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Letzte Aktualisierung: 29.07.2021

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Frankfurt begeht zum fünften Mal den Anne-Frank-Tag

von Ilse Romahn

(10.06.2021) Auch in diesem Jahr bietet der Anne-Frank-Tag der Stadt Frankfurt ein umfangreiches Programm. Dieses Mal steht das Thema „Familie“ im Mittelpunkt: Am Sonntag, 13. Juni, laden zahlreiche Veranstaltungen, Workshops und Ausstellungen dazu ein, sich auf unterschiedliche Weise mit dem Thema „Familie“ auseinander zu setzen – und auch kritische Fragen zu stellen.

Der von der Stadt Frankfurt und der Bildungsstätte Anne Frank gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartnern ausgerichtete Anne Frank Tag lädt zum fünften Mal dazu ein, in der Geburtsstadt von Anne, rund um ihren Geburtstag, dem 12. Juni 1929, an sie und ihre Geschichte zu erinnern.

Seit 2017 ermöglicht der Anne-Frank-Tag nicht nur ein Kennenlernen der Geschichte Anne Franks, sondern auch die Möglichkeit, sich mit gegenwärtigem Antisemitismus und anderen Formen von Diskriminierung auseinanderzusetzen. Auch im zweiten Jahr der Pandemie finden zahlreiche Veranstaltungen statt – in Präsenz wie digital. Zudem gibt es von 10.30 Uhr bis 20.00 Uhr einen ganztätigen Live-Stream aller Veranstaltungen.

Integrations- und Bildungsdezernentin Sylvia Weber sagt: „Ich freue mich sehr, dass der Anne-Frank-Tag auch in diesem Jahr der Corona-Pandemie trotzt und ein so umfangreiches Programm für alle Frankfurter auf die Beine stellt. Antisemitismus ist in weiten Teilen der Gesellschaft verankert. Von direkten antisemitischen Äußerungen über versteckte Codes und Chiffren. Dem müssen wir als Gesellschaft und als Stadt Frankfurt entgegenwirken. Deshalb bietet der Anne-Frank-Tag in diesem Jahr erneut ein breites Programm: von Aktionen für junge Kinder bis hin zu Veranstaltungen für Erwachsene. Alle gesellschaftlichen Gruppen sollen angesprochen werden. Ich danke allen Beteiligten und Kooperationspartnern für ihr Engagement und diese wichtige Arbeit.“

Unter dem diesjährigen Motto „Habe ich dir eigentlich schon mal was von unserer Familie erzählt?“ stellt der Anne-Frank-Tag 2021 das Thema „Familie“ in den Mittelpunkt.

„Anne Frank wuchs in einer Familie auf, in der kulturelle Bildung selbstverständlich war, Kinder kreative Freiräume genossen und zu einem respektvollen Umgang angehalten wurden. In ihrem Tagebuch spielen nicht nur ihre Familienmitglieder, sondern auch die Werte eine zentrale Rolle, die in der aus Frankfurt stammenden, europäischen Familie selbstverständlich waren. Das Familie Frank Zentrum im neuen Jüdischen Museum stellt diese Familiengeschichte anhand von Gegenständen und Objekten aus dem Familienbesitz dar“, führt Prof. Mirjam Wenzel, die Direktorin des Jüdischen Museums, aus und ergänzt: „Wir laden die Öffentlichkeit und insbesondere Familien am diesjährigen Anne Frank Tag bei freiem Eintritt ins Museum ein, diese Familiengeschichte näher kennen zu lernen.“

Der Anne Frank Tag 2021 thematisiert neben der Familiengeschichte der Franks in zahlreichen (digitalen) Veranstaltungen, Online-Workshops und Ausstellungen die Bedeutung von Familie und familiärer Räume in einer zunehmend diversen Gesellschaft. Auch problematische gesellschaftliche Dynamiken wie Geschichtsrevisionismus und die Instrumentalisierung von Anne Frank und ihrer Familiengeschichte in Zeiten von Corona sollen beim Anne Frank Tag zur Sprache kommen, betont Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank:

„Die Figur Anne Frank ermöglicht es allen Generationen auf einzigartige Weise, sich empathisch mit Anne Frank in Beziehung zu setzen, junge und alte Menschen finden in ihrer Biographie und ihren Texten Anknüpfungspunkte für eigenes Erleben. Wir müssen aber klare Grenzen aufzeigen, wenn die Verfolgungsgeschichte von Anne Frank und ihrer Familie für politische Zwecke missbraucht wird: Die Grenzen der Identifikation mit Anne Frank sind etwa dann überschritten, wenn die Corona-Maßnahmen mit der Situation der Familie im Versteck vor den Nationalsozialisten verglichen werden“ sagt Mendel.

Veranstaltet wird der Anne Frank-Tag von der Stadt Frankfurt am Main in Kooperation mit der Bildungsstätte Anne Frank. Getragen wird das Programm von zahlreichen Institutionen, darunter das Jüdische Museum, die Jüdische Gemeinde, der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Frankfurter Jugendring, der Förderverein zur Errichtung einer Gedenk- und Bildungsstätte KZ-Katzbach, der Rat der Religionen Frankfurt und SCHLAU Frankfurt. Das Journal Frankfurt, die Frankfurter Rundschau und hr iNFO unterstützen den Anne Frank-Tag als Medienpartner.

Weitere Informationen gibt es unter http://www.bs-anne-frank.de/annefranktagffm im Internet. (ffm)