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Letzte Aktualisierung: 30.09.2020

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‚Gast-Arbeit‘ - ein Migrationsexperiment mit unerwartetem Ausgang

Vortrag im Institut für Stadtgeschichte

von Ilse Romahn

(16.09.2020) Am Montag, 21. September, spricht Ernst Karpf über „‚Gast‘-Arbeit: Ein Migrationsexperiment mit unerwartetem Ausgang“. Der ursprünglich schon für März geplante Vortrag ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „Bewegte Zeiten: Frankfurt in den 1960er Jahren“.

Gastarbeiterlager in Niederrad 1962
Foto: Stadt Frankfurt / Gustav Hildebrand
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Die Schau zeichnet ein facettenreiches Bild jener Zeit und ist noch bis zum 18. April 2021 im Institut für Stadtgeschichte im Karmeliterkloster zu sehen.

1960 begann mit der organisierten Anwerbung ausländischer Arbeiter aus dem Süden Europas und der Türkei eine Einwanderungsgeschichte, deren Dynamik die deutsche Gesellschaft und Politik anfangs unterschätzte. Die Planung als „Gastarbeit“ erwies sich schnell als Irreführung, denn viele blieben dauerhaft und holten ihre Familien nach. Sie hatten Mühe, in Frankfurt Wohnraum zu finden, litten unter der Sprachbarriere und die Integration des Nachwuchses in Kindergärten und Schulen verlief zunächst konzeptlos.

Für die sich neu gestaltende soziale Realität mussten die Beteiligten auch in Frankfurt erst mühsam ein Bewusstsein entwickeln. Der Historiker Ernst Karpf zeigt in seinem Vortrag, welche Konflikte und sozialen Problemlagen, aber auch positive Entwicklungen mit der Migration in den 1960er Jahren in Frankfurt einhergingen und wie sich erst ganz allmählich Konzepte für die Betreuung der neuen Einwohner entwickelten.

Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Refektorium des Karmeliterklosters, Münzgasse 9. Die Teilnahme kostet vier Euro, ermäßigt drei Euro. Es besteht die Möglichkeit zur Platzreservierung über das Online-Reservierungsportal auf der Website des Instituts unter http://www.stadtgeschichte-ffm.de im Internet. (ffm)