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Letzte Aktualisierung: 03.12.2020

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Guter Schlaf ist ein Immun-Booster

Chefarzt und Schlaf-Coach Dr. Martin Schlott sieht Nachtruhe als Prävention

von Ilse Romahn

(20.11.2020) Von Vitaminen bis zur Lebensfreude: Es gibt vieles, was zur Prävention von Krankheiten beiträgt. Eher wenig beleuchtet wird die Rolle, die ein guter Schlaf dabei spielt.

Wenn es nach dem Schlaf-Coach und Chefarzt Anästhesie Dr. Martin Schlott geht, sollte sich das ändern: „Gerade jetzt zu Beginn der Erkältungs- und Grippezeit sowie natürlich wegen der Corona-Pandemie ist eine erholsame Nachtruhe enorm wichtig für die Stärkung des Immunsystems.“

Schlott bezeichnet sich selbst als leidenschaftlichen Schläfer. Als Schlaf-Coach verhilft er seinen Klienten zu einer ähnlichen Passion, die zu einer effektiven nächtlichen Regeneration führe. Wie gut oder wie schlecht jemand schlafe, das sei keinesfalls angeboren, sondern abhängig vom Verhalten. Weil es dafür einiges an Wissen brauche, vermittelt Schlott sein Know-how als Keynote-Speaker, in Seminaren und Coachings.

Wider Krankheitserreger und Tumorzellen
Zu diesem Wissen gehört auch, was der erholsame Schlaf fürs Immunsystem leistet. Klar wird das, wenn man Schlafmangel untersucht. Schlott nennt als Folgen eine verminderte Aktivität der Immunzellen sowie diverser Signal- und Botenstoffe. Das macht anfälliger für Infekte und kann auch die Entstehung von Tumoren begünstigen. 

Zahlen einer Studie des Forschers Michael Irwin aus Los Angeles untermauern diese Ansicht: Danach haben Männer, die nur vier Stunden schlafen, 70 Prozent weniger Killerzellen im Blut als Männer, die acht Stunden schlafen. Die Killerzellen greifen vor allem an, was sie als Fremdkörper identifizieren, etwa Krankheitserreger wie Bakterien und Viren oder auch Tumorzellen. 

Zu beachten ist zudem das Melatonin, das oft Schlafhormon genannt wird und dessen Spiegel bei gutem Schlaf steigt. Es ist aktiv als Radikalfänger und fungiert darüber hinaus als Antioxidans, bindet sich also an Sauerstoff- und Stickstoffradikale, so dass diese keine Zellen schädigen können.

Auch die Bildung von Antikörpern – gerade stark diskutiert – kann offenbar von der Schlafdauer abhängen. So bewies eine Studie, dass nur vier Stunden Schlaf pro Tag in der Woche vor einer Grippeschutzimpfung die Immunreaktion des Körpers im Vergleich zu sieben bis neun Stunden Schlaf um die Hälfte reduziert.

Schlaf fördert Arbeit von Abwehrzellen
Eine aktuelle Untersuchung von Forschern der Universitäten Lübeck und Tübingen liefert Details: Schlaf unterstützt danach die Arbeit von T-Zellen, also bestimmten Abwehrzellen, die das Immungedächtnis bilden. Dagegen beeinträchtigt Schlafmangel das Immunsystem. Festgestellt wurde das mit Blutuntersuchungen bei Probanden mit und ohne Schlafentzug.

Diese Ergebnisse seien auch im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 wichtig, kommentiert Schlott. So hätten Wissenschaftler herausgefunden, dass die Konzentration der durch eine Infektion gebildeten T-Zellen anders als die der spezifischen Antikörper kaum abnehme. „Schlaf fördert offenbar die Effizienz der T-Zellen“, so Schlott. Es sei daher in der Pandemie noch relevanter als sonst, auf einen guten Schlaf zu achten.

Dr. Martin Schlott aus Bad Tölz ist Schlaf-Experte und Chefarzt Anästhesie. Er kombiniert fundierte medizinische Kenntnisse mit den neuesten Ergebnissen der Forschung zum Thema Schlafen und zu wirkungsvollen mentalen Techniken. Als Schlaf-Coach und Keynote-Speaker spricht Schlott insbesondere High Performer, Unternehmer und Führungskräfte, Spitzensportler und Politiker an und unterstützt sie auf ihrem Erfolgsweg.