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Letzte Aktualisierung: 25.01.2022

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Messe Frankfurt litt 2021 stark unter Corona

Dennoch Präsenz vor Ort künftig wichtiger denn je

von Karl-Heinz Stier

(08.12.2021) Die Messe Frankfurt blickt mit vorsichtigem Optimismus dem bevorstehenden Geschäftsjahr 2022 entgegen. „Wir erleben grundsätzlich einen starken Beteiligungswillen von Seiten unserer Kunden, auch wenn die Lage weiterhin volatil ist und viel Unsicherheit in den Branchen herrscht“, sagte Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt, auf dem Jahresabschluss-Pressegespräch.

„Jahrelang ist die Messe von Rekord zu Rekord geritten“, sagte Peter Feldmann, der Aufsichtsratsvorsitzende der Messe Frankfurt und Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt. „Corona hat uns ausgebremst. Mit neuen Konzepten und Zukunftsmessen wie der Eurobike sei die Messe Frankfurt für die Zeit nach Corona hervorragend aufgestellt.

„Das Geschäftsmodell der Präsenzmessen lebt, in seiner Komplexität und Vielschichtigkeit, die nur persönliche Begegnungen ausmachen“, betonte Marzin in diesem Zusammenhang. Die Messen, die in den vergangenen Monaten unter erprobten Sicherheits- und Hygienestandards stattfinden konnten, zeigten eine hohe Intensität und Kundenzufriedenheit. Dennoch werde die Erholung maßgeblich auf den großen internationalen Leitmessen in Frankfurt nun  länger benötigen als ursprünglich gedacht.

Fanden vor Corona weltweit rund 150 Messen und Ausstellungen „Made by Messe Frankfurt“ statt, waren es nach Vorlage der vorläufigen Kennzahlen für das laufende Geschäftsjahr 2021 weniger als die Hälfte. Im konzernmessenstarken ersten Halbjahr gab es vor allem am Heimatstandort in Frankfurt so gut wie keine Veranstaltungen. Auch außerhalb Deutschlands kam es an den rund 50 weltweiten Standorten der Unternehmensgruppe immer wieder zu Verschiebungen beziehungsweise analog geplante Messen wurden digital abgehalten. Damit hatte die Messe Frankfurt das zweite Jahr in Folge mit den Herausforderungen der Pandemie zu kämpfen.

Entsprechend erwartet das Unternehmen einen Umsatz in der Größenordnung von 140 Millionen Euro und das Konzernergebnis wird schlechter ausfallen als im letzten Geschäftsjahr. In der Folge könnte sich kurzfristig zunächst, abhängig von den Branchen, ein Trend hin zu mehr kontinental  geprägten Veranstaltungen herauskristallisieren, auch in Europa. Seit mehr als drei  Jahrzehnten ist die Messe Frankfurt in den wirtschaftlichen Gravitationszentren unterwegs und mit Tochtergesellschaften sowie Veranstaltungen in den dortigen Binnenmärkten bestens vernetzt. Mit der bislang erreichten Marktgröße und entsprechenden Strukturen ermöglicht das Unternehmen seinen Branchen die kontinentalen, nationalen und regionalen Marktzugänge.

„In der Entwicklung unserer Messeplattformen betrachten wir es als unsere Aufgabe, digitalen Mehrwert an Informationen mit dem Live-Erlebnis Messeevent zu verschmelzen“, erklärte Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt. „Auf unseren digitalen Plattformen finden unsere Kunden vieles wieder, was sie auf unseren analogen Veranstaltungen gewohnt sind“. Wo es sich anbietet, bündele die Messe Frankfurt ihre Expertisen und die Entwicklungen von gemeinsamen Themen und Messen durch Kooperationen und Joint-Venture. „In den vergangenen Wochen haben wir unsere mit der Messe Friedrichshafen gemeinsam gegründete  Gesellschaft fairnamic GmbH fest etabliert“, betonte Uwe Behm, Geschäftsführer der Messe Frankfurt. Die Eurobike wird im nächsten Jahr erstmals in Frankfurt stattfinden, um weiter zu wachsen“.

Geplant seien im Geschäftsjahr 2022 mehr als 500 Veranstaltungen, darunter viele Leitmessen am Standort, wie beispielsweise die Ambiente, die Light + Building und die IFFA. „Wir sind optimistisch, dass die Einreise nach Deutschland für Geschäftsreisende aus fast allen Ländern ohne Quarantäne möglich bleibt“, ist Braun zuversichtlich.

Mit aktuell rund 30 Premierenveranstaltungen bis zum Jahr 2025 setzt die Messe Frankfurt ihre Investitionen innerhalb Deutschlands und weltweit fort. Darüber hinaus organisiert das Unternehmen im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums auf ausgesuchten Auslandsveranstaltungen deutsche Gemeinschaftsbeteiligungen. Im kommenden Jahr werden mehr als 20 German Pavillons ausgerichtet.

Auch neue Gastveranstaltungen wird die Messe Frankfurt im Jahr 2022 an ihrem Heimatstandort abhalten, wie beispielsweise die Chemspec Europe, die Enlit Europe sowie die Parcel & Post Expo.  "Die weitere Entwicklung unseres Geschäfts wird jedoch nicht zuletzt von den Impffortschritten weltweit, den damit verbundenen Lockerungen der Reiserestriktionen, der Wiederaufnahme von Geschäftsreisen und dem Willen, wieder global unterwegs zu sein, abhängen“, so Marzin abschließend.