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Letzte Aktualisierung: 03.07.2020

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„Geripptes Museum“ bald in Hanau?

Finanzierungslücke geschlossen

von Karl-Heinz Stier

(22.06.2020) Nachdem das Äppelwoi-Museum in Frankfurts Gründerhauptstadt fürs „Stöffche“ noch immer auf sich warten lässt, hat der „Äppelwoi-Papst“ Jörg Stier aus Maintal-Bischofsheim die Initiative ergriffen und verfolgt die Einrichtung einer solchen Kulturstätte in Hanau.

Jörg Stier, Kurator und Initiator des Museums
Foto: Jörg Stier
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Der Regionalverband FrankfurtRheinMain unterstützt das Museumsprojekt mit 10 000 Euro. Weitere 15 000 Euro steuert „FrankfurtRheinMain – Verein zur Förderung der Standortentwicklung e.V.“  bei.  Mit dieser Summe wurde nunmehr die letzte Finanzierungslücke geschlossen.

An den Umbaumaßnahmen hatten sich im vergangenen Jahr bereits der Main-Kinzig-Kreis mit 45 000 Euro und die Stadt Hanau mit 15 000 Euro beteiligt. Rund 5 000 werden über private Spenden abgedeckt. Das gesamte Finanzierungsvolumen beträgt nach Aussagen des Trägervereins Apfelwein-Centrum Hessen (ACH) rund 100 000 Euro.

„Wir sind überglücklich, dass wir nun auf die Zielgerade einbiegen und mit der Realisierung unserer ersten Ausstellung beginnen können“, freut sich Jörg Stier, Kurator des „Gerippten Museums“ und Vorsitzender des Trägervereins, über die Gewährung der Finanzmittel. Er führt in Hanau auch einen Apfelweinladen.

Für Rouven Kötter, Erster Beigeordneter des Regionalverbandes, ist die Förderung des Museums an konkrete Erwartungen geknüpft: „Wir erhoffen uns inhaltlich eine enge Verzahnung mit dem Museum. Unsere Streuobstwiesen sind nicht nur eine ökologisch wichtige Kulturlandschaft. Wir wollen gemeinsam in der Region dafür sorgen, dass diese Streuobstwiesen auch kommende Generationen als Identifikationsstifter, Erholungsgebiete und Nahrungslieferanten zur Verfügung stehen.“ In den nächsten Monaten wollen beide Seiten über die engere  Zusammenarbeit sprechen und konkrete Ideen entwickeln. Zustandegekommen war der Kontakt zwischen den ehrenamtlichen Museumsmachern und dem Regionalverband auf Vermittlung von Susanne Simmler, der Ersten Beigeordnete im Main-Kinzig-Kreis.

Laut Kurator Stier soll das „Gerippte Museum“ im Herbst dieses Jahres eröffnen. „Derzeit arbeiten wir an den Texten für die diversen Schautafeln, den Inhalten für die Multimedia-Stationen sowie der Auswahl der Exponaten für die erste Ausstellung“, so Jörg Stier.

Ein halbes Dutzend  Ehrenamtliche engagiert sich für das Projekt seit mittlerweile über zwei Jahren. Der Umbau hat länger gedauert als gedacht, was auch auf die Corona–Krise zurückzuführen ist.