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Letzte Aktualisierung: 11.11.2019

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Sankt Leonhardt und die Überraschungen während einer Sanierung

von Hermann Wygoda

(14.08.2019) Nach acht Jahren Renovierungsarbeiten wird Sankt Leonhard am Sonntag wieder an die katholische Kirchengemeinde mit einem Gottesdienst zurückgegeben werden.

Bildergalerie
Die Beweinungsgruppe
Foto: H. Wygoda
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Der sogenannte Heiliggrabaltar
Foto: H.Wygoda
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Nun hat die Renovierung einer der ältesten Kirchen Frankfurts es geschafft, dass ihre Gemeinde nicht nur das Ende der Sanierungsarbeiten, sondern auch ihr 800 jähriges Jubiläum in einer total sanierten Kirche feiern kann. Bei den vielen überraschenden und nicht vorhersehbaren Problemen während der Sanierung war es nicht unbedingt sicher, dass mit den Bauarbeiten zum Kirchenjubiläum die Kirche wieder genutzt werden kann. Doch hat Sankt Leonhard nicht nur eine große Bedeutung für die katholische Kirche. Sie ist vielmehr auch ein wichtiger Stein in der Geschichte Frankfurts. Denn König Friedrich II. hatte den Frankfurter Bürgern auf ihre Bitte hin ein Grundstück für eine Kapelle geschenkt. In der Schenkungsurkunde benennt der König zum ersten Male die Bürgerschaft Frankfurts (universorum civium de Frankinfort). In dieser Nennung der Frankfurter Bürger sieht Michael Matthäus vom Institut für Stadtgeschichte einen ersten Stein für die spätere freie Reichsstadt Frankfurt am Main.

In der gerade im Dommuseum fertiggestellten Ausstellung zu den Grabungsschätzen der acht Jahre dauernden Sanierung und Restaurierung wird diese Schenkungsurkunde in der Ausstellung „Schätze aus dem Schutt, 800 Jahre St. Leonhard“ präsentiert.

Zu den ersten besonderen Funden gehörten die drei Terrakotta-Frauenfiguren zu den ersten Grabungen, die im Keller gefunden wurden. Erst später stellte sich heraus, dass diese drei Figuren zu einem sogenannten Heiliggrabaltar gehören. Auch die Figuren aus der gotischen Beweinungsgruppe, die aus Ton modelliert wurden, konnten aus rund 60 Fundstücken erst nach längeren Recherchen als Gruppe wieder zusammengestellt werden. Im Sommer 2011 wurde dann, ebenso überraschend, im nördlichen Teil des Chores der ein vollständiger, aufrecht stehender  Atzmann gefunden werden.

In der Ausstellung des Dommuseums, die ab Donnerstag bis zum 19. Januar 2020 geöffnet sein wird, gibt es noch weitere interessante Funde aus Sankt Leonhardt zu sehen.