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Letzte Aktualisierung: 30.09.2020

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Eigene Gleise für die S6: Die ersten 2,5 Kilometer sind geschafft

von Ilse Romahn

(12.08.2020) Der Bau der neuen S-Bahn-Gleise zwischen Frankfurt (Main) West und Bad Vilbel geht voran: Ab Montag, den 17. August. fahren die Züge auf einem zweieinhalb Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Eschersheim und Frankfurt (Main) West nicht mehr auf dem alten, sondern bereits auf einem neu gebauten, zusätzlichen Gleis.

Das erste der beiden bestehenden Gleise kann so außer Betrieb genommen und umgebaut werden, damit Platz für den neuen Haltepunkt Ginnheim entsteht, während gleichzeitig mit dem Bau des vierten Gleises begonnen wird.

Aufgrund der beengten Platzverhältnisse entlang der Bahnstrecke und um den laufenden Bahnbetrieb so wenig wie möglich zu beeinträchtigen, verläuft nahezu der gesamte viergleisige Streckenausbau in solchen Teilschritten. Schließlich werden die neuen Gleise nicht nur auf engem Raum inmitten der Großstadt errichtet, sondern auch bei vollem Zugbetrieb. Die Strecke wird weiterhin täglich von rund 300 Züge befahren. Streckensperrungen wie derzeit an den Sommerferienwochenenden sollen die Ausnahme bleiben. Allein für den 2,5 Kilometer langen neuen Gleisabschnitt wurden 25.000 Kubikmeter Erdmaterial, 10.140 Tonnen Schotter, 5.200 Meter Schienen und 4.334 Bahnschwellen verbaut.

Ein weiterer aktueller Schwerpunkt der Bauarbeiten für den Ausbau der Bahnstrecke liegt zwischen dem Frankfurter Berg und Berkersheim. Hier wird auf einer Länge von rund 1.000 Metern der Bahndamm verbreitert. Die hierfür benötigte Erde wird nicht mehr wie zunächst geplant mit dem Lkw, sondern nachts mit dem Zug angeliefert. Bis zu 10.000 Lkw-Fahrten durch die Wohngebiete können so insgesamt eingespart und die Anwohner entlastet werden.

Voran geht es auch in Bad Vilbel. Dort wird derzeit die Eisenbahnüberführung Homburger Straße fertig gestellt. Außerdem entstehen sowohl in der Bad Vilbeler Innenstadt als auch an der B3 zwischen Berkersheim und Bad Vilbel Stützwände für den neuen, verbreiterten Bahndamm. Fast fertig gestellt sind zudem zwei Einschnitte für die neuen Gleise zwischen Eschersheim und Bad Vilbel. Auch die Oberleitung zwischen dem Frankfurter Berg und Bad Vilbel sowie im Bahnhof Bad Vilbel ist schon nahezu vollständig erneuert.

Als nächster großer Arbeitsschritt steht in den nächsten Monaten der Bau von Stützwänden in Eschersheim an. Außerdem werden die Bahndämme in Bad Vilbel und Ginnheim verbreitet. Die Gesamtinbetriebnahme der neuen Gleise für die S6 auf einer Gesamtlänge von 13 Kilometern ist für Ende 2023 vorgesehen. Getrennt von den Fernverkehrs- und Regionalzüge auf eigenen Gleisen fährt die S-Bahn dann nicht nur pünktlicher, sondern auch in einem regelmäßigen 15-Minuten-Takt.

Gerd-Dietrich Bolte, Leiter Großprojekte Mitte, DB Netz AG: „Wir sind froh, dass wir mit dem Bau der S6 so gut vorankommen. Insbesondere da wir in den Stadtgebieten von Frankfurt und Bad Vilbel in einem sehr anspruchsvollen Baufeld unterwegs sind. Wir haben uns das Ziel gesetzt, die Anwohner so wenig zu belasten wie es bei einer Baustelle dieser Größenordnung möglich ist. Die Einsparung der rund 10.000 Lkw-Fahrten sind hierfür ein gutes Beispiel.“

"Der Bau der eigenen S-Bahn-Gleise verbessert nicht nur die Kapazität und das Angebot der S6, sondern auch im Regional- und Fernverkehr auf dieser Strecke. Das Projekt ist damit wichtiger Baustein der Verkehrswende in Hessen. Als Land Hessen beteiligen wir uns finanziell, indem wir die Planungskosten vollständig und die Baukosten zu fast einem Drittel übernehmen. Den restlichen Teil steuern die Anliegergemeinden und vor allem der Bund bei. Die Inbetriebnahme dieses ersten neuen Gleisabschnitts auf der S6 zeigt: Hier im Ballungsraum Frankfurt kommen wir weiter voran mit dem Ausbau der umwelt- und klimafreundlichen Mobilität", so Jens Deutschendorf, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie.

Prof. Knut Ringat, Sprecher der Geschäftsführung des Rhein-Main-Verkehrsverbunds: „Mobilitätswende setzt ausreichende Infrastruktur voraus. Mit eigenen Gleisen für S6 gibt es endlich einen einheitlichen 15-Minutentakt, die S-Bahnstation Ginnhein kann kommen und wir können mehr Regionalzüge nach Mittelhessen anbieten.“

Stadtrat Klaus Oesterling, Verkehrsdezernent der Stadt Frankfurt am Main: „Die Inbetriebnahme der ersten 2,5 Kilometer ist ein wichtiger Schritt zur Fertigstellung der Gesamtbaumaßnahme. Damit findet eine jahrzehntelange Auseinandersetzung ihren Abschluss. Nach dem Ausbau werden wir die dringend notwendigen zusätzlichen Züge zwischen Mittelhessen bzw. der Wetterau und Frankfurt einsetzen können.“
 
 www.s6-frankfurt-friedberg.de
 
Das Projekt „Eigene Gleise für die S6“ ist Teil des Infrastrukturentwicklungsprogramms Frankfurt RheinMainplus, das gemeinsam von Bund, Land Hessen, Stadt Frankfurt am Main, Rhein-Main-Verkehrsverbund und DB AG vorangetrieben wird.
 
www.frmplus.de