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Letzte Aktualisierung: 04.12.2020

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100 Jahre Henry und Emma Budge-Stiftung

Oberbürgermeister Feldmann, Bürgermeister Becker und Stadträtin Birkenfeld senden virtuelle Grußworte

von Ilse Romahn

(20.11.2020) Zum 100-jährigen Jubiläum der Henry und Emma Budge-Stiftung zur Unterstützung älterer jüdischer und nichtjüdischer Menschen haben Oberbürgermeister Peter Feldmann, Bürgermeister Uwe Becker und Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld am Donnerstag, 19. November, virtuelle Grußworte an die Geschäftsführung, Mitarbeiter und Bewohner vor Ort übermittelt.

Feldmann betonte die Besonderheit der Senioren-Wohnanlage: „1920 als jüdische Stiftung gegründet, eröffnete das Ehepaar Budge zehn Jahre später im Frankfurter Westend das ‚Henry und Emma Budge-Heim für alleinstehende alte Menschen‘. Kurz darauf ergriffen die Nazis die Macht und vertrieben die jüdischen Bewohner. Glücklicherweise blühte die Stiftung nach dem Zweiten Weltkrieg erneut auf und betreibt seit 1968 ein interreligiöses und interkulturelles Pflegeheim. Hier werden jüdische und christliche Feiertage gleichermaßen zusammen gefeiert. Das ist ein wichtiges Zeichen und typisch für unsere Stadt.“

Das jüdische Ehepaar Budge ist mit seinem Stiftungsgedanken zur Unterstützung und Gleichbehandlung älterer jüdischer und nichtjüdischer Menschen bis heute einzigartig in Europa. Seit 1968 befindet sich im Stadtteil Seckbach das Pflegeheim und ein Betreutes Wohnen mit über 170 Wohnungen. „Die Henry und Emma Budge-Stiftung fördert seit 100 Jahren ein Heimatgefühl für ältere Menschen in Frankfurt. Hier stehen Gemeinsamkeiten im Vordergrund, nicht Unterschiede. Ohne die Stiftung wäre Frankfurt ein Stück ärmer – und kälter“, sagte Feldmann bei seiner Videoansprache.

Der Oberbürgermeister dankte der Heimleitung sowie allen Mitarbeitern und Bewohnern und sprach ihnen Mut zu. Die schwere Arbeit des Pflegepersonals sei durch Corona sichtbarer geworden und müsse endlich gerecht entlohnt werden. Auch sei der eingeschränkte Kontakt zu Verwandten für die Bewohner nur schwer zu ertragen.

Bürgermeister und Stadtkämmerer Becker, der als Hessischer Antisemitismusbeauftragter ebenfalls ein Grußwort zum 100. Jubiläum übermittelt hat, sagte: „Die Henry und Emma Budge-Stiftung ist bis heute im ganzen Land einzigartig mit ihrem Auftrag, ältere, Unterstützung benötigende Menschen jüdischen und christlichen Glaubens gleichermaßen einzuladen, unter einem gemeinsamen Dach den Lebensabend in Würde zu verbringen. Mit ihrem einmaligen Stiftungskonzept verbindet sie jüdische und christliche Traditionen und trägt dadurch in hohem Maße auch zum interreligiösen Dialog bei. Gegenseitiger Respekt und Toleranz sind die Eckpfeiler für die hier lebenden und arbeitenden Menschen. Mit seiner großen jüdischen Tradition, die Teil der Identität unserer Stadt ist, wirkt diese bemerkenswerte Einrichtung in Frankfurt am Main genau am richtigen Ort. Ich gratuliere der Henry und Emma Budge-Stiftung sehr herzlich zu ihrem 100-jährigen Jubiläum und wünsche ihr weiterhin alles Gute.“

„Bei Besuchen in der Budge-Stiftung spüre ich immer wieder, wie sehr das in unserer Gesellschaft zunehmend Außergewöhnliche selbstverständlich gelebt wird. Was wir uns beim täglichen Miteinander wünschen, in der Budge-Stiftung wird es wahr: Es ist der Traum vom gegenseitigen Respekt und der Unantastbarkeit der Würde jedes Menschen“, fasste Sozialdezernentin Birkenfeld in ihrer Videobotschaft zusammen.

2020 sollte für die Henry und Emma Budge-Stiftung ein Jahr voller Veranstaltungen und Momente des Erinnerns werden. Als Höhepunkt war ein Festakt im Römer geplant. Die virtuellen Grußworte aus dem Kaisersaal wurden dem Seniorenheim zur Verfügung gestellt und sollen den Bewohnern und Verantwortlichen über den Ausfall des ursprünglich geplanten Festakts hinweghelfen. (ffm)