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Letzte Aktualisierung: 18.01.2019

Texprocess: Volles Angebot an Technologien zur Textilverarbeitung

von Ilse Romahn

(10.01.2019) Automatisierung, Individualisierung, Customization und Nachhaltigkeit. Das Angebot an Technologien auf der kommenden Texprocess ist umfangreicher denn je. Vier Monate vor Beginn ist die internationale Leitmesse für die Verarbeitung textiler und flexibler Materialien fast ausgebucht.

Fachbesucher aus der Mode- und Bekleidungsindustrie, Polstermöbelhersteller sowie sämtliche Verarbeiter von Textilien erwartet vom 14. bis 17. Mai 2019 die Texprocess mit einem noch breiteren Angebot an Maschinen und Verfahren zur Verarbeitung textiler und flexibler Materialien. Mit dem Buchungsstand übertrifft die Texprocess erneut das Ergebnis der Vorveranstaltung.

„Zur kommenden Ausgabe nimmt die Texprocess noch weiter an Fahrt auf. Während allerorts von Industrie 4.0 gesprochen wird, sprechen wir bei der Texprocess inzwischen von Impact 4.0. Fachbesucher erwartet ein beeindruckendes Spektrum an Technologien, das die Art und Weise wie wir Textilien herstellen und verarbeiten, in jeder Hinsicht prägt und zukünftig prägen wird“, so Olaf Schmidt, Vice President Textiles & Textile Technologies der Messe Frankfurt.

Mit Ausstellern aus aktuell rund 29 Ländern zeigt die Texprocess das gesamte Spektrum textiler Verarbeitungstechnologien vom Design, über den Zuschnitt, Cutting, Making, Trimming, den textilen Digitaldruck, Veredelung und Finishing bis hin zu Textillogistik und Textilrecycling. Unter den angemeldeten Ausstellern sind alle internationalen Marktführer, darunter Amann, Brother, Dürkopp Adler, Human Solutions, Juki Central Europe, Morgan Tecnica, Pfaff, Tajima, Veit und Vetron. Nach zwischenzeitlicher Abwesenheit ist unter anderem auch Sunstar wieder auf der Texprocess vertreten. Zum ersten Mal dabei sind unter anderem Browzwear Solutions, Lasembor, INL International Technology sowie Siruba Latin America und Summa NV. China, Japan und Taiwan haben Länderpavillons angemeldet.

Microfactories zeigen integrierte Produktionsprozesse
Microfactories als Ansatz für eine Textilverarbeitung, die voll vernetzt ist, individualisierte Produkte erlaubt und dabei schnell, flexibel und lokal arbeitet, sind das Schwerpunktthema der kommenden Texprocess.

Die Texprocess bietet aktuell vier Microfactories:
Die Digital Textile Micro Factory der Texprocess und Techtextil in Zusammenarbeit mit den Instituten für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) sowie Partnern aus der Industrie in der Halle 4.1 präsentiert allein drei Produktionslinien – je eine für die Herstellung von Bekleidung, eines 3D-gestrickten Schuhs sowie zur Verarbeitung technischer Textilien etwa für die Automobil- oder Möbelindustrie.

Die RWTH Aachen produziert gemeinsam mit diversen Partnern aus Industrie und Forschung in ihrer „Smart Textiles Micro Factory“ im Übergang der Hallen 4.1 und 5.1 ein smartes Kissen und stellt damit die industrienahe Fertigung eines smarten Textils vom Design bis zum fertigen Produkt exemplarisch dar. Der Prototyp des Kissens wird zuvor auf der Heimtextil 2019 vorgestellt.

Unter dem Begriff «World of Digital Fashion» haben sich zudem sechs Unternehmen aus den Bereichen Visualisierung, CAD-Schnittsystem, automatische Körpermaßermittlung sowie Zuschnitt- und Prozessautomatisierung zusammengefunden. Gemeinsam zeigen sie in Halle 4.0 die Integrations- und Kombinationsmöglichkeiten ihrer Produkte in verschiedenen Workflows innerhalb der Wertschöpfungskette und machen die digitale Prozesskette live erlebbar. Im Mittelpunkt steht das Customizing von Bekleidung und Mode.

Zudem zeigen der Hersteller von Antrieben von Industrienähmaschinen Efka und CAD-Anbieter Gemini die Produktion eines Trikots, das individuell designt werden kann. Die Microfactory zeigt eine einfach-umsetzbare Lösung, welche die meisten Unternehmen schon mit vielen vorhandenen Ressourcen und Strukturen umsetzen können.

