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Letzte Aktualisierung: 24.05.2024

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Jüdische Kunst in der Türkei

Ausstellung in den Römerhallen zeigt Werke türkisch-sephardischer Künstler

von Ilse Romahn

(05.06.2023) Vor über 500 Jahren wurden die Jüdinnen und Juden Spaniens vor eine unmögliche Wahl gestellt: Sie sollten entweder eine Zwangsbekehrung annehmen oder das Land verlassen. Andernfalls drohte ihnen das Pogrom. Viele von ihnen fanden im Osmanischen Reich ein neues Zuhause. Sie richteten sich ein. Sie bauten sich ein neues Leben auf. Und pflegten dabei die Traditionen ihrer Herkunft.

Blick in die Ausstellung
Foto: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Maik Reuß
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Diese Geschichte der Sepharden ist Thema einer Ausstellung in den Römerhallen, die Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg am Donnerstag, 1. Juni, eröffnet hat. „Sepharad – Spuren eines multikulturellen Erbes“ lautet der Titel der Schau, sie präsentiert eine Auswahl von mehr als 70 Fotografien, Collagen, Malerei, Keramik und Skulpturen von 30 türkisch-sephardischen Künstlerinnen und Künstlern. Veranstalter der Ausstellung sind das „Yunus Emre Enstitüsü“ in Berlin und das türkische Generalkonsulat in Frankfurt.

„Die Ausstellung passt zu unserer Stadt. Sie ist ein Zeugnis von Brücken quer über den Kontinent. Sie dokumentiert eindrücklich zeitgenössische künstlerische Auseinandersetzungen mit einem Erbe von Verfolgung, Trauma, Verbundenheit und hybrider Identitäten“, sagte Eskandari-Grünberg bei der Vernissage. „Auch wenn die Geschichte der Sepharden in der Türkei nicht frei von Gewalt, Ausbeutung und Unterdrückung war, gab es hier doch Phasen religiöser Freiheit, die ihnen in vielen europäischen Ländern verwehrt wurden.“

Das sephardische Leben in der Türkei brachte zahlreiche wundervolle kulturelle Blüten hervor. Die sephardischen Traditionen, ihre Kunst und ihre Sprache verbanden sich mit osmanischer Kultur. Dabei verloren sie jedoch nie ihre Eigenständigkeit. Insbesondere Istanbul wurde zu einem Zentrum für die sephardischen Gemeinden.

Die Ausstellung ist bis Mittwoch, 14. Juni, in den Römerhallen zu sehen. Der Eintritt ist frei. ( ffm)