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Letzte Aktualisierung: 22.04.2024

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"Keine Innenstadt ohne Handel"

von Ilse Romahn

(26.03.2024) „Den Handel in seiner Magnetfunktion für die Frankfurter Innenstadt stärken“

IHK
Foto: IHK
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IHK-Präsident Ulrich Caspar äußert sich zur Veröffentlichung des neuen IHK-Zahlenspiegels „Wirtschaftsstandort Frankfurter Innenstadt 2023“ wie folgt: „Die Corona-Pandemie hat einen Wendepunkt in der Geschichte unserer Innenstädte markiert und die dominierende Rolle des Handels vielerorts infrage gestellt. Die Indikatoren des neuen Zahlenspiegels ‚Wirtschaftsstandort Frankfurter Innenstadt‘ der IHK Frankfurt verdeutlichen jedoch die herausragende Bedeutung der Shopping-Funktion für eine gut funktionierende Frankfurter Innenstadt.“

Obwohl bereits einige Jahre vergangen sind, ist nicht von der Hand zu weisen, welche gravierenden Spuren die Folgen der Corona-Pandemie in der Innenstadt hinterlassen haben. Diese sind heute immer noch spürbar: Aufgrund von Geschäftsaufgaben und Schließungen - sowohl kleinerer als auch größerer Handelsunternehmen - breitete sich in der Frankfurter Innenstadt der Leerstand aus, während sich der Strukturwandel in der Branche zugunsten des Online-Handels rasant beschleunigte. In den letzten zwei Jahren hat sich die Situation etwas normalisiert. Die Menschen sind zurück in der Innenstadt, was sich in den gestiegenen Passantenfrequenzen am deutlichsten widerspiegelt. Die Zeil wurde im Jahr 2022 von 23,3 Millionen Menschen besucht und bleibt damit deutschlandweit an dritter Stelle der meistbesuchten Einkaufsmeilen. Parallel gehen die Marktanteile des Online-Handels zurück und stabilisieren sich auf Vor-Corona-Niveau. Diese auf den ersten Blick eher positiven Impulse für den stationären Handel, und damit auch für eine Belebung der Innenstadt, haben sich nicht wie erhofft in einem signifikanten Anstieg der Einzelhandelsumsätze niedergeschlagen. Der Grund ist bekannt: In Zeiten wirtschaftspolitischer Instabilität hat sich Kaufzurückhaltung als Strategie unter den KundInnen und KonsumentInnen verbreitet, was eine dauerhafte Erholung der Branche bisher verhindert hat.

„Aus den heute veröffentlichten Zahlen geht dennoch hervor“, betont Präsident Ulrich Caspar, „dass der Handel aufgrund seiner Relevanz im bestehenden Branchenmix der Frankfurter Innenstadt nach wie vor herausragt. Mit 942 von 3.114 Unternehmen stellt der Handel die größte Anzahl an Unternehmen dar und trägt mit einem leicht steigenden Umsatz von ca. 1.290 Mio. € im Jahr 2023 zur Bruttowertschöpfung des innerstädtischen Wirtschaftsstandorts bei.“ Die Magnetfunktion des Handels kommt, gemessen an der Besucherzahl, im Vergleich mit den weiteren städtischen kulturellen und Freizeitnutzungen besonders zum Tragen. Nach der IFH-Passantenbefragung besuchen 71 % der Passanten die Frankfurter Innenstadt zum Einkaufsbummel.

„Die Pandemie und die jüngsten geopolitischen Entwicklungen haben die Arbeitswelt und das Einkaufsverhalten nachhaltig verändert. In dieser weiterhin herausfordernden Situation ist der innerstädtische Handel auf die Unterstützung der Politik angewiesen. Diese muss beste Bedingungen schaffen, damit die Menschen weiter die Innenstadt besuchen und einkaufen und Investoren bereit sind, auch weiterhin in den Standort zu investieren. Neben der Nutzungsmischung sollte eine Verbesserung der Attraktivität des Stadtzentrums erklärtes Ziel der Stadt Frankfurt sein“, so Caspar. „Im besonderen Fokus der Politik sollten daher die Gestaltung der innerstädtischen Plätze, vor allem der Hauptwache und deren B-Ebene, mehr Begrünung und die Erhöhung der Sicherheit stehen. Zudem sollte die Sauberkeit intensiv in den Blick genommen werden, denn die attraktiven Alternativen zur Frankfurter Innenstadt liegen in den Shoppingcentern rund um Frankfurt.“

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