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Letzte Aktualisierung: 01.02.2023

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Cybersicherheit: Schwachstellen im System

Informatikprofessorin Haya Shulman spricht im neuen UniReport über die Gefahren von Cyberangriffen

von Adolf Albus

(09.12.2022) Auch der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat die Diskussion um mögliche Gefahren von Cyberattacken auf die kritische Infrastruktur westlicher Länder befeuert: Sind die Netze ausreichend geschützt? Welche Technologien müssen entwickelt werden? Wie kann man nicht-vertrauenswürdige Produkte künftig vermeiden? Und wie sieht es mit der Sicherheit von Hochschulen aus?

Die Informatikerin Prof. Haya Shulman, seit letztem Jahr mit einer LOEWE-Spitzenprofessur an der Goethe-Universität tätig, erforscht mit ihrem Team die Schwachstellen in einem System: „Diejenigen, die eine Struktur aufbauen, müssen darüber nachdenken, dass und wie es funktioniert. Wer sich mit IT-Sicherheit beschäftigt, ob als Hacker oder als Verteidiger, muss im Gegensatz dazu darüber nachdenken, was schiefgehen kann“, erklärt sie im Gespräch mit dem UniReport. Für die Cyberabwehr sei nicht nur die Entwicklung neuer Technologien notwendig; man müsse ebenfalls die damit verbundenen rechtlichen und politischen Fragen im Auge behalten. Hochschulen, so Shulman, seien als Organisationen besonders gefährdet, gerade wegen sehr heterogener Nutzergruppen. Mitarbeitende und Studierende müssten noch stärker für die Gefahren sensibilisiert und entsprechend geschult werden.

Die Erforschung von Cybersicherheit, sagt Haya Shulman, benötige Interdisziplinarität; diese sei auf hervorragende Weise mit der Zusammenarbeit von Goethe-Universität und dem Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT gewährleistet. Shulman ist zugleich auch Leiterin der Abteilung Cybersecurity Analytics and Defences (CAD) am Fraunhofer SIT. Ebenfalls koordiniert sie einen Forschungsbereich am Nationalen Forschungszentrum für Angewandte Cybersicherheit ATHENE. Die Goethe-Universität ist kürzlich dem Forschungszentrum beigetreten, Haya Shulman wird die Goethe-Universität im ATHENE-Board vertreten.