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Letzte Aktualisierung: 29.07.2021

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Internationales Symposium zur jüdischen Diaspora

von Ilse Romahn

(19.03.2021) Das Jüdische Museum Frankfurt veranstaltet mit ,Zwischenzeiten‘ ein internationales Symposium zur jüdischen Diaspora in Europa.

Im Rahmen des Jubiläumsjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ veranstaltet das Jüdische Museum am Sonntag, 21., und Montag, 22. März, ein internationales Symposium zur jüdischen Gegenwart in Europa.

Die Vorträge und Podiumsgespräche reflektieren die paradoxalen Entwicklungen der letzten Jahre: Auf der einen Seite ist jüdisches Leben zunehmend bedroht und die Mitgliedszahlen in den Jüdischen Gemeinden gehen europaweit zurück. Auf der anderen Seite artikulieren mehr und mehr junge Jüdinnen und Juden ihr Jüdischsein selbstbewusst in der Öffentlichkeit und sorgen so dafür, dass die Pluralität jüdischer Stimmen in Europa immer sichtbarer wird.

Mit dem eineinhalbtägigen Symposium möchte das Jüdische Museum Frankfurt zu einer differenzierten Diskussion über die aktuelle Situation von Jüdinnen und Juden beitragen und wissenschaftliche Diskurse mit Reflexionen über gesellschaftspolitische Entwicklungen verbinden. Das Symposium dient als eine Plattform für verschiedene Perspektiven und Visionen, die einem zukünftigen Zusammenleben und einer jüdischen Zukunft in Europa den Weg bahnen sollen.

Den Auftakt am Sonntagnachmittag bilden die Vorträge von Diane Pinto und Bernard Wasserstein, die entgegengesetzte Einschätzungen der Situation in Europa vornehmen und von Michael Brenner und Alfred Bodenheimer kommentiert werden. In der darauffolgenden Abendveranstaltung unterhalten sich Doron Rabinovici und Fania Oz-Salzberger darüber, inwieweit die jüdische Gegenwart in Europa einer Zwischenzeit gleicht. Am Montagmorgen erörtern Museumskuratorinnen, wie sie die Gegenwart sammeln und bewahren, und Museumsdirektorinnen und -direktoren, was das Verhältnis Jüdischer Museen zur jüdischen Gegenwart ist. Die darauf folgende Paneldiskussion widmet sich mit Vorträgen von Grégor Puppinck und Yohan Benizri den rechtlichen Rahmenbedingungen für jüdisches Leben in Europa und thematisiert die sich abzeichnenden Veränderungen.

Zum Auftakt des letzten Panels am Montagnachmittag skizziert Michel Friedman, was die Voraussetzungen für eine selbstbestimmte jüdische Zukunft sind, über deren Formen sich anschließend jüdische Autorinnen und Autoren aus verschiedenen europäischen Ländern unterhalten.

Das Symposium findet in Kooperation mit der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ ausschließlich online und in englischer Sprache statt.

Weitere Informationen wie auch den Livestream finden sich auf der Website http://www.transitions.juedischesmuseum.de im Internet. (ffm)