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Letzte Aktualisierung: 23.07.2021

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20 Jahre Sommerwerft

Das Internationale Theaterfestival am Fluss feiert Geburtstag

von Ilse Romahn

(13.07.2021) Am 23. Juli ist es so weit: Die Sommerwerft – das Internationale Theaterfestival am Fluss – öffnet für 17 Tage ihre Pforten für Besucher. Bis zum 8. August verwandelt sich zum zwanzigsten Mal das Mainufer an der Weseler Werft im Frankfurter Osten in einen Kulturfreiraum voller Theater, Performance, Musik, Workshops und vielem mehr – ermöglicht durch ein ausgefeiltes Hygienekonzept.

20 Jahre Sommerwerft
Foto: Barbara Walzer
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Ein besonderer Geburtstag
Nach einer coronabedingt deutlich reduzierten Besucherzahl im letzten Jahr soll nun wieder mehr möglich sein: Bis zu 2000 Menschen dürfen zeitgleich das Gelände betreten. Das Programm zum 20. Geburtstag ist das bislang umfangreichste der Festivalgeschichte: Knapp 100 Einzelveranstaltungen lassen über 17 Tage verteilt das Mainufer lebendig werden – wie immer natürlich offen für alle.

Programmvielfalt
“Sichtbar machen” – das diesjährige Motto – versteht sich für die Veranstalter von protagon e.V. auf zwei Ebenen: „Es geht einerseits darum, den Blick von der Ferne zurück hierher, in unseren lokalen Lebensraum zu lenken und die Vitalität und Vielfalt der hiesigen Kulturlandschaft zu stärken”, erklärt Bernhard Bub, künstlerischer Leiter des Festivals. So werden in diesem Jahr überwiegend Künstler aus Frankfurt und Hessen auf der Bühne zu sehen sein. “Sichtbar machen” bedeute aber auch, den Blick zu schärfen für gerade die brennenden politischen und sozialen Fragen, die derzeit mehr Aufmerksamkeit brauchen und auch in der Darstellenden Kunst den Diskurs lostreten können, so Bub.

Das Programm ist dabei vielfältiger denn je: Eindrucksvolle Theaterproduktionen, zeitgenössischer Tanz, Zirkusperformances, Musikalische Revues, Bands und Singer-Songwriter, Poetry Slams, Open-Air Kino, Workshops, Symposien, Walk-Acts und vieles mehr erwarten das Publikum. Auch Kindertheater wird dieses Jahr das erste Mal mit einer eigenen Bühne präsent sein, organisiert vom Theaterhaus Ensemble.

So weit sich die verschiedenen Formate erstrecken, so divers sind auch die inhaltlichen Schwerpunkte des Programms: „Von Einsamkeit und der Notwendigkeit von Begegnung, von der großen Liebe bis zur Politisierung des eigenen Körpers, von Digitalisierung und Überwachung bis zur Rückbesinnung auf archaische Rituale, im Themenspektrum ist für alle etwas dabei”, so Sebastian Bolitz, der für die Kuration mitverantwortlich ist. Das detaillierte Programm kann auf www.sommerwerft.de/kalender/ eingesehen werden.

Hygienekonzept
Lange haben die Veranstalter in enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt am Hygienekonzept gearbeitet und immer wieder Anpassungen an die aktuelle Lage und Vorschriften vorgenommen. Im Ergebnis ist ein Maßnahmenbündel entstanden, das ein möglichst uneingeschränktes Festivalerlebnis bei höchstmöglicher Sicherheit garantieren soll. Das in diesem Jahr wieder eingezäunte Gelände darf nur betreten, wer vollständig geimpft, negativ getestet oder genesen ist. Dazu wird vor dem Eingang eigens eine Teststation für kostenlose Schnelltests eingerichtet. Mehr Platz und mehr Veranstaltungen bei weniger Besuchern und viele Sitzgelegenheiten sollen die Einhaltung der Abstände jederzeit ermöglichen - dafür soll auch ein „Care-Team“ sorgen, das durchgehend auf dem Areal präsent ist. Eine Maskenpflicht auf dem Gelände wird es dagegen nicht mehr geben.

Ein Festival im Festival
Auf dem Kulturgelände von protagon e.V. im Frankfurter Osten gehen die Vorbereitungen in die heiße Phase. Seit vielen Monaten wird hier organisiert, geplant, gebaut und getüftelt. Nun treffen die ersten freiwilligen Helfer ein, und es entsteht die internationale Arbeits- und Lebensgemeinschaft, die sich erst wieder auflöst, wenn in sechs Wochen die letzte Zeltplane zusammengerollt sein wird. Bis zu 150 Menschen verschiedensten Alters und Kulturen leben hier zusammen und viele, viele mehr unterstützen das Festival vor Ort auf der Weseler Werft vor und hinter den Kulissen. Hier entsteht die besondere Atmosphäre der Sommerwerft, die das Festival spürbar von anderen Kulturevents unterscheidet. In Berührung und im Austausch mit anderen Kulturen, entwickelt sich ein Geist von Gemeinschaft und Solidarität. So ist auch nach 20 Jahren die ursprüngliche Vision der Sommerwerft noch lebendig: Ein Ort, der Theaterkultur als wichtigen Teil des gesellschaftlichen Prozesses begreift; ein Ort zum Durchatmen, Staunen, Inspirieren lassen; schließlich ein Ort, der auf das Leben aufmerksam macht.

Der Kultursommer geht weiter
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Sichtbar machen 2021 – Kultursommer im öffentlichen Raum“ finden nicht nur die Sommerwerft und das Internationale Frauen* Theaterfestival (13.-19.09.) statt, sondern von Juli bis September auch viele kleinere Aufführungen der mobilen Theaterperformance “KlimaX” von antagon theaterAKTion in den Stadtteilen.

Weitere Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie auf www.sommerwerft.de/sichtbar-machen und auf www.antagon.de.