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Letzte Aktualisierung: 18.11.2019

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Müllentsorgung und saubere Containerstandorte kosten Kriftel mehr

2020 höhere Müllgebühren notwendig

von Adolf Albus

(08.11.2019) Bürgermeister Christian Seitz legte in der vergangenen Gemeindevertretersitzung aktuelle Berechnungen zum „Gebührenhaushalt Abfallwirtschaft“ vor. Abrechnungen aus dem Haushaltsjahr 2018 wurden dem Ergebnis der Zwischenkalkulation für das Haushaltsjahr 2019 gegenübergestellt.

Daraus geht deutlich hervor: die Kosten steigen. „Ausgehend von einem defizitären Gebührenhaushalt und der angekündigten Preiserhöhungen der Entsorger Rhein-Main-Abfall GmbH (RMA) und Meinhardt sowie der reduzierten Ausgleichsrücklage besteht nun die Notwendigkeit entgegenzuwirken“, so Seitz. Der Gemeindevorstand schlug daher der Gemeindevertretung vor, im Haushaltsjahr 2020 mit der Anpassung der Leistungs- sowie der Grundgebühr dieser Entwicklung entgegenzuwirken.

Eine Entscheidung wurde allerdings aufgrund eines Antrags von Bündnis 90/Die Grünen bis zur nächsten Sitzungsrunde im Dezember vertagt. Geklärt werden soll bis dahin, ob der Vorschlag des Gemeindevorstands, Grund- und Leistungsgebühr anzuheben, umweltpolitisch betrachtet sinnvoller ist, oder die Idee der Fraktion Der Grünen, lieber die Gebühren für die Leerungen stärker zu erhöhen, um einen höheren Anreiz für Müllvermeidung zu schaffen, und dafür die Grundgebühr wie gehabt zu belassen.

Verwertung des Biomülls wird immer teurer

Gleich drei Gründe für eine dringend notwendige Gebührenerhöhung sieht der Gemeindevorstand: Zum einen wurden die hohen Überschüsse aus der Einführungszeit der Bio-Tonne durch deutliche, jährliche Erhöhungen der Verwertungskosten für Bio-Abfall aufgezehrt. Die Verwertung des Bio-Abfalls bei Anlieferung an die Rhein-Main-Abfall GmbH (RMA) hat sich im Jahr 2016 von 59,33 Euro bei Einführung der Bio-Tonne stufenweise auf 95,02 Euro im Jahr 2019 verteuert. Die Verwertung der Bio-Abfälle hatte, hochgerechnet auf das Jahr 2019, somit Mehraufwendungen von rund 15.000 zur Folge.

Zum anderen wurden am Container-Standort „Am Mühlbach“ sechs weitere Altpapier Container aufgestellt. „Diese werden gut angenommen und haben spürbar zur Entlastung im Gemeindegebiet geführt“, heißt es in der Vorlage. Kosten: 23.000 Euro. Teilweise konnte diese Investition durch Mehrerträge bei der Papierrückvergütung kompensiert werden.

Außerdem soll die Reinigung der Standorte der Depotcontainer, die aktuell auf zwei Entsorger verteilt und phasenweise unzureichend ist, künftig auf einen privaten Anbieter übertragen werden, um ein sauberes Erscheinungsbild zu gewährleisten. Auch wilde Müllablagerungen nehmen zu. „Durch eigenes Personal ist dies aufgrund des geringen Personalstandes und der vielfältigen Aufgaben nicht zu ermöglichen“, heißt es in der Vorlage. Bedingt durch diese drei Faktoren sei nach aktuellem Stand ist mit einer Entnahme bei der Gebührenausgleichsrücklage von 92.641 Euro zu rechnen.

Aus diesem Grund schlägt die Verwaltung Anpassungen bei Leistungsgebühr (pro Leerung) und Grundgebühr pro Jahr vor. „Die Gebühren liegen so in Teilen damit wieder auf dem Niveau von 2015“, betont Bürgermeister Christian Seitz. „Einsparpotentiale und -anreize für die Bürgerinnen und Bürger bestehen weiterhin durch den Wechsel der Tonnengrößen und bei den Mindestentleerungen der 80-Liter-Tonnen und der 120-L-Tonnen.“