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Letzte Aktualisierung: 13.08.2020

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Probenstart der 42. Oberammergauer Passionsspiele

von Adolf Albus

(09.12.2019) Die 42. Passionsspiele in Oberammergau werden 2020 erneut neuinszeniert. Das künstlerische Leitungsteam um Spielleiter Christian Stückl arbeitet seit Monaten an der Konzeption der Aufführung.

Bühnen- und Kostümbildner Stefan Hageneier hat für die Inszenierung die Bühne des Passionstheaters umgreifend umgestaltet, das Szenenbild und die 12 Lebenden Bilder neu konzipiert und neue Kostüme für die 2.000 Darsteller entworfen. Die Werkstätten des Theaters arbeiten seit nunmehr über einem Jahr an der Umsetzung der Entwürfe.

Der musikalische Leiter Markus Zwink hat Teile der Passionsmusik überarbeitet und auch für das Passionsspiel 2020 neue Nummern komponiert, die momentan schon vom Chor und Orchester einstudiert werden.

Bei der heutigen Leseprobe kommen erstmals die 150 Darsteller zusammen, welche von Christian Stückl mit einer Sprechrolle im Passionsspiel betraut wurden.

Neben den doppelt besetzten 42 Hauptdarstellern, wie Jesus, Maria, Judas, Kaiphas oder Pilatus, sind bei der ersten Probe auch alle kleineren Rollen, die Apostel, die römischen und jüdischen Soldaten, der Hohe Rat und die Frauen im Gefolge Jesu bei der Probe anwesend.

Spielleiter Christian Stückl hat für die nächsten Passionsspiele in den letzten Monaten den Text umfassend überarbeitet. In der Tradition der Passionsspiele lag seit je her die Leidensgeschichte Jesu im Fokus der Aufführung. Schon in den vergangenen Passionsspielen legte Spielleiter Stückl ein größeres Augenmerk auf die Botschaft und das Leben des Jesus von Nazareth. Dies wird bei den Spielen 2020 noch einmal erweitert und Stückl hebt besonders die sozialen Aspekte in Jesu Botschaft hervor. Jesu Wirken am Rande der Gesellschaft, sein Engagement für die Vergessenen, Vertriebenen und Armen bildet den Mittelpunkt der Inszenierung.

Über die Entstehung des Textes sagt Stückl: „Es ist ein Prozess.“ Auch die zum Probenstart vorliegende Textfassung wird noch nicht die endgültige Textfassung sein. Christian Stückl wird bis kurz vor der Premiere am 16. Mai 2020 am Text arbeiten. An der Textentwicklung arbeitet der katholische Prof. Ludwig Mödl mit und es wurden auch mehrere Gespräche mit Vertretern des Judentums geführt. Immer wieder gab es in der jüngeren Vergangenheit, vor allem nach dem 2. Weltkrieg, berechtigte Vorwürfe, dass der Text antisemitisch sei. Christian Stückl arbeitet seit seiner ersten Passion 1990 intensiv daran diese Antisemitismen aus der Inszenierung zu tilgen.