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Letzte Aktualisierung: 19.04.2024

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„Stundenholz“ bei der Lesungsreihe Frankfurter Premieren

von Ilse Romahn

(27.03.2024) Die vom Kulturamt organisierte Lesungsreihe Frankfurter Premieren stellt neue Bücher mit Frankfurt-Bezug vor. Am Mittwoch, 27. März, ist Alexandru Bulucz in der Historischen Villa Metzler am Schaumainkai 17 zu Gast und wird mit Andreas Platthaus von der Frankfurter Allgemeine Zeitung ab 19 Uhr über seinen neuen Lyrikband „Stundenholz“, erschienen bei Schöffling & Co., sprechen.

In der Bukowina dient das Schlagen des Stundenholzes als Ersatz für das Läuten der Kirchglocken. Profanisiert hat das Wort „toaca“, so die rumänische Bezeichnung, zudem Eingang in eine Vielzahl von Redewendungen gefunden, wie Alexandru Bulucz in „Vom Mobiliar des Celan’schen Gedichts“ ausführt.

Als Titel seines neuen Gedichtbandes kommt dem Stundenholz nun noch eine weitere, poetologische Bedeutung zu: Wie der Mönch mit dem Schlagen des Holzes auf das Gebet einstimmt, so beschwört der Lyriker die eigenen Erinnerungen und eröffnet Imaginationsräume. Gespickt mit Bildern und Eindrücken sind Bulucz‘ langzeiligen Verse voller Reminiszenzen an eine Heimat, die für das lyrische Ich längst nicht mehr existent ist.

Alexandru Bulucz ist Lyriker, Herausgeber und Übersetzer. Sein Lyrikdebüt „Aus sein auf uns“, 2016 bei Allitera erschienen, 2020 folgte „Was Petersilie über die Seele weiß“ bei Schöffling & Co.. Bulucz wurde unter anderem mit dem Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis und dem Deutschlandfunk-Preis bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt ausgezeichnet. 

Andreas Platthaus ist Literaturkritiker und Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wo er das Ressort Literatur und literarisches Leben verantwortet. Er veröffentlichte mehrere Sachbücher, zuletzt 2021 „Lyonel Feininger. Porträt eines Lebens“ bei Rowohlt. (ffm)