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Letzte Aktualisierung: 18.04.2019

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Mitreißendes Benefizkonzert der Vienna Brass Connection für MS-Kranke

Prof. Heinz Riesenhuber: „Grenzen in den Köpfen der Menschen überwinden"

von Ilse Romahn

(19.03.2019) Viele Prominente setzten beim anschließenden Empfang ein Zeichen der Unterstützung mit MS-Betroffenen in Frankfurt und Hessen

Bildergalerie
Heinz Riesenhuber und Bernd Crusius
Foto: Sophie Schüler
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Petra Roth, ehemalige Frankfurter Oberbürgermeisterin
Foto: Sophie Schüler
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Gut 180 geladene Gäste nahmen am Empfang im Restaurant Opéra teil
Foto: Sophie Schüler
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Dagmar Spill (DMSG-Vorsitzende), Astrid Wallmann (DMSG-Schirmherrin), Frank-Jürgen Weise (Vorstandsvorsitzender der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung). Dr. Eva Koch (Leiterin Multiple Sklerose-Projekt der Herie-Stiftung)
Foto: Sophie Schüler
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Jürgen Weise bei seinem Grußwort
Foto: Sophie Schüler
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Mitreißend und packend war das Deutschland-Debüt der Vienna Brass Connection am Sonntag in der Alten Oper, das zugleich ein Benefizkonzert zugunsten der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) Landesverband Hessen war. Ermöglicht hat diesen Charity-Event die Konzertdirektion Pro Arte mit ihrem Geschäftsführer Michael Herrmann. Seit 1987 lädt die Konzertdirektion alle zwei Jahre Musikliebhaber zu einem Benefizkonzert ein, um MS-Kranken zu helfen. Zudem unterstützte die Gemeinnützige Hertie-Stiftung, in Deutschland die größte Förderin zur Forschung von Multiple Sklerose, die Wohltätigkeitsveranstaltung. Beim anschließenden Empfang setzten viele Prominente ein Zeichen der Unterstützung mit MS-Betroffenen in Frankfurt und Hessen.

Bevor die 17 Blechbläser und drei Schlagwerker der Vienna Brass Connection loslegten, begrüßte Prof. Dr. Heinz Riesenhuber, Vorstandsvorsitzender der Hessischen MS-Stiftung, das Publikum im großen Saal der Alten Oper. „Mit Ihrem heutigen Konzertbesuch unterstützen Sie die wichtige Arbeit der DMSG Hessen für die rund 8000 bis 10000 MS-Betroffenen in ganz Hessen", dankte Prof. Riesenhuber den Gästen. Ein wichtiges Anliegen von Wohltätigkeitsveranstaltungen wie Benefizkonzerten, Schulläufen oder von Infoveranstaltungen sei es „Grenzen in den Köpfen zu überwinden", betonte der Vorstandsvorsitzende der hessischen MS-Stiftung: „Mit solchen Aktionen möchte die gemeinnützige Selbsthilfeorganisation die Bevölkerung über die Krankheit Multiple Sklerose aufklären, Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderungen abbauen und Verständnis aufbauen."

Nach dem Benefizkonzert und nachdem der begeisterte Applaus verklungen war, nahmen gut 180 geladene Gäste am gemeinsamen Empfang von DMSG Hessen und Gemeinnützige Hertie-Stiftung im Restaurant Opéra teil. Unter den Gästen waren zahlreiche Prominente, unter anderem Dr. h. c. Frank- Jürgen Weise (Vorstandsvorsitzender der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung), die frühere Frankfurter Oberbürgermeisterin Dr. h. c. Petra Roth, Renate von Metzler (Ehrenvorsitzende der DMSG Hessen) sowie vom Vorstand der Hertie-Stiftung Dr. Sabine Gräfin von Norman und Bernd Knobloch. Der Vorstandsvorsitzende der Hertie-Stiftung, Frank-Jürgen Weise, betonte in seinem Grußwort die große Bedeutung der Multiple-Sklerose-Forschung seit Gründung der Stiftung vor gut 45 Jahren und hob die langjährige gute Zusammenarbeit mit der DMSG Hessen hervor: „Die Nähe zu den Menschen ist in unserer Arbeit fest verankert."

Die Schirmherrin der DMSG Hessen, die hessische Landtagsabgeordnete Astrid Wallmann, unterstrich in ihrer Ansprache: „MS ist eine nach wie vor unheilbare Krankheit mit 1000 Gesichtern, die bei jedem MS-Betroffenen anders verläuft. Manchen Betroffenen sieht man eine Einschränkung an – etwa weil sie einen Rollator oder einen Rollstuhl nutzen oder schwere Sehstörungen haben – bei anderen Betroffenen sind die Symptome unsichtbar. Und darum ist es wichtig, Multiple Sklerose in der Öffentlichkeit immer wieder zu thematisieren und darüber aufzuklären." Der Erlös aus Wohltätigkeitsveranstaltungen ermögliche der DMSG Hessen auf die Bedürfnisse der MS-Betroffenen zugeschnittene Angebote zu machen und einen Fahrdienst anzubieten, „um MS-Betroffenen, die durch ihre Krankheit stark eingeschränkt sind oder ihr Haus gar nicht mehr verlassen können, Teilhabe zu ermöglichen".

Die Vorsitzende der DMSG Hessen, Dagmar Spill, dankte in ihrem Grußwort zudem Helga Müller. 1987 hatte das frühere DMSG-Vorstandsmitglied Helga Müller die Initiative für die Benefizkonzerte ergriffen: Ihre Leidenschaft für die klassische Musik hatte die frühere Platow-Brief-Redakteurin und -Herausgeberin Ende der 1980er Jahre motiviert, Benefizkonzerte mit herausragenden Künstlern und Musikern zugunsten MS-Betroffener zu organisieren. „Sie haben damit eine Tradition aufgebaut, für die wir Ihnen sehr dankbar sind und auf die wir sehr stolz sind", sagte Vorsitzende Spill. In ihrem Grußwort berichtete sie von einer beeindruckenden Begegnung mit einer Mutter einer MS-betroffenen Tochter, die ihr gegenüber sagte: „Die DMSG Hessen ist da. Sie reicht Dir die Hand und hilft, wenn Du Unterstützung brauchst um durch den Dschungel von Anträgen, Therapien und Anforderungen zu finden." Vor allen Dingen helfe die MS-Selbsthilfeorganisation den MS-Kranken „ihre Würde zu behalten und Hindernisse aus dem Weg zu räumen", betonte Dagmar Spill. Nächstes Jahr besteht die DMSG Hessen seit 40 Jahren. „Heute sind es immer mehr jüngere Menschen, die die Diagnose MS erhalten. Auch für sie wollen wir künftig da sein mit unserer Sozialberatung, unseren MS-Selbsthilfegruppen und unseren Angeboten", unterstrich die Vorsitzende der DMSG Hessen.

www.dmsg-hessen.de