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Letzte Aktualisierung: 12.08.2020

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Jüdisches Museum Frankfurt eröffnet im Oktober

von Ilse Romahn

(14.07.2020) Das Jüdische Museum Frankfurt wird am 21. Oktober nach rund fünf Jahren Bauzeit die Türen seines Neubaus und des sanierten Rothschild-Palais für die Besucher öffnen.

Das Atrium (
Foto: Stadt Frankfurt / Jüdisches Museum
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Das älteste Museum seiner Art in der Bundesrepublik wird dann über insgesamt 2000 Quadratmeter Ausstellungsfläche verfügen und die jüdische Geschichte Frankfurts von Aufklärung und Emanzipation bis zur Gegenwart in einer neuen Dauerausstellung mit neuen Schwerpunkten zeigen.

„Frankfurt erhält mit diesem Museumskomplex ein neues Zentrum für jüdische Geschichte und Gegenwart. Dass das Museum eine Neueröffnung am alten Ort und gleichzeitig neuer Adresse, dem Bertha-Pappenheim-Platz 1, feiern wird, ist etwas Außergewöhnliches“, sagt Kulturdezernentin Ina Hartwig. „Schon bald wird dieses neue Haus, das so gekonnt Geschichte und Tradition, den Bestandsbau des Palais, und die Gegenwart, den Lichtbau, verbindet, seine Türen für die Besucherinnen und Besucher öffnen. Trotz der Corona-Pandemie konnten die ausführenden Firmen den Zeitplan halten, so dass einer Eröffnung im Oktober nichts mehr im Wege steht.“

Mirjam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museums Frankfurt, erläutert: „Das Team des Jüdischen Museums bereitet seit Langem die Eröffnung des sanierten Rothschild-Palais mit einer Dauerausstellung auf drei Etagen sowie des Lichtbaus von staab Architekten mit Bibliothek, einem Deli, einem Museumsshop und der ersten Wechselausstellung ‚Die weibliche Seite Gottes‘ vor. Wir freuen uns darauf, unser neues Museum den Besucherinnen und Besuchern öffnen zu können.“

Das Museum in Frankfurt war das erste nach der Schoa in Deutschland errichtete jüdische Museum. Es wurde am 9. November 1988 im Rothschild-Palais eröffnet. 2015 beschloss die Stadt Frankfurt einen Erweiterungsbau, noch im Winter desselben Jahres begannen die Bauarbeiten. Die im Frühjahr angesetzte Eröffnung hatte sich verzögert, Gründe waren unter anderem Komplikationen bei den Restaurierungsmaßnahmen. Die neue Dauerausstellung auf 1400 Quadratmetern wird auf drei Etagen im sanierten Rothschild-Palais am Mainkai präsentiert. Der Erweiterungsbau bietet auf rund 600 Quadratmetern Raum für Wechselausstellungen. Die erste Wechselausstellung „Die weibliche Seite Gottes“ wird ab dem 23. Oktober öffentlich zugänglich sein.

Zwischen dem neuen Lichtbau und dem historischen Rothschild-Palais befindet sich ein neuer Museumsvorplatz, der sich zu den Frankfurter Wallanlagen hin öffnet. Er trägt seit 2019 den Namen Bertha-Pappenheim-Platz und ist die neue Adresse des Museums. An der Verbindung von Alt- und Neubau finden die Besucher eine elf Meter hohe Skulptur von Ariel Schlesinger, die aus zwei in Aluminium gegossenen Bäumen besteht, von denen der eine den anderen in der Baumkrone trägt. (ffm)