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Letzte Aktualisierung: 26.10.2020

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Internet-Knotenpunkt: Ist Frankfurt digital gut aufgestellt?

von Bernd Bauschmann

(29.05.2020) Als wichtiger Finanzstandort sollte Frankfurt eigentlich zu den Vorreitern beim Thema Digitalisierung gehören. Doch ist das wirklich so? Eine genaue Betrachtung zeigt: Einwohner und Wirtschaft sind in Frankfurt bereits sehr digital unterwegs. Doch beim Thema digitale Verwaltung tut die Stadt sich noch schwer. Wo genau liegen die Stärken und Schwächen - und wie digital ist Frankfurt wirklich?

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Wirtschaft digital unterwegs
Eines ist sicher: Die Frankfurter Wirtschaft ist bereits digital unterwegs. Schon im Jahr 2013 machte der Anteil von Server- und Rechenzentren in Frankfurt rund 20 Prozent des kompletten Strombedarfs aus. Vier Fünftel des deutschlandweiten Internet-Traffics werden über Frankfurt als Knotenpunkt abgewickelt. Inzwischen hat die Digitalisierung beinahe alle Bereiche der lokalen Wirtschaft erfasst, besonders wenn es um Märkte wie Entertainment geht: Kinos wie das CineStar Metropolis, das größte Kino der Stadt, mussten in den vergangenen Jahren umdenken und den Kinobesuch zu einem größeren Spektakel machen - immerhin sind Dienste wie Netflix und Prime Video eine starke Konkurrenz. Und der Kartenkauf vor dem Kinobesuch läuft inzwischen in den meisten Fällen vollständig digital ab.

Auch die vielen Spielhallen in der Stadt mussten sich, dank des Aufkommens von Online-Glücksspiel, auf einen veränderten Markt einstellen. Denn inzwischen dominieren Internet-Casinos die Szene und setzen alleine in Deutschland jährlich über eine Milliarde Euro um. Anbieter wie SlottyVegas.com haben den Vorteil, dass sie im Vergleich zu lokalen Anbietern eine größere Auswahl an Casinospielen wie Roulette, Slots und mehr anbieten können. Zudem ist der digitale Eintritt kostenlos, auch Kleiderordnungen sind am Smartphone nicht vonnöten.

Der Trend spiegelt sich auch in den Zahlen wider: Rund 66 Prozent der deutschen Unternehmen haben in den kommenden beiden Jahren konkrete Vorhaben zur Digitalisierung und nur noch neun Prozent der deutschen Betriebe sehen keinen Bedarf, sich stärker bei dem Thema zu engagieren. Unternehmen wie die IT Frankfurt GmbH, dataXpert oder die Efficy Deutschland GmbH zeigen jedoch, dass Digitalität die Zukunft ist.

Verwaltung nur langsam
Allerdings gibt es auch einen Bereich, in dem Frankfurt beim Thema Digitalisierung Nachholbedarf nachweist: die Verwaltung. Zuletzt sah man dies beispielsweise an der offiziellen Webseite der Stadt, die lange auf ihr neues Erscheinungsbild warten musste. Hier wird noch deutlich nachgebessert werden müssen - denn im Rahmen des Digitalisierungsprojekts sind Verwaltungen verpflichtet, alle Leistungen für Bürger über das Internet zugänglich zu machen. In diesem Segment hat Frankfurt noch deutlich aufzuholen, denn nur ein kleiner Teil der Verwaltung kann bislang digital erledigt werden.

Die Stadt hat inzwischen jedoch versprochen, in diesem Bereich rasche Fortschritte zu machen. So sagte der für IT zuständige Stadtrat Jan Schneider bei der European Digital Week im vergangenen Jahr, dass Frankfurt schon bald zur „Smart City“ werden würde und stellte klar: Die Digitalisierung macht die Stadt lebenswerter und soll in Zukunft immer mehr Bereiche umfassen. Die Zukunftsaussichten sind also vielversprechend - immerhin ist die Privatwirtschaft in der Stadt bereits vollständig digital und modern unterwegs.

Fazit
Frankfurt ist der womöglich wichtigste IT-Knotenpunkt in Deutschland und der digitale Markt wird immer signifikanter für die Stadt. Während Einwohner und Unternehmen aber schon seit langem fortschrittlich denken, hinkt die Stadtverwaltung hinterher. Es bleibt zu hoffen, dass Frankfurt seinen Status als IT-Vorreiter weiter ausbauen kann - egal, ob beim Thema Unterhaltung oder in der Verwaltung.