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Letzte Aktualisierung: 22.09.2021

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Ausstellung „Suizid – Let’s talk about it!“ im Museum für Sepulkralkultur

von Ilse Romahn

(09.09.2021) Zum Welttag der Suizidprävention eröffnet das Museum für Sepulkralkultur eine umfassende Sonderausstellung zum Thema Suizid. Die Ausstellung „Suizid. Let’s talk about it“ will die Sprachlosigkeit zu diesem Thema überwinden.

Sie präsentiert den Besucherinnen und Besuchern mit Beispielen aus der Kunst- und Kulturgeschichte, den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie der Medizin Informationen, Anregungen, Herausforderungen und Chancen, die einen gesellschaftlichen und persönlichen Umgang mit dem Suizid reflektieren.

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn spricht bei der Ausstellungseröffnung am Freitag, 10. September, um 18.30 Uhr, im Museum für Sepulkralkultur,
Weinbergstraße 25-27, 34117 Kassel, ein Grußwort.

Ziel der Ausstellung ist es, über die Auseinandersetzung mit dem Suizid und das Sprechen über ihn sowie über psychosoziale Problemlagen einen wirksamen Beitrag zur Suizidprävention zu leisten. Mithilfe lokaler, nationaler und internationaler Kooperationen werden innovative künstlerische, kulturelle und wissenschaftliche Beiträge dieses Anliegen stützen. 

„Diese Ausstellung ist mutig, konfrontiert sie doch die Menschen gleich mit zwei Tabus: Zum einen mit der Selbsttötung an sich – und zum anderen mit der Aufforderung ‚Let’s talk about it‘. Denn über Suizid zu reden, bedeutet auch, sich über die Scham und die vermeintliche Schande hinwegzusetzen, mit denen das Thema bis heute behaftet ist. Nicht ohne Grund verschweigen Todesanzeigen sehr oft, wenn es sich um einen Freitod handelt“, erklärt Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Die Corona-Pandemie hat das Thema Tod auf oft erschreckende Weise wieder in die gesellschaftliche Mitte gerückt. Das Virus fordert Menschenleben. Und leider bringen die sozialen Veränderungen, der Druck und die Angst manche Menschen so sehr an den wirtschaftlichen oder psychologischen Rand des Aushaltbaren, dass der Suizid plötzlich als Option erscheint. Ihnen und allen anderen Menschen, die solche Gedanken hegen, müssen wir helfen, aus ihrem Loch herauszukommen.“