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Letzte Aktualisierung: 20.09.2019

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Lasst Rosen blühen….

Der Palmengarten verwandelt seine Galerie in einen Bauerngarten

von Karl-Heinz Stier

(08.06.2019) Jedes Jahr hat zu Beginn der Sommermonate der Palmengarten in Frankfurt seine Hauptdarstellerinnen. In allen Ecken blühen und duften Haupdarstellerinnen – die Rosen, die Blumen der Liebe, sensibel im Umgang, besonders pflegebedürftig und stark in der Symbolik, wie die Umweltdezernentin Rosemarie Heilig bei der Eröffnung der Rosenschau in der Galerie des Palmengartens herausstellte.

Bildergalerie
So sieht die Vielfalt eines Bauerngartens in der Galerie aus
Foto: Karl-Heinz Stier
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Umweltdezernentin Rosemarie Heilig eröffnete die Rosenschau
Foto: Karl-Heinz Stier
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Was man mit Rosen alles dekorieren kann- selbst auf einem Schubkassen fanden die Blumensorten Platz
Foto: Karl-Heinz Stier
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Rosendekore auf Küchenutensilien
Foto: Karl-Heinz Stier
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Palmengarten-Direktorin Dr. Katja Heubach bei ihrer Ansprache
Foto: Karl-Heinz Stier
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„Früher hatte ein Mann seiner Geliebten eine Rose mitgebracht, wenn er sie um Verzeihung bitten oder betören wollte, in Massachusetts haben Frauen mit dem Symbol der Rose für gerechten Lohn gekämpft und die Widerstandsgruppe gegen die Nazis nannte sich „weiße Rose“, erläuterte die Dezernentin den Gebrauch der Rose in der Sprache des Alltags, der Dichtung und im politischen Geschehen.

Seit gestern gibt die Vielfalt dieser Blumen auch Anregungen, wie und was man mit ihnen gestalten kann – ob im Garten, auf dem Balkon oder im Haus. GärtnerInnen haben die Galerie im Palmenhaus in einen Bauerngarten verwandelt. Über 7 500 Rosen 30 verschiedener Sorten haben sie dafür gepflanzt und arrangiert, dazu Glockenblumen und Hortensien. Bauerngärten sind üppig, bunt, ein ästhetisch anspruchsvolles Durcheinander und damit eine Augenweide – für die vielen Besucher, die sich jährlich zur Rosenschau einfinden. Für die Bienen, Hummeln und Käfer sind sie ein wahrer Gaumenschmaus, denn Bauerngärten bieten ihnen eine selten vielfältige Speisekarte.

Bei Spaziergängen und Führungen erfahren „Rosisten“ alles, was man über die Blumensorte wissen muss. Die jüngeren unter ihnen nimmt das Palmengarten-Team mit auf Erlebnisspaziergängen. Dabei lernen sie, dass Rosen aus China stammen, inzwischen auf der gesamten Nordkugel zu Hause sind und seit 2 000 Jahren als Zierpflanzen gezüchtet werden.

Rosen können noch mehr als schön aussehen und betörend duften. Aus ihren Kronblättern gewinnt man Rosenöl – ein wichtiger Grundstoff bei der Parfümherstellung. Dabei entsteht Rosenwasser, das Konditoren zur Herstellung von Marzipan und Lebkuchen brauchen. Auch bei den Frankfurter Bethmännchen wird Rosenwasser verwendet. In einem eigens dafür vorgesehenen Raum werden Anwendungsgebiete mit Rosen gezeigt, ob als Dekor auf Tassen und Geschirr, bei der Herstellung von Gelee, der Kerzenherstellung oder beim Aufdruck auf Textilien.

Im Orient übrigens sind Desserts mit Rosenwasser sehr beliebt, so wie bei uns der Rosenlikör. Hagebutten, die Früchte der Rose, finden Einsatz als Mittel gegen verschiedene Krankheitsbilder. Sie schmecken auch als Tee, ganz ohne medizinische Indikation.

Hilke Steineke, die Kustodin und Hausherrin, wies auf die lange Tradition der Rosen im Palmengarten hin. Schließlich kamen bereits 1869 mit den Pflanzenschätzen aus den Biebricher Gärten in Wiesbaden auch Rosen nach Frankfurt. Allerdings handelte es sich damals um Topf– oder Schnittrosen. Einen Rosengarten gab es erst 1886. 1926 und Anfang der 60iger Jahre wurde er neu angelegt. Als der Palmengarten in den 80iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts umgestaltet wurde, erhielt er den jetzigen Standort. Rund 59 Sorten von rot blühenden Edelrosen über gelb, orange und apricot leuchtende Beet– und Strauchrosen bis zu Kletterrosen, die die Säulen der Pergola beranken, bieten zur Hauptblütenzeit im Juni ein farbenfrohes Flor.

Zur Rosenschau gehört auch das Lichterfest – und das bereits seit 88 Jahren. Heute am 8. Juni gibt es Musik von den Swing Giants, Vibe Versa, Leyla Trebbien, Fayette, die Jubiläumsparty zum 100-jährigen Bestehen der Tanzschule Wernecke, bei der alle eingeladen sind, im Festsaal des Gesellschaftshauses und am Musikpavillon mitzutanzen. Es gibt außerdem Lichtgemälde mit Leuchtbällen, Kindertanz, Kinderschminken, einen großen Spielpark und tausende Teelichte, aus den die BesucherInnen Bilder und Schriftzüge auf den Wiesen des Palmengartens legen können. Um 22.45 Uhr startet das große Feuerwerk über dem Bootsweiher. Am Sonntag lädt der Frühschoppen ab 11 Uhr zu Swing-Klassikern am Oktogonbrunnen ein. Am Dienstag, den 11 . Juni (Wäldchestag), findet an der Galerie am Palmenhaus der traditionelle Rosenverkauf von 10 bis 15 Uhr statt.