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Letzte Aktualisierung: 28.09.2021

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Bei Long-COVID wieder auf die Füße kommen

Am 8. September war Welttag der Physiotherapie

von Janna von Greiffenstern

(10.09.2021) Am 8. September iwar Welttag der Physiotherapie (PT), in diesem Jahr mit Fokus auf der Behandlung von Patienten mit einem Long-COVID-Syndrom. Die neurologische Frührehabilitation-Station im SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg sowie die Ambulanz für Physiotherapie am Campus der SRH Hochschule Heidelberg bieten den Betroffenen passgenaue Unterstützung.

Nichts geht mehr, selbst das Laufen fällt schwer – Long-COVID-Betroffene müssen häufig die einfachsten Bewegungen wieder neu erlernen und trainieren. Auch Rüdiger F. ging es so. Der 77-Jährige kam nach seiner Virus-Erkrankung an die neurologische Frührehabilitation-Station im SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg und fand hier Unterstützung: „Heute kann ich selbständig ein paar Schritte gehen und bin den Therapeuten und dem gesamten Team sehr dankbar für alle Unterstützung, die es mir ermöglicht hat wieder zu laufen. Wenn ich nach Hause komme, möchte ich mein Leben weiter mit meiner Frau genießen“, so Rüdiger F.

Weiterführende physiotherapeutische Rehabilitationsmaßnahmen werden auch in den Physiotherapie-Ambulanzen am SRH-Campus angeboten. Hier lernen nicht nur die Studierenden der SRH Hochschule Heidelberg das physiotherapeutische „Handwerk“ auf wissenschaftliche und praktische Art und Weise, sondern hier können Patienten mit jeglichen Bewegungseinschränkungen ihre körperliche und psychische Belastbarkeit steigern – und auch ihre Lebensqualität nach einer COVID-19-Erkrankung verbessern.

Bereits seit 2009 wird der Internationale PT-Tag als Gelegenheit genutzt, um auf die Bedeutung dieser Therapieform für die Gesellschaft aufmerksam zu machen. Dabei haben physiotherapeutische Behandlungsansätze eine lange Geschichte und gehen bis weit in die Antike zurück. Erste Aufzeichnungen finden sich bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. Um 1900 wurde die „Kieler Lehranstalt für Heilgymnastik“ als erste anerkannte „Physiotherapie-Schule“ gegründet. 1994 erfolgte durch eine Änderung des Berufsrechts eine Umbenennung von der bis dahin üblichen Bezeichnung Krankengymnastik hin zum international verwendeten Begriff der „Physiotherapie“.

Heutzutage bietet die Physiotherapie ein breites Behandlungsspektrum von aktiven und passiven Maßnahmen. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der steigenden Komplexität der Krankheitsbilder werden bewährte Therapiemethoden kontinuierlich weiterentwickelt und neue Einsatzmöglichkeiten geschaffen. Physiotherapeutische Behandlungsverfahren werden im ambulanten, stationären und präventiven Bereich angewendet und haben das Ziel, die Bewegungsfähigkeit der Patienten zu erhalten, zu verbessern oder wiederherzustellen.

Auch auf den Intensivstationen zur Unterstützung der Atemfunktionen zeigen physiotherapeutische Maßnahmen Erfolge ebenso wie bei den Langzeitfolgen einer Infektion wie COVID-19. Die Therapiepläne werden stets an die individuellen Bedürfnisse der Patienten angepasst. Dabei gewinnt die evidenz-basierte Praxis im therapeutischen Alltag immer mehr an Bedeutung. Physiotherapie als Studiengang ist aus diesem Grund eine wichtige Ergänzung zum Ausbildungsweg: Die Wissenschaft fördert die interdisziplinäre Vernetzung mit den medizinischen Fächern und dadurch weltweit die Anerkennung dieser bedeutenden Therapieform.