Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 06.07.2020

Werbung
Werbung

ISG zeigt Kunstausstellung ‚Eberhard Steneberg: Zwischen allen Stühlen‘

von Ilse Romahn

(03.06.2020) Ab Mittwoch, 3. Juni, zeigt das Institut für Stadtgeschichte mit der Ausstellung „Eberhard Steneberg: Zwischen allen Stühlen“ eine Retrospektive der Werke des 1996 gestorbenen Frankfurter Malers aus der Sammlung Lambrette.

Rotunde (1958), Öl auf Hartfaser
Foto: Stadt Frankfurt / ISG / Dettmar
***

Seit über zehn Jahren präsentiert das Institut für Stadtgeschichte öffentlichkeitswirksam die Werke Frankfurter Künstler in musealem Rahmen. Die Bilder von Eberhard Steneberg werden bis zum 9. Mai 2021 in den Foyers des Karmeliterklosters zu sehen sein.

1914 in Weimar geboren, übersiedelte Steneberg 1947 in den Westen, wo er sich politische und geistige Freiheit für sein Schaffen erhoffte. 1951 ließ er sich in Frankfurt nieder und wirkte hier als freier Künstler und Kunsthistoriker. Mit seiner abstrakten Malerei orientierte sich Steneberg an Robert Delaunay und den Bauhauskünstlern, er nutzte Techniken von Lyonel Feininger – und schuf einen eigenen, faszinierenden Stil, mit leuchtenden Farben und einem Gegen- und Nebeneinander von unterschiedlichen Elementen.

Die Abstraktion schützte sein Oeuvre vor politischen oder ideologischen Zuschreibungen, aber unpolitisch war es nicht. So griff der Künstler die Spannungsverhältnisse auf, die das moderne Leben um ihn herum darbot. Insbesondere die Nordweststadt, wo er seit 1966 lebte und arbeitete, regte ihn zu zahlreichen Arbeiten an. Obwohl Steneberg das liberale Klima Frankfurts schätzte, verhielt er sich kritisch gegenüber den gesellschaftlichen Entwicklungen der Nachkriegszeit. So verschaffte er mitten im Kalten Krieg 1959 der Russischen Avantgarde mit einer aufsehenerregenden Ausstellung im Karmeliterkloster eine Bühne.

Als Künstler fand Steneberg zeit seines Lebens nicht das große Publikum, zu sehr saß er „zwischen allen Stühlen“. Die Ausstellung bietet Gelegenheit, den Frankfurter Künstler (erneut) zu entdecken.

Begleitprogramm zur Ausstellung
Am Montag, 31. August, gibt die Autorin Marian Stein-Steinfeld, Enkelin von Hanna Bekker vom Rath, mit einem Vortrag Einblicke in Stenebergs künstlerisches Wirken in Frankfurt. Der Vortrag beginnt um 18 Uhr im Refektorium und kostet 4 Euro, ermäßigt 3 Euro.

Zur Ausstellung werden regelmäßige Führungen mit dem Kunsthistoriker Pascal Heß angeboten, die 6 Euro (ermäßigt 3 Euro) kosten. Die erste Führung findet am Samstag, 27. Juni, um 13 Uhr statt. Weitere Führungen folgen am 24. Oktober, 5. Dezember, 20. Februar 2021 und 3. April 2021 jeweils um 15 Uhr. Es besteht auch die Möglichkeit individuell gebuchter Führungen.

Während der Corona-Pandemie kann es zu Änderungen kommen. Das Museum bittet darum, die jeweils aktuellen Hinweise auf seiner Homepage zu beachten.

Weitere Informationen unter gibt es unter http://www.stadtgeschichte-ffm.de  (ffm)