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Letzte Aktualisierung: 24.04.2024

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Der "Bundestag des deutschen Geistes": Von der Paulskirche zum Hochstift

Freitags um vier im Gartensaal. Eingang Großer Hirschgraben 21

von Ilse Romahn

(17.05.2023) Das „Freie Deutsche Hochstift für Wissenschaften, Künste und allgemeine Bildung“ wurde 1859 zu den Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag Friedrich Schillers gegründet. Und schon der Name wies auf die politischen Kämpfe der Jahre 1848/49 hin.

Gründungswappen des Freien Deutschen Hochstifts, 1859
Foto: Freies Deutsches Hochstift
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Frei und deutsch sollte die Vereinigung sein, frei von jeglicher staatlichen Abhängigkeit, eine Pflegestätte der geistigen Einheit, die, aller staatlichen Zersplitterung zum Trotz, gesamtdeutschen Geist und Bildung für alle fördern und verkörpern sollte. Otto Volger, der Initiator der Vereinsgründung, hatte sich schon als Student in Göttingen 1848 politisch als Vorsitzender des „Demokratischen Klubs“ engagiert und musste nach dem Scheitern der Revolution im Mai 1849 erst einmal als Lehrer ins Schweizer Exil gehen. Für ihn war in Frankfurt am Main, die Stadt der ersten deutschen Nationalversammlung, der richtige Ort, um eine gesamtdeutsche, freie Akademie zu gründen. Sein Verein sollte im Geistigen fördern, was im Politischen misslungen war und einen „Bundestag des Deutschen Geistes“ begründen – unter den Farben Schwarz-Rot-Gold.

Dr. Joachim Seng, Leiter der Bibliothek und des Haus-Archivs, erzählt über die Gründung des Hochstifts und die Freundschaften Volgers mit den Dichtern Georg Herwegh und Karl Gutzkow sowie mit Carl Friedrich Loening, den Heine „unseres Jungen Deutschlands Buchhändler“ nannte und der einer von sieben Gründungsmitgliedern jüdischer Herkunft war.

Eintritt 5 € zuzüglich Museumseintritt. Begrenzte Teilnehmerzahl. Karten vorab an der Museumskasse erhältlich.

Informationen www.freies-deutsches-hochstift.de