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Letzte Aktualisierung: 27.05.2020

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Dependance für Weltkulturen Museum

Kultur zieht in Hochhausprojekt „Neue Mainzer Straße 57-59“ ein

von Karl-Heinz Stier

(14.05.2020) Planungsdezernent Mike Josef und Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig schwärmten unter Einbeziehung mit der künftigen Dependance des Weltkulturen Museums von einer neu entstehenden „Kulturmeile“ entlang der historischen Wallanlagen.

Bildergalerie
Animation des Hochhausprojektes in der Neuen Mainzer Straße
Foto: KSP Jürgen Engel Architekten , Foto: luminousfields
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Erläuterungen zu dem 15 Jahre mietfreien Objekt der Helaba gaben von links nach rechts: Christian Schmid von der Helaba, Planungsdezernent Mike Josef, Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig
Foto: Karl-Heinz Stier
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Ausgehend vom Jüdischen Museum über die Städtischen Bühnen, dem English Theatre und Tower MKK bis hin zur Alten Oper erstrecke sich schon heute ein innerstädtisches Kulturangebot, das kontinuierlich weiterentwickelt werde.

Eigentümerin der „Neuen Mainzer Straße 57-59“ ist die Helaba, die hier ein Hochhaus mit 53 Obergeschossen und 4 bis 5 Tiefgaragen errichten will. „Mit dem Entwurf ist ein großer Wurfe gelungen“, betonte Mike Josef. Es werde das Bankenviertel auflockern und einen Austausch des Publikums zur Folge haben. Christian Schmid, Mitglied des Vorstandes der Helaba, bezeichnete die positiv beschiedene Bauvoranfrage als einen erfreulichen und wesentlichen Meilenstein für ein lebendiges Nutzungsmix, das einen Brückenschlag zwischen Historie und Moderne schlägt. Das jetzige Gebäude sei trotz 20jähriger Nutzung noch sehr gepflegt und attraktiv. Es werde die Fassade im Original erhalten bleiben, auch die Rotunde als Blickfang bleibe weiterhin Bestandteil. Vorgesehen sind 66 000 Quadratmeter Bürofläche. Im Erdgeschoss wird auch ein Café eingerichtet.

Das Weltkulturen Museum soll im historischen Altbau des Hochhausprojekts im 4. Obergeschoss in einer Größenordnung von 900 Quadratmetern untergebracht werden. Damit erhält es die Möglichkeit, seine Sammlung in einem größeren Umfang als bisher präsentieren zu können. Aufgrund räumlicher und technischer Einschränkungen konnte in den drei Stammhäusern am Schaumainkai in Frankfurt-Sachsenhausen bislang nur ein Bruchteil davon ausgestellt werden.

Die museale Nutzung Neue Mainzer Straße 57-59 läuft mietfrei über 15 Jahre. Für das Hochhausvorhaben der Helaba liegt bereits eine positiv beschiedene Bauvoranfrage vor. Insgesamt umfasst das Weltkulturen Museum rund 65 000 ethnografische Objekte aus Ozeanien, Afrika, Südostasien sowie Nord-, Mittel- und Südamerika.

Kulturdezernentin Dr. Hartwig erinnerte an frühere Bemühungen für eine Erweiterung des Museums, die bereits von Hilmar Hoffmann dringend gefordert wurden, aber stets an Sparmaßnahmen gescheitert waren. „Mit dem jetzigen tollen Hochhausentwurf und dem Museum ist das heutige Ergebnis ein kultureller wie städtebaulicher Gewinn für Frankfurt.“

Es gehe aber nicht nur um die Erweiterung der Fläche, sondern auch um die Form der Ausstellung. Dabei nannte sie das Weltkulturlabor, das sich insbesondere der gesellschaftspolitischen Diskussionen öffnen wolle, zum Experimentieren einlade und dabei zusätzliche Besuchergruppen anspreche.