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Letzte Aktualisierung: 19.04.2024

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Rockmusik mit emotionalem Tiefgang

Konzerte von "Karat" in Mannheim und Gießen

von Michael Hoerskens

(28.03.2024) Es wird ein musikalischer Leckerbissen: „Karat“ geht wieder auf Tournee. Mit ihren Ohrwürmern begeistert die Band noch immer eine große Fangemeinde. Nun ist sie das ganze Jahr quer durch die Republik unterwegs. Konzerte gehen dabei auch in der Region über die Bühne, in Mannheim oder Gießen. Nach Frankfurt kommt Karat dann 2025.

Karat begeistert noch immer das Publikum mit alten und neuen Songs
Foto: MB-Konzerte
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Karat steht nach wie vor für die Symbiose aus Rockmusik und Pop, mit einer außergewöhnlich breiten Instrumentalisierung. Songs mit lyrisch-anspruchsvollen deutschen Texten und emotionalen Tiefgang: „Über sieben Brücken“, „Jede Stunde“, „Gefährten des Sturmwinds“ oder „Der blaue Planet“ sind Klassiker. Nach der Corona-Pause meldet sich die Kultband zurück mit den großen Hits und neuen Liedern. Mit der aktuellen Tournee steuern sie auf ein großes Bandjubiläum zu: 2025 wird Karat 50 Jahre jung. Mit über 50 Konzertterminen machen die Jungs deutlich, dass mit ihnen weiterhin zu rechnen ist. Von Alterserscheinungen keine Spur. Davon können sich die Fans der Region zunächst am 13. April im Mannheimer Capitol überzeugen, am 13. Dezember gastiert die Band in Gießen.

Die 1975 in Ost-Berlin gegründete Formation Karat zählte neben Silly, City und den Puhdys zu den populärsten Rockbands der ehemaligen DDR, große Erfolge feiert man seit Jahrzehnten auch im Westen Deutschlands. Mit vier Aufnahmen beim Rundfunk der DDR startete die Band im Januar 1975 ihre Karriere. Gründungsväter der Band waren der Sänger Herbert Dreilich, Bassist Henning Protzmann, Schlagzeuger Konrad Burkert und Keyboarder Ulrich „Ed“ Swillms, aus dessen Feder viele Karat-Hits stammen. Bereits im Jahr darauf später stieß  Gitarrist Bernd Römer dazu, inzwischen ein Urgestein von Karat wie Martin Becker an den Keyboards, der seit 1992 mit von der Partie ist. Nach dem tragischen Krebstod von Herbert Dreilich 2004, der das Gesicht der Band und ihre Seele verkörperte, übernahm sein Sohn Claudius als Sänger den Part am Frontmikro. Es ist beeindruckend, wie sehr sich die Stimmen von Vater und Sohn ähneln.

Die Musik von Karat kommt von Beginn an in Ost und West gleichermaßen gut an. Ein großer Wurf gelingt Karat mit dem Album „Der blaue Planet“ von 1982. Als erste Ost-Band schafft man es in die Top Ten der Albumcharts der Bundesrepublik. Die LP hält sich 48 Wochen in den Top 100 und landet auf Platz 8. Zudem ist es nach dem Album „Albatros“ („Über sieben Brücken“) bereits das zweite Album der Band, das im Westen Goldstatus erreicht. Und noch ein Erfolg: Peter Maffay coverte als westdeutscher Künstler 1980 mit „Über sieben Brücken“ erfolgreich den Song einer ostdeutschen Band. Karat gastierte bereits vor der Wende in Westdeutschland, gab am 3. Dezember 1987 schon einmal ein Konzert in Mannheim, damals in der Alten Feuerwache.

Seit nunmehr fünf Dekaden nun kreiert Karat ein veritables Stück deutscher Rockkultur, liefert den Lebenssoundtrack gleich mehrerer Generationen. Im Laufe der Jahre gab es personelle Umbesetzungen bei der Band. Neu dabei sind seit diesem Jahr der Bassist Daniel Bätge und Schlagzeuger Heiko Jung. Beide sind in der Szene keine Unbekannten – schon Udo Lindenberg, Wolfgang Niedecken, Jan Josef Liefers und Clueso profitierten von deren musikalischen Können. Und noch immer vermeidet Karat kreativen Stillstand. Zwischen den vielen Konzertterminen 2024 wird an neuen Songs gearbeitet, die im Jubiläumsjahr auf einem neuen Album erscheinen sollen. Diese Reise geht weiter. Und die Konzertbesucher können sich auf ein ganz besonderes Erlebnis freuen.

Und dann noch eine Information:  Karat spielt im nächsten Jahr anlässlich ihrer Tour zum 50. Jubiläum der Band erneut in Mannheim. Und zwar am 14. Dezember 2025 im Mozartsaal des Rosengartens. Und zuvor am 22. November in der Alten Oper Frankfurt. Der Kartenvorverkauf ist eröffnet.