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Letzte Aktualisierung: 26.04.2024

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Unsere Geschichte schreibt Zukunft

von Ilse Romahn

(08.11.2019) Die Bundesregierung lädt anlässlich des Jahrestages des 9. November 1989 Bürgerinnen und Bürger zum „längsten Gespräch Deutschlands“ entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze ein – ab 18.53 Uhr im Livestream. In Hof und Ratzeburg kann die Veranstaltung beim Public Viewing verfolgt werden.

Unsere Geschichte schreibt Zukunft
Foto: www.bmi.bund.de
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„Das tritt nach meiner Kenntnis – ist das sofort, unverzüglich." Es waren nur wenige Worte, mit denen Günter Schabowski am 9. November 1989 um 18:53 Uhr eine Kette von Ereignissen in Gang setzte, die sich nicht mehr aufhalten ließ. Und um 23:35 Uhr öffnete sich der Schlagbaum am Grenzübergang Bornholmer Straße / Bösebrücke. Die Bilder der jubelnden Bürgerinnen und Bürger aus Ost- und West-Berlin gingen um die Welt. 

Exakt 30 Jahre später zwischen 18:53 und 23:35 Uhr findet am Samstag, 9. November, das „längste Gespräch Deutschlands“ statt – ein überregionales Medien- und Gesprächsformat unter dem Motto „Unsere Geschichte schreibt Zukunft“, das entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze vier Live-Standorte und 26 weitere Orte miteinander verbindet. Über einen Livestream, der ab 18:53 Uhr auf der Webseite http://unseregeschichte.bund.de ausgespielt wird, kann jeder das „längste Gespräch“ auch von Zuhause aus mitverfolgen. Das Studiopublikum setzt sich aus Bürgerinnen und Bürgern der Region zusammen. In Hof und Ratzeburg kann die Veranstaltung zusätzlich beim Public Viewing verfolgt werden. 

Offene Gespräche und spannende Zeitzeugenberichte entlang der ehemaligen Grenze
Im Fokus des Livestreams stehen moderierte Talk-Runden in Hof (Bayern), in Geisa (Thüringen), in der ehemals geteilten Dorfgemeinschaft Zicherie / Böckwitz (Niedersachsen und Sachsen-Anhalt) sowie in Ratzeburg (Schleswig-Holstein). 26 Dokumentationen, die innerhalb der ehemaligen Grenzregion spielen, ergänzen die Online-Sendung. Die ein- bis zweiminütigen Filme lassen Menschen zu Wort kommen, die ihre ganz persönliche Geschichte zum Mauerfall erzählen: vom Kraftfahrer, der die Grenzpfeiler bei Ullitz in Bayern mit dem eigenen Bagger entfernte bis zum ehemaligen Bürgermeister einer einstmals komplett eingeschlossenen Dorfgemeinschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Entstanden sind spannende Zeitzeugenberichte, die neue Perspektiven deutsch-deutscher Geschichte eröffnen. Persönliche Erlebnisse und Assoziationen zum Mauerfall, die von Bürgerinnen und Bürgern aus ganz Deutschland über unseregeschichte.bund.de eingereicht wurden, machen das „längste Gespräch“ komplett. 

Hintergrund „Unsere Geschichte schreibt Zukunft“
Die Veranstaltung unter dem Motto „Unsere Geschichte schreibt Zukunft“ ist Teil der Aktivitäten der Bundesregierung im Jubiläumsjahr des Mauerfalls und beruht auf den Empfehlungen der Kommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“. Sie besteht aus 22 Personen aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur sowie Zivilgesellschaft. Den Vorsitz der Kommission hat Ministerpräsident a.D. Matthias Platzeck inne. Den Stellvertretenden Vorsitz der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Christian Hirte. Mit der Veranstaltung am 9. November sollen in einem neuen, dezentralen und außergewöhnlichen Format die Erfahrungen, Erlebnisse und Leistungen der Bürgerinnen und Bürger in den Mittelpunkt gestellt werden. Menschen in ganz Deutschland sollen über Grenzen hinweg miteinander ins Gespräch gebracht werden. Die Leistungen, die für die Friedliche Revolution und Wiedervereinigung in ganz Deutschland erbracht wurden, sollen gewürdigt und gefeiert werden.

www.bmi.bund.de