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Letzte Aktualisierung: 13.04.2021

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Kriftels Wohnungswirtschaft

Beachtliches Angebot: Gemeinde hat Belegungsrecht über 278 Wohnungen

von Adolf Albus

(25.02.2021) Bürgermeister Christian Seitz berichtete in den Ausschüssen zuletzt über die wohnungswirtschaftlichen Tätigkeiten für das Jahr 2020 und dem aktuellen Stand der Wohnungsbewerber.

Bürgermeister Christian Seitz (Mitte; Aufsichtsratsvorsitzender Gewobau) mit dem Ersten Beigeordneten Franz Jirasek (links) und Harald Treber (beide Geschäftsführer der Gewobau) auf dem Gelände an der Raiffeisenstraße. Hier sollen weitere Sozialwohnungen entstehen.
Foto: Gemeinde Kriftel
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„Die Gemeinde Kriftel verfügte 2020 über insgesamt 278 Wohnungen im Eigentum beziehungsweise im Belegungsrecht. Im Vergleich zu anderen Städten und Gemeinden ist das ein beachtliches Angebot“, so sein Fazit. „Es hat sich bewährt, schon sehr früh in den Bau von günstigem Wohnraum zu investieren. Auch die Gründung der Gewobau im Jahr 1970 hat maßgeblich zum Aufbau dieses enormen Wohnungsbestandes geführt.“

2020 konnten insgesamt 16 Wohnungen vergeben werden: davon wurden sieben von der Gemeinde Kriftel neu vermietet und neun Wohnungen durch die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Kriftel mbH (Gewobau) vergeben. Die Zahl der bei der Gemeinde wohnungssuchend gemeldeten Haushalte sei im Vergleich zum Vorjahr von 130 auf 122 leicht gesunken, so Seitz, wobei der Bedarf an günstigen Wohnungen für große Familien und Alleinerziehende mit Kindern besonders groß ist. Die Zahl der Wohnungsbewerber, die auf eine angemessene Wohnungsgröße zwischen 80 und 100 Quadratmetern warten, könne aktuell nicht bedient werden.

 

Josef-Wittwer-Haus weiter gefragt

Die Zahl der älteren Menschen, die sich für das Josef-Wittwer-Haus anmelden wollen, ist Aufgrund des demografischen Wandels ansteigend. „Viele ältere Menschen wollen nach dem Tod des Partners nicht mehr in ihren Wohnungen und Häusern bleiben. Sie geben das Einfamilienhaus oder die große Familienwohnung auf und wollen in eine kleine bezahlbare Wohnung wechseln, die ihrer Lebenssituation angemessen ist. Das führt dazu, dass die Wohnungen, wie das Josef-Wittwer-Haus, weiterhin gefragt sind. Die Selbständigkeit bleibt bewahrt und Angehörige werden entlastet“, heißt es in dem Bericht des Gemeindevorstandes zur Wohnungswirtschaft.

Die weiteren Bewerberkreise sind anerkannte Asylbewerber, die die Gemeinschaftsunterkunft aufgrund ihrer Anerkennung verlassen müssen. Durch Asyl- und Flüchtlingsanerkennung hat dieser Bewerberkreis das Recht, eine eigene Wohnung zu beziehen. Zudem kommen weitere Lebenssituationen wie Trennung vom Partner, Schwangerschaften oder auch unzumutbare, aktuelle Wohnverhältnisse, die zu einer Bewerbung bei der Gemeinde Kriftel führen. Der Wohnberechtigungsschein (WBS) berechtigt die Bewerber zum Bezug einer belegungsgebundenen Mietwohnung. Auch im Jahr 2020 wurden Mieterinnen und Mieter von öffentlich geförderten Wohnungen im Rahmen der Fehlbelegungsabgabe überprüft. Aktuell sind 30 Haushalte (November 2020) zur Zahlung der Abgabe verpflichtet.

 

Ökologisch, nachhaltig und modellhaft

Derzeit plane die Gewobau das größte Wohnungsbauprojekt ihrer Geschichte an der Raiffeisenstraße, so Seitz. Das Projekt gilt als ökologisches, nachhaltiges und modellhaftes Wohnquartier. Vorgesehen sind vier Wohngebäude in einer drei- bis viergeschossigen Bauweise. Sie sollen nach derzeitiger Planung in der zweiten Jahreshälfte 2023 fertiggestellt sein. Vorgesehen sind insgesamt 44 Wohneinheiten. Darauf verteilen sich Zwei-, Drei-, Vier- und Fünfzimmerwohnungen. Vorrang habe dabei preisgebundener Wohnraum für geringe und mittlere Einkommen. Nach Fertigstellung des Projektes wird der zur Verfügung stehende Wohnungsbestand auf 322 Wohneinheiten ansteigen.