Schwerpunkt Nachhaltigkeit
Eines der zentralen Themen der kommenden Techtextil und der Texprocess ist Nachhaltigkeit. Erstmals machen beide Messen die Nachhaltigkeitsbemühungen ihrer Aussteller sichtbar. Die Techtextil und Texprocess Innovation Awards prämieren nachhaltige textile Innovationen und  Verarbeitungsansätze. Zudem bietet das Texprocess Forum mit einem Ableger der Fashionsustain, der Konferenz der Messe Frankfurt rund um nachhaltige Textilinnovationen, einen Themenblock ausschließlich rund um Nachhaltigkeit in der Textil- und Modebranche.

Techtextil und Texprocess teilen sich erstmals Halle
Zum ersten Mal teilen sich die Techtextil und die parallele Texprocess im Mai 2019 eine Messehalle. Die Texprocess zeigt in der Halle 4.1 ihre Digital Textile Micro Factory mit je einer Produktionslinien für Bekleidung, Schuhe sowie die Verarbeitung technischer Textilien. Hinzu kommen Aussteller für Produktaufbereitung, Finishing, Textillogistik, den internen Materialfluss und Textilveredelung sowie Anbieter von Nählösungen. Zudem befindet sich auch die „Special Treatment Area“ der Texprocess mit Ausstellern aus dem Bereich Effect Finishing.

Ebenso in der Halle zeigt die Techtextil einen Teil der Anbieter von Geweben, Gelegen, Geflechten, Gewirken, beschichteten Textilien und Vliesstoffen sowie ausgewählte Anbieter von Textilmaschinen. Den Übergang zur Texprocess bilden die Anbieter funktionaler Bekleidungstextilien. Besucher erhalten in der gemeinsamen Halle einen Einblick in den gesamten Produktionsprozess vom Material bis hin zum konfektionierten Produkt.

Rahmenprogramm mit Vorträgen und Awards
Mit dem Texprocess Forum bietet die Fachmesse an allen Messetagen in der Halle 4.1 Expertenvorträge zu aktuellen Branchenthemen. Das Forum wird erneut in Zusammenarbeit mit Dialog Textil-Bekleidung (DTB), der International Apparel Federation (IAF) sowie dem World Textile Information Network (WTiN) gestaltet. Erstmals bringt die Messe Frankfurt mit der Fashionsustain Berlin zudem einen Ausschnitt ihrer Konferenz zur Berlin Fashion Week auf das Texprocess Forum nach Frankfurt und schlägt so die Brücke zum nachhaltigen Endprodukt.

Mit dem Texprocess Innovation Award zeichnet die Messe Frankfurt zum fünften Mal die besten technologischen Neuentwicklungen aus. Bewerbungen für den Preis sind bis zum 18. Februar 2019 unter www.texprocess-award.com möglich. Teilnahmeberechtigt sind sowohl Aussteller der Texprocess 2019 sowie alle nicht ausstellenden Unternehmen, Institute, Hochschulen und Einzelpersonen. Die Preise in den verschiedenen Kategorien werden während der gemeinsamen Eröffnungsveranstaltung der Texprocess und Techtextil, am 14. Mai 2019 verliehen. Gleichzeitig präsentiert eine Sonderfläche alle prämierten Produkte der Texprocess.

Neue IT-Lösungen für die Bekleidungsindustrie finden Besucher zudem bei IT@Texprocess. Die Aussteller präsentieren unter anderem Software für Customer Relationship Management (CRM), Enterprise Resource Planning (ERP), Product Lifecycle-Management (PLM) sowie Supply Chain Management.

Näh- und Bekleidungstechnik mit weiterem Umsatzplus
Laut Angaben des Verbands VDMA Textile Care, Fabric and Leather Technologies, konzeptioneller Partner der Texprocess, erzielten deutsche Hersteller von Näh- und Bekleidungstechnik im Jahr 2017 ein Plus von real 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und damit das höchste Exportergebnis seit 2003. „Mit 603 Millionen Euro Exportumsatz liegt Deutschland nach China und Japan weltweit weiter auf Platz drei der Exportländer“, so Elgar Straub, Geschäftsführer des VDMA Textile Care, Fabric and Leather Technologies. „Die Technologien unserer deutschen und europäischen Mitgliedsunternehmen sind international gefragt. Aufgrund ihrer kontinuierlichen Weiterentwicklung und Innovationen bauen die Unternehmen ihrer Wettbewerbsfähigkeit stetig aus.“

Auf der vergangenen Ausgabe der Texprocess im Mai 2017 präsentierten 312 Aussteller aus 35 Ländern 13.718 Besuchern aus 109 Nationen die neuesten Entwicklungen in der Verarbeitung textiler und flexibler Materialien. Zusätzlich informierten sich 11.399 Besucher der Techtextil zusätzlich über das Angebot der Texprocess. Beide Messen begrüßten insgesamt 1.789 Aussteller aus 66 Ländern und über 47.500 Besucher aus 114 Ländern.

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