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Letzte Aktualisierung: 30.09.2022

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Lese-Event zur jüdischen Gegenwart

Veranstaltung am 18. August im Jüdischen Museum

von Ilse Romahn

(16.08.2022) Jahrzehnte haben deutsche Juden auf den sprichwörtlich gepackten Koffern gesessen. Mittlerweile sind sie zwar ausgepackt – doch stehen sie bei einigen wieder griffbereit? Das Jüdische Museum Frankfurt hat bekannte und weniger bekannte Autorinnen und Autoren eingeladen, der Frage nachzugehen, wie sie die gegenwärtigen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen aus dem jüdischen Blickwinkel bewerten.

Esther Dischereit, Özlem Topçu, Richard C. Schneider und Stella Leder werden an diesem Abend von eigenen Erfahrungen und familiären Geschichten berichten, aus ihren Büchern vorlesen und einen Blick ins Private gestatten. Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 18. August, von 18 bis 24 Uhr im Jüdischen Museum, Bertha-Pappenheim-Platz 1, statt. Es handelt sich um eine Kooperation mit hr2-Kultur.

Das Programm im Überblick
Um 18 Uhr
Esther Dischereit: „Mama, darf ich das Deutschlandlied singen“. Die im Mandelbaum Verlag erschienene Anthologie mit Essays bündelt, wie in einem Tagebuch, Alltagsbeobachtungen und Interviews, Gedichte und Gedankensplitter, Selbstreflexionen und Plädoyers für mehr Menschlichkeit im Umgang miteinander. Der Suhrkamp-Verlag nannte Dischereit „die wichtigste deutsch-jüdische Autorin der Nach-Schoa-Generation“. Das Gespräch mit der Autorin führt Rivka Kibel, Leiterin der Kommunikation des Jüdischen Museums Frankfurt.
 
Um 20 Uhr
Özlem Topçu & Richard C. Schneider: „Wie hättet Ihr uns denn gerne? Ein Briefwechsel zur deutschen Realität“, erschienen im Droemer Verlag. Die stellvertretende Leiterin des Auslandsressorts des Spiegel und der Editor-at-Large der ARD haben für ihr politisches und gesellschaftskritisches Sachbuch – auch als Türkin und Jude – ein Jahr lang auf Deutschland, seine Debatten zu Integration, Rassismus, Antisemitismus und den Umgang mit dem „Anderen“ geblickt. Mit einer erfrischenden Prise Humor. Nach der Lesung unterhält sich Werner D’Inka, ehemaliger Herausgeber der FAZ, mit den beiden Journalisten.
 
Um 22 Uhr
Stella Leder: „Meine Mutter, der Mann im Garten und die Rechten“. Im Gespräch mit Franziska Krah, Leiterin des Familie Frank Zentrums im Jüdischen Museum Frankfurt, stellt die Autorin ihr Debüt vor. Leder, Enkelin des Schriftstellers Stephan Hermlin, rannte als Jugendliche vor Neonazis davon; von ihrer Lieblingslehrerin wurde sie für die Politik Israels verantwortlich gemacht; und die Einsicht in die Stasi-Akten ihrer Mutter offenbarte den Antisemitismus in ihrer eigenen Familie. Das Buch ist im Ullstein Verlag erschienen.
 
Es wird um eine Anmeldung per E-Mail an besuch.jmf@stadt-frankfurt.de gebeten. Der Eintritt beträgt insgesamt 15 Euro, ermäßigt zehn Euro, Einzelveranstaltungen kosten zehn Euro, ermäßigt fünf Euro.

Die Ausstellung „Rache. Geschichte und Fantasie“ ist an diesem Tag bis 22 Uhr geöffnet. (ffm)