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Letzte Aktualisierung: 16.04.2021

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„Jüdische Periodika in NS-Deutschland“ im Internet zugänglich

von Ilse Romahn

(22.03.2021) In NS-Deutschland erschienene jüdische Periodika sind eine wichtige historische Quelle für die Erforschung des Lebens und Leidens der jüdischen Gemeinschaft während der NS-Diktatur.

Bereits ab 1997 wurden die jüdischen Periodika im Bestand des Deutschen Exilarchivs 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) digitalisiert. Für die exklusive rechtssichere Veröffentlichung der Digitalisate im Internet wurde jetzt der Lizenzierungsservice Vergriffene Werke (VW-LiS) ausgebaut. Gemeinsam mit der VG WORT und dem Deutschen Patent- und Markenamt hat die Deutsche Nationalbibliothek einen Workflow für die Lizenzierung vergriffener Periodika entwickelt. Damit konnten die jüdischen Periodika lizenziert und wieder weltweit zugänglich gemacht werden.

Zeitschriften und Zeitungen wurden meist als Organe der zum Teil neu gegründeten Selbsthilfeeinrichtungen der jüdischen Gemeinschaft veröffentlicht. Sie sind als eine direkte Antwort auf die Verfolgung durch das NS-Regime zu verstehen. Auf Grund der Überlieferungssituation war der Zugang zu diesen Periodika lange Zeit nur eingeschränkt möglich. Die wichtigsten hat die Deutsche Nationalbibliothek im DFG-Projekt „Jüdische Periodika in NS-Deutschland” digitalisiert und erschlossen. Insgesamt wurden 1.436 Hefte von 26 Periodika mit 24.778 Seiten digitalisiert und nun für die Veröffentlichung im Internet lizenziert. Der Onlinezugang ist sowohl für die Exilforschung als auch für Pädagogen und Journalisten von Interesse. Auch Privatpersonen, die z.B. nach Spuren von Familienangehörigen suchen, können in den Veröffentlichungen Hinweise finden.

Der Lizenzierungsservice Vergriffene Werke (VW-LiS) der Deutschen Nationalbibliothek ist seit 2015 der nationale „Single-Access-Point“ für öffentliche Kulturerbe-Institutionen zur Lizenzierung vergriffener Werke nach §§ 51 und 52 Verwertungsgesellschaftengesetz (VGG). VW-LiS bündelt dabei effizient Recherche- und Datenverarbeitungsprozesse und ermöglicht somit die Digitalisierung und freie Zugänglichmachung von Werken des 20. Jahrhunderts. Die Wahrnehmung der Rechte erfolgt durch die VG WORT und VG BILD-KUNST. Vergriffene Werke werden im öffentlichen Register des Deutschen Patent- und Markenamt bekanntgemacht.

Jüdische Periodika in NS-Deutschland: Online verfügbare Digitalisate im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek https://portal.dnb.de/opac.htm?method=moveDown&currentResultId=cod%3Dd005%26any&categoryId=onlinefree

Informationen auf der Website der Deutschen Nationalbibliothek: www.dnb.de/juedischeperiodika