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Letzte Aktualisierung: 25.02.2020

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Mit Rückepferden gegen Kirschlorbeer am Waldrand Hofheim

von Adolf Albus

(12.02.2020) Die Stadt Hofheim setzt ihren Kampf gegen sogenannte „invasive Arten“ an Rändern des Stadtwalds fort. Die Untere Naturschutzbehörde des Main-Taunus-Kreises unterstützt sie dabei. Zu den angesprochenen Arten gehören Pflanzen wie beispielsweise der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus). Da der Zugang mit großen Maschinen in diesen Bereichen schwierig ist, waren in den vergangenen Wochen Rückepferde im Einsatz.

Beate Gutenthaler-Gillies aus dem Fachbereit Bauen und Umwelt im Rathaus, Revierförster Karlheinz Kollmannsberger, David Kreddig ebenfalls aus dem Fachbereich Bauen und Umwelt, Stadtrat Bernhard Köppler und Thilo Rinn mit Rückepferd Olix im Wald oberhalb von Marxheim.
Foto: Stadt Hofheim
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„Wir haben das Problem, dass diese invasiven Arten unsere heimischen Arten verdrängen und das natürliche Gefüge in unserem Wald durcheinander bringen“, erklärt Bernhard Köppler als zuständiger Dezernent für den Stadtwald. Deshalb habe man nun mit Hilfe der Rückepferde auf einer etwa sechs Hektar großen Probefläche oberhalb von Marxheim den Kirschlorbeer samt Wurzel aus dem Erdreich gezogen. Dieser Versuch soll zeigen, ob man die Pflanze auf diesem Weg nachhaltig entfernen kann. „Dieses bodenschonende Verfahren hat sich bereits bei anderen forstwirtschaftlichen Arbeiten bewährt.“

erderücker Thilo Rinn entnimmt dabei mit den Pferden Idefix und Olix in geschickter Maßarbeit die Pflanzen zwischen den Bäumen und zieht die Gehölze zu einem Sammelplatz. Die beträchtliche Menge von über 150 Kubikmetern wird von dort aus abtransportiert. Warum sich die Pflanzen gerade dort so stark verbreitet haben, ob durch Samenflug, in den Wald geworfene Grünabfälle oder andere Gründe bestehen, lässt sich nicht abschließend sagen. Deshalb appelliert die Stadt Hofheim, keinen Gartenschnitt im Wald zu entsorgen und regt an, im Hausgarten auch an die Pflanzung heimischer Gehölzen im Garten wie Liguster, Schneeball, Hartriegel, Feldahorn zu denken.

Zum Hintergrund: Wenn Pflanzen außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes die dort natürlich vorkommenden Ökosysteme, Biotope oder Arten erheblich gefährden, handelt es sich um sogenannte invasiven Arten. In der von dem Bundesamt für Naturschutz geführten „Grauen Liste“ / Handlungsliste der Europäischen Union  ist der Kirschlorbeer bereits als potentiell invasive Art geführt.

Im Frühjahr, wenn die Laubbäume noch blattlos sind, fangen die Buschwindröschen das Licht ein und der Waldboden beginnt zu blühen. Auch Lichtkeimer, wie die Eiche, benötigen Helligkeit um zu keimen und zu wachsen. Der immergrüne Lorbeerstrauch mit dichtem Laub, welches das ganze Jahr über vorhanden ist, führt zur Verschattung und Ausdunklung und dadurch auch zur Verdrängung heimischer Arten. Die robusten Pflanzen nehmen mittlerweile bereits einen beachtlichen Umfang ein und haben das Potential die einheimische Flora und Fauna zu verdrängen und die Artenzusammensetzung zu ändern.