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Letzte Aktualisierung: 05.06.2020

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Rund 900 neue Wohnungen sollen im Rebstock entstehen

Stadt, LBBW Immobilien und ABG schließen städtebaulichen Vertrag

von Ilse Romahn

(07.04.2020) Die Stadt Frankfurt am Main hat mit der LBBW Immobilien Management, der ABG Frankfurt Holding und der Rebstock Projektgesellschaft einen städtebaulichen Vertrag zum Areal Rebstock Nord-Ost unterzeichnet und damit eine wichtige Hürde auf dem Weg zur Realisierung des Baugebiets genommen.

Darin wird insbesondere die Kostenbeteiligung der Vertragspartner für die Finanzierung der sozialen Infrastruktur geregelt, die durch die Bebauung künftig erforderlich wird, aber auch die Kostenverteilung beispielsweise für Erschließung oder naturschutzrechtlichen Ausgleich. Neben ABG und LBBW Immobilien ist auch die Sapphire Immobilien Investment Grundstückseigentümerin im Vertragsgebiet, mit der die Stadt einen korrespondierenden städtebaulichen Vertrag abgeschlossen hat.

„Mit Abschluss des städtebaulichen Vertrags rückt die Bebauung auf dem Areal zwischen Leonardo-da-Vinci-Allee, Wiesbadener Straße und Am Römerhof einen bedeutenden Schritt näher“, sagt Frankfurts Planungsdezernent Mike Josef. „Dort entstehen rund 900 neue Wohnungen in einem guten Mix, eine Kita und ein Quartiersplatz. Mit dem Quartiersplatz erhält der gesamte Rebstock außerdem seine Mitte, dort entstehen Läden und Flächen für Gastronomie. Mit diesem Bauabschnitt wird die Entwicklung am Rebstock abgeschlossen.“ Ursprünglich war das seit vielen Jahren brachliegende Gelände für eine gewerbliche Bebauung durch Büros vorgesehen. Die entstehenden Wohnungen werden zu rund 90 Prozent Mietwohnungen.

Konkret sieht der städtebauliche Vertrag vor, dass ABG und LBBW Immobilien eine sechsgruppige Kindertageseinrichtung mit Freifläche und mindestens 24 Plätzen für Unter-Dreijährige sowie 84 Betreuungsplätzen im Kindergarten bauen müssen. Außerdem müssen sie 30 Prozent der entstehenden Wohnbauflächen als geförderter Wohnraum errichten – je zur Hälfte im Förderweg 1 und im Förderweg 2. Vereinbart ist auch die Herstellung eines Quartiersplatzes (Lindberghplatz), dessen Gestaltung in einem Workshop-Verfahren in Abstimmung mit dem zuständigen Ortsbeirat und interessierten Bürgern ermittelt werden soll.

Nach derzeitigem Planungsstand übernimmt die LBBW Immobilien von den geplanten rund 900 Wohnungen den Bau von etwa 400 Wohneinheiten. „Dabei“, sagt Frank Berlepp, Geschäftsführer der LBBW Immobilien Management, „werden wir wie bereits bei den Rebstockhöfen, die wir hier in der Nachbarschaft gebaut haben, auch bei diesem Projekt unseren Schwerpunkt auf den Mietwohnungsbau legen.“ So ist geplant, rund 350 Mietwohnungen sowie 50 Eigentumswohnungen zu errichten.

Hauptsächlich engagiert sich auch die ABG in großem Maße auf dem Areal. „Wir planen den Bau von rund 500 Wohnungen. Die ABG übernimmt die Realisierung des geförderten Wohnungsbaus, wodurch sich unser Anteil an geförderten Wohnungen im Quartier auf annähernd 50 Prozent beläuft“, sagt deren Geschäftsführer Frank Junker. „Wenn alles gut geht, können bereits im Jahr 2022 die ersten Wohnungen übergeben werden, zudem sorgen wir mit dem Bau einer Kita auch für die notwendige Infrastruktur im Gesamtquartier.“

Entlang der Wiesbadener Straße sollen künftig mehrere zusammenhängende Wohngebäude und die Kita entstehen. In der Mitte des Areals soll zum Stadtplatz hin eine Wohnnutzung und eine Ladenzone entwickelt werden. An der Ecke zum Katharinenkreisel werden voraussichtlich ein Hotel, gewerbliche Nutzungen und in kleinerem Umfang Wohnungen errichtet, im Südwesten ist Platz für eine Grundschule eingeplant. Die Planungsziele entsprechen dem in Aufstellung befindlichen Bebauungsplan Nr. 683 Ä – Rebstock.

Der größte Teil des Rebstock-Areals wurde bereits durch die Rebstock Projektgesellschaft mbH entwickelt und von mehreren namhaften Architekten bebaut. Die ursprünglich vor allem für Büros vorgesehenen Areale im nordöstlichen Bereich liegen jedoch bisher noch brach. Daher sollen sie dem Wohnungsbau zugeführt werden. Die Rebstock Projektgesellschaft hat hier bereits zu einem beträchtlichen Teil die Erschließungsarbeiten erledigt. (ffm)