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Letzte Aktualisierung: 30.09.2022

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Frankfurt LAB Residenzprogramm Frankfurt Moves

von Ilse Romahn

(08.08.2022) Mit dem Ziel multidisziplinäre zeitgenössische Kunstproduktion zu stärken, kreative Nachwuchstalente individuell zu fördern und interkulturellen Austausch anzuregen ist das Residenzprogramm Frankfurt Moves ins Leben gerufen worden. Initiiert von der KfW Stiftung in Kooperation mit dem Frankfurt LAB wurden 2021 vier Residenzen an vielversprechende Künstlerinnen und Künstler aus dem Libanon vergeben, die ihre Neuproduktionen im Rahmen des Festival This Is Not Lebanon präsentierten.

Bildergalerie
Carla Tapparo
Foto: Florencia LaFuente
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Femi Adebajo + Emmanuel Ndefo
Foto: Heidi Seppala
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Stephanie Kayal & Abed Kobeissy
Foto: Tareck Raffoul
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2022 ist es gelungen, das Residenzprogramm Frankfurt Move! noch internationaler aufzustellen und so einen Betrag zur Diversität der Kulturlandschaft in Frankfurt am Main zu leisten. Im Rahmen eines Open-Call sind hunderte Bewerbungen aus 50 Ländern – von Argentinien bis Zimbabwe – eingereicht worden. Die große Anzahl an überaus qualifizierten Bewerbungen macht deutlich, wie dringend in den Darstellenden Künsten Raum zum Arbeiten benötigt wird und wie brennend das Bedürfnis nach künstlerischem Austausch ist.

Eine Expertenjury wählte aus den Einreichungen vier Künstler-Teams aus drei Kontinenten aus. Folgende Künstler werden bis 19. August Frankfurt am Main bereichern: Carla Tapparo, Argentinien; Stephanie Kayal & Abed Kobeissy, Libanon; Emmanuel Ndefo & Femi Adebajo, Nigeria; Manjari Kaul, Savita Rani & Priiya, Indien.

Die interdisziplinäre Performancekünstlerin Carla Tapparo aus Argentinien verbindet in „Gnathost-o-mata“ mix-culture, wie Raves und Dj-ing, mit Erzähltechniken, um neue Bedeutungen und Erfahrungen zu schaffen. Dabei interessiert sie die Beziehung zum individuellen und kollektiven Körper. Mit Körpern beschäftigen sich auch die Tänzer und Choreografen Emmanuel Ndefo und Femi Adebajo aus Nigeria. In „Traces of Ecstasy“ untersuchen sie männliche Verletzlichkeiten und Intimität. Tänzerin und Choreografin Stephanie Kayal hat sich mit dem Musiker und Komponisten Abed Kobeissy zusammengetan, um sich mit „Galactic Crush“ an den physischen und psychologischen Verletzungen der letzten Jahre im Libanon als sci-fi Antiheldin zu rächen. Das feministische Theaterkollektiv um Regisseurin Manjari Kaul aus Indien wird „Firefly Women“ weiterentwickeln. Das Theaterstück basiert auf den Briefen zweier Frauen aus dem Gefängnis, wo sie aufgrund drakonischer und frauenfeindlicher Gesetzgebung inhaftiert sind.

Die KfW Stiftung und das Frankfurt LAB gratulieren den ausgewählten Künstlern und freuen sich auf die Begegnung und den Austausch in Frankfurt. Einen Einblick in die Ergebnisse der Residenzen bietet eine Werkstattpräsentation am 18.8.2022 im Frankfurt LAB.

Frankfurt LAB Residenzprogramm
Herzensanliegen des Frankfurt LAB ist es, Nachwuchskünstlern Raum und Zeit für die (Weiter-)entwicklung von künstlerischen Arbeiten zu geben und nachhaltige Synergien zwischen Residenzkünstlern und den LAB-Partnerinstitutionen (Dresden Frankfurt Dance Company, Ensemble Modern, Hessische Theaterakademie, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt und Künstlerhaus Mousonturm) zu schaffen. Einen wichtigen Beitrag leistet dazu das Frankfurt LAB Residenzprogramm. In Zusammenarbeit mit der KfW Stiftung ist es gelungen, das Residenzprogramm Frankfurt Moves! internationaler aufzustellen und so einen Betrag zur Diversität der Kulturlandschaft in Frankfurt am Main zu leisten.

Die KfW Stiftung ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung, die im Oktober 2012 gegründet wurde. Die Förderung kultureller Vielfalt im Bereich Kunst und Kultur ist eine ihrer obersten Prioritäten. Über das Programm Kunst und Kultur schafft sie verschiedene Plattformen für internationale zeitgenössische Kunst. Weitere Tätigkeitsbereiche der KfW Stiftung sind Verantwortliches Unternehmertum, Gesellschaft und Ökologie. Damit schließt sich die KfW Stiftung thematisch an den Förderauftrag ihrer Stifterin, der KfW Bankengruppe, an.

2022 wurde Frankfurt Moves! erstmals in einem Open-Call international ausgeschrieben, mit dem Ziel multidisziplinäre zeitgenössische Kunstproduktion zu stärken, kreative Nachwuchstalente individuell zu fördern und interkulturellen Austausch anzuregen. Vier Residenzkünstler sind eingeladen, bis 19. August 2022 in den professionellen Spielstätten des Frankfurt LAB zu arbeiten. Sie erhalten darüber hinaus ein Honorar, Dokumentations-, Reise- und Übernachtungskosten sowie eine dramaturgische Begleitung und die Möglichkeit der Vernetzung mit Kulturschaffenden aus dem Rhein-Main-Gebiet. Bewerben konnten sich aufstrebende Künstlerinnen und Künstler, die in den Darstellenden Künsten arbeiten und in Afrika, Asien, Lateinamerika oder der MENA-Region ausgebildet wurden.

Mit 260 Bewerbungen (davon 14 unvollständig oder unzulässig) aus 50 Ländern – von Argentinien bis Zimbabwe – war die Rückmeldung überwältigend. Dabei war die Anzahl an Bewerbungen von männlichen und weiblichen Künstlern nahezu gleich hoch. Künstler aus den Bereichen Theater, Performance, Musik, Installation und zeitgenössischer Tanz reichten eine große Bandbreite an Projektideen ein: von ersten Recherchen bis zu kompletten Bühnenstücken, von Soloperformances bis großen partizipativen Projekten, von reinen Tanzstücken bis zu interdisziplinären Arbeiten.

Frankfurt Moves! ist eine Initiative der KfW Stiftung in Kooperation mit dem Frankfurt LAB zur Förderung internationaler aufstrebender Künstler im Bereich Darstellende Künste.