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Letzte Aktualisierung: 19.07.2019

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Von Wein und Demokratie: Oberbürgermeister Feldmann besucht mit Seniorenbeirat den Rheingau

von Ilse Romahn

(22.03.2019) Was verbindet Frankfurt und den Rheingau? Die geografische Nähe, ja. Der Wein, schließlich ist Frankfurt das östlichste Anbaugebiet des Rheingauer Rieslings. Und, was einigen eventuell unbekannt sein könnte, das Streben nach freiheitlichem und demokratischem Denken.

OB Peter Feldmann bei 'Weinreise' mit dem Seniorenbeirat: Station Lohrberg
Foto: Stadt Frankfurt / Maik Reuß
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Am Mittwoch, 20. März, ging Oberbürgermeister Peter Feldmann gemeinsam mit den Mitgliedern des Seniorenbeirats auf Spurensuche nach Gemeinsamkeiten zwischen der Metropole und dem Gebiet zwischen Wiesbaden und Assmannshausen. Die Tour führte vom Frankfurter Lohrberg ins städtische Weingut nach Hochheim, über den Wiesbadener Neroberg, das Brentano-Haus in Oestrich-Winkel, wo Goethe einen Teil seiner Italienischen Reise verfasste und die Frankfurter Romantikerin und Sozialreformerin Bettina von Brentano sich gern aufhielt, nach Assmannshausen ins geschichtsträchtige Hotel Krone.

Oberbürgermeister Peter Feldmann sagte: „Der Rheingau gehört zur Metropolregion um Frankfurt und ist genauso wie unsere Heimatstadt eng mit der deutschen Demokratiegeschichte verbunden.“

Was den Frankfurtern die Paulskirche als Wiege der Deutschen Demokratie, ist den Rheingauern die Krone in Assmannshausen: 1844 vollendete hier der Dichter und radikale Demokrat Ferdinand Freiligrath seine Sammlung politischer Gedichte „Ein Glaubensbekenntnis“, die Gedanken zur ersten Deutschen Einheit von 1871 aufgriffen. Aber auch in der Gegenwart ist der Name Krone Assmannshausen eng mit der deutschen Geschichte verbunden. Denn dorthin zogen sich der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl und der damalige französische Staatspräsident François Mitterand zu einem Vier-Augen-Gespräch im Hinblick auf die deutsche Wiedervereinigung 1990 zurück. Nicht zufällig beherbergte das Hotel schon seinerzeit eine Original-Abschrift des Liedes der Deutschen, welches Hoffmann von Fallersleben mit Passagen der heutigen Nationalhymne 1841 verfasste.

„Sie, die Mitglieder des Seniorenbeirats, stehen mit Ihrer Arbeit für das heutige Frankfurter Demokratieverständnis: Sie vertreten die Interessen der älteren Bürger, sie wissen, wo es Handlungsbedarf gibt, stoßen Veränderungsprozesse an. Sie sind ein aktiver Teil einer lebendigen Stadtpolitik und sorgen dafür, dass man auch im Alter am Leben einer Stadt wie Frankfurt teilhaben kann.“

Renate Sterzel, Vorsitzende des Seniorenbeirats sagte: „Der Seniorenbeirat begrüßt, dass der Oberbürgermeister sich Zeit nimmt, den Kontakt mit den Seniorenbeiräten der Stadt zu intensivieren. Die Demokratie- und Weinfahrt dient nicht nur der Weiterbildung in lockerer Atmosphäre, sondern dient auch dazu, kleinere Probleme persönlich mit dem Stadtoberhaupt zu besprechen. Außerdem wird der Zusammenhalt unter den Seniorenbeiräten gestärkt, so dass beim geselligen gegenseitigen Kennenlernen der direkte Austausch von Ideen erleichtert wird. ‚In vino veritas‘ führt sicher hoffentlich auch zu ehrlichem Miteinander. Diese Fahrt zeigt, welche Wertschätzung und Bedeutung der Oberbürgermeister trotz seines übervollen Terminplans der Arbeit des Seniorenbeirates beimisst.“

Der Seniorenbeirat vertritt die Interessen der Senioren in Frankfurt. Er berät die städtischen Organe in allen Angelegenheiten, die ältere Bürger betreffen. Er befasst sich unter anderem mit den Grundsätzen der Altenpolitik, mit Förderung des ehrenamtlichen Engagements von Älteren sowie von Nachbarschaftsvernetzungen, Programmen für Ältere, altersgerechtem Wohnen, mit Nahmobilität, Nahversorgung, Beratungsdiensten, Freizeit und Kultur, Sicherheit im Verkehr und Wohnumfeld sowie mit der Gestaltung ambulanter und stationärer Pflege.

Weitere Informationen über den Seniorenbeirat finden sich unter https://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=3788 (ffm)