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Letzte Aktualisierung: 30.09.2020

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Trotz Corona-Besuchsverbots können Senioren in Heimen immer mehr via Video und Internet mit Angehörigen in Kontakt bleiben

von Helmut Poppe

(24.04.2020) Die aktuelle Entwicklung in Pflegeheimen zeigt, dass Senioren nicht vereinsamen müssen. Moderne Informationstechnologie macht es möglich.

Tablet im Einsatz - in der Altenpflege vielleicht eher transportabel auf einem Wagen
Foto: Jeff Sheldon, unsplash
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Wie in zwei bisherigen Berichten auf Frankfurt-Live dargestellt, war der Stand bei der Einführung von digitalen Hilfsmitteln bisher durch eine gewisse Zurückhaltung geprägt bei Entscheidern in Pflege- und Altenheimen. In Deutschland gibt es 23 Millionen Menschen im Alter von 60 Jahren und mehr. Es leben vollstationär knapp 800.000 in Alten- und Pflegeheimen (Quelle: Destatis). Hiervon sind nach Angaben von Branchenexperten etwa 10% ansprechbar mit den sogenannten Informations- und Kommunikationstechnologien. Michael Roesler von dem Betreiber Katharina Kasper Holding GmbH nennt hierzu folgende aktuelle Entwicklung: „Wir bieten den Bewohnern in unseren fünfzehn Häusern mittlerweile die Möglichkeit, mit Videotelefonaten den Kontakt zu Familienmitgliedern aufrecht zu erhalten. Je nach Bedarf und Größe des Hauses stehen ein oder mehrere Tablets zur Verfügung, die von dem Pflegepersonal zu den Bewohnern gebracht werden. Die Verbindung läuft über unsere WLANs oder falls solches wegen ‚dicker Wände‘ nicht vorhanden ist via Mobilfunk und dann möglichst in der Nähe von Fernstern.“

Bestätigung findet diese Entwicklung bei einer von frankfurtlive durchgeführten Recherche in Frankfurter Altenheimen und solchen im Main-Taunus- und Hochtaunus-Kreis. Besonders weit vorangeschritten sind da Häuser in Bad Soden, eines in Schwalbach und ein weiteres in Königstein.

Gut zu wissen, dass unsere Senioren nun nicht in den für sie besonders harten Corona-Zeiten vereinsamen müssen. Die jetzige Coronapandemie führt auch in diesem Bereich zu einer Beschleunigung der Digitalisierung in Deutschland. In Altenheimen bedeutet dies unter anderem eine Erleichterung bei Routinearbeiten in der Dokumentation der Pflege und somit eine Entlastung des Personals, das dann umso mehr Zeit für die Senioren hat.

Die Deutsche Telekom entspricht aktuell der Bedarfslage und bietet  Seniorenheimen die Möglichkeit auf ein die ersten drei Monate kostenloses Paket aus Gerät und Mobilverbindung zuzugreifen mit deutschlandweit 10.000 Geräten.

Frankfurtlive bleibt an dem Thema. Nächste Woche berichten wir über Projekte, welche die Förderung von Menschen mit Körperbehinderung zum Inhalt haben. Digitales spielt auch dort eine zunehmende Rolle.

Hier die zwei bisherigen Artikel zu dem Thema "Pflege und Videochats"