicher Hinweis darauf wie die Corona-Krise.

Notre Dame von Paris, die berühmteste Kathedrale der Welt, geht Mitte April 2019 in lodernden Flammen auf und die ganze Welt ist bis ins Mark erschüttert. Wie ein mahnendes Omen lodert ihr infernales, brennendes Kreuz bis weit in den Himmel. Die menschgemachte Klimaerwärmung schlägt sich auch in lodernden Flammen nieder. In etwa zur gleichen Zeit überschwemmen sintflutartige Regenfälle Indonesien, Ostafrika, Brasilien und andere Länder. Millionen Menschen sind auf der Flucht und in Australien brechen die Temperaturen alle Rekorde. Buschbrände verbreiten sich wie ein Lauffeuer über den überhitzten Kontinent und zerstören Wälder, Felder und Dörfer, wie noch nie zuvor. In Brasilien, Afrika und Borneo brennen ebenfalls die Regenwälder und werden in einem Ausmaß geplündert, das alles Vorherige in den Schatten stellt. Heuschreckenschwärme von einer bislang unbekannten Dimension überfallen Ostafrika, während in Europa Schwärme von Staren vom Himmel fallen. In Australien regnet es tote Fledermäuse und in Florida erstarrte Leguane vom Himmel. In Chile werden dutzende tote Wale an Land gespült und in der Karibik spuckt das Meer tonnenweise Algen an die Strände.

Es sind nicht die biblischen Plagen, sondern Zeichen, die einen apokalyptischen Schatten voraus warfen und sich in den letzten zwölf Monaten ereigneten, bevor Corona die Welt endgültig aus den Angeln hob. Der Mensch befeuert nicht nur den Klimawandel, sondern zerstört Natur und Umwelt in einer Dimension, die kein Ökosystem mehr verkraften kann. Viren, die bislang in einer harmonischen Symbiose mit ihrem tierischen Wirt zusammenleben, geraten unter Druck und suchen sich einen neuen Lebensraum oder zerstören den Angreifer: Die Menschheit.

Gleichzeitig schärfen Wissenschaftler im Auftrag von Regierungen Krankheitserreger mit gentechnischen Werkzeugen zu gefährlichen Waffen oder sie manipulieren Mikroben für die Industrie, der sie Milliarden Gewinne bescheren sollen und mit denen diese längst auf den Feldern der Welt ihr Unwesen treiben. Die Regierungen der Welt wussten, dass eine dramatische Pandemie kommen wird, stellten Pläne auf und simulierten sogar Szenarien mit Coronaviren. Trotzdem war kein Land der Welt auf das neue Coronavirus SARS-CoV-2 vorbereitet. Doch eins ist klar: Nach dem Shutdown ist die Welt eine andere. Ob sie besser wird, liegt an uns, noch können wir das Mutterschiff Erde auf einen anderen Kurs bringen. Nach Corona ist vor der nächsten Pandemie und die könnte noch viel tödlicher sein.“

Dr. Ina Knobloch lebt in Frankfurt am Main und Costa Rica. 1989 gründete sie den Tropenschutzverein „Tropicaverde“ für den Schutz tropischer Lebensräume und widmet sich seitdem dem Naturschutz in allen ihren Tätigkeitsfeldern. Mehr als 100 Dokumentationen und Fernsehbeiträge produzierte und moderierte sie für die ARD, ZDF und Arte. Für ihren Film „Die Akte Oppenheimer“ erhielt sie den Hessischen Filmpreis; ihr letztes Buch „Aufschrei der Meere“, geschrieben mit Hannes Jaenicke, wurde zum SPIEGEL-Bestseller.

Am 22. Mai 2020 erschien das e-book zum Thema; als Paperback, 256 Seiten, wird „Shutdown“ ab 1. Juli 2020 zu haben sein (Verlag Droemer HC). Es kostet 18 Euro und ist unter ISBN-10: 3426278448 und ISBN-13: 978-3426278444 registriert.