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Letzte Aktualisierung: 13.11.2018

Spektakulärer blauer Bulle vor der Börse

Handwerk fordert Investitionen "in Menschen"

von Karl-Heinz Stier

(14.09.2018) Für einen Tag überragte ein vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) installierter überdimensionaler blauer Bulle den Börsenbullen, der auf dem Frankfurter Börsenplatz als Symbol für die steigenden Kurse im Geld- und Wertpapierhandel steht. Der blaue Koloss wiegt 120 kg, ist 2,65 m hoch, 4,40 m lang und 1,40 m breit.

Blauer Bulle vor er Frankfurter Börse
Foto: Deutsches Handwerk
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Mit dem blauen „Handwerksbullen“ will der ZDH anlässlich des bundesweiten Tages des Handwerks  die Bedeutung des Handwerks und seiner Leistungen für die Wirtschaft in Deutschland herausstellen. In einer DAX-fixierten Welt ist das Handwerk der Wirtschaftsbereich, der vorrangig in Menschen investiert. Der kraftstrotzende blaue Handwerksbulle symbolisiert die derzeit starke Konjunktur im Handwerk wie der Wirtschaft insgesamt. Es braucht einen starken Fachkräftesockel und eine ausgewogene Balance zwischen berufspraktisch und akademisch Ausgebildeten, damit unsere Wirtschaft auch in Zukunft vor Kraft strotzt. Bei Kräften bleibt sie nur, wenn in die investiert wird, die diese Wirtschaft am Laufen halten: In die Menschen!

„Unsere Botschaft ist, dass es der richtigen Investments bedarf, damit am Ende die Erträge stimmen. Und selbstbewusst können wir sagen, wir im Handwerk wissen, wo es sich lohnt: Wir investieren. In Menschen“, sagt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke in Frankfurt. „Es sind die Menschen, die das Handwerk erfolgreich machen – und damit auch die deutsche Wirtschaft. Rund eine Million Handwerksbetriebe investieren Tag für Tag in 5,4 Million Menschen, die im Handwerk arbeiten. Das Handwerk ist somit eine treibende und stabile Wirtschaftskraft in Deutschland.“ Damit dies auch für die Zukunft gesichert ist, müssen jedoch zügig die im Koalitionsvertrag vereinbarten Verbesserungen im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung angepackt werden, fordert der ZDH-Generalsekretär.

In der Ausbildung und Förderung des Nachwuchses sieht das Handwerk die beste Wachstumsstrategie. Aktuell machen rund 360.000 junge Menschen eine Lehre in einem der über 130 Ausbildungsberufe im Handwerk.  Doch der Nachwuchsmangel macht dem Handwerk zu schaffen. Das Handwerk selbst stemmt sich mit allen Kräften dagegen, aber um erfolgreich mehr Jugendliche für eine berufliche Ausbildung zu gewinnen, braucht es die politische Flankierung. „Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie den im Koalitionsvertrag verankerten Berufsbildungspakt umsetzt und den Versprechen einer Gleichwertigkeit der beruflichen und akademischen Bildung endlich Taten folgen lässt“, sagt Schwannecke.

Unter den Auszubildenden im Handwerk befinden sich aktuell über 11.000 Personen mit Flüchtlingshintergrund. Viele tausend weitere geflüchtete Menschen absolvieren Praktika und Einführungsprogramme. „Flüchtlingen zu ermöglichen, am Arbeitsleben teilzuhaben, ist der beste Weg zur Integration. Ein Beruf im Handwerk bietet ihnen eine Zukunftsperspektive und hilft gleichzeitig, den Fachkräftemangel in Deutschland zu mildern“, ist Schwannecke überzeugt. Ein weiteres Thema, das dem Handwerk auf den Nägeln brennt, ist die Aufwertung der Meisterausbildung. Dazu erklärt Schwannecke: „Meisterliche Arbeit ist die beste Wertanlage. Deshalb ist es eine gute Basis für die Zukunft, wenn auch dieses Jahr rund 20.000 Gesellinnen und Gesellen ihre Meisterprüfung ablegen.“

Mit der Aktion auf dem Frankfurter Börsenplatz läutet der ZDH eine Reihe von über 100 Veranstaltungen bundesweit rund um den Tag des Handwerks ein. Am 15. September öffnen Handwerksbetriebe und -organisationen in ganz Deutschland zum Tag des Handwerks ihre Türen. Alle, die am Handwerk interessiert sind, können Einblicke in Berufe und Betriebe bekommen und Informationen über Karrierechancen erhalten.