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Letzte Aktualisierung: 23.08.2019

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Krifteler Wäldchen: Empfehlung des Bewertungsgremiums wurde vorgestellt

Nachbesserungen notwendig

von Adolf Albus

(07.06.2019) Der erste Tagesordnungspunkt auf der Einladung zur Sitzung des Planungsausschusses – „Gebietsentwicklung - Am Krifteler Wäldchen“ – wurde am Montagabend in der Kleinen Schwarzbachhalle behandelt. Dazu waren auch die Mitglieder des Sozialausschusses und des Haupt- und Finanzausschusses eingeladen.

Dipl. Ing. Stefan Kornmann vom Planungsbüro AS+P als Vorsitzender des Bewertungsgremiums stellte die Beschlussempfehlung des Gremiums ausführlich anhand der großformatigen Pläne und einem Einsatz-Modell dar. Zahlreiche interessierte Krifteler Bürger nahmen als Zuhörerinnen und Zuhörer teil, so dass die Stühle schnell gefüllt waren.

Drei Investoren hatten Anfang Mai in der Schwarzbachhalle ihre Vorstellungen präsentiert, wie sie sich die Bebauung entlang der Bahnlinie vorstellen. Dem Bewertungsgremium aus vier Fachleuten und sieben Vertretern der Parteien hat nach eingehender Prüfung der Vorschlag der Arbeitsgemeinschaft Orban, Weiss, Wilma, ABG (ARGE) zur Lärmschutz-Bebauung am Krifteler Wäldchen am besten gefallen. „Mit der ARGE sollen nun weitere Verhandlungen geführt werden“, so lautet die Empfehlung der Ausschüsse an die Gemeindevertretung.

 

Gleiche Anzahl von Miet- und Eigentumswohnungen

Dabei sollen unter anderem folgende Punkte berücksichtigt werden: Im Plangebiet soll ein ausgewogenes Verhältnis von Miet- und Eigentumswohnungen angestrebt werden (Relation von rund 50/50), innovative Wohnformen (generationsübergreifendes Wohnen, Alten-WG, inklusives Wohnen) sollen enthalten sein, die langgestreckte Tiefgarage unter dem Riegel soll mehr als eine Zu-/ Abfahrt erhalten, die städtebauliche Gestalt des Gesamtgebiets und die Ausformung der Nordfassade soll eine Diversifizierung (Vielfalt) aufweisen, zum Beispiel durch eine Gliederung in Teilbereiche mit eigenständig erkennbarer Struktur. Die Barrierefreiheit der Mietwohnungen soll verbessert werden, eine Optimierung der Wohnungen im Hinblick auf Belichtung und Besonnung sowie der Wohnqualität erfolgen. Außerdem soll eine „Lärmoptimierung“ im gesamten Gebiet selbst sowie hinsichtlich der Wirkungen auf Kriftel (Schallreflexion) angestrebt werden.

Planungs-, Sozial- sowie Haupt- und Finanzausschuss folgte dann auch mit großer Mehrheit der Empfehlung des Bewertungsgremiums. Die Lärmschutz-Bebauung ist Voraussetzung für die weitere, dahinter liegende Bebauung auf dem etwa 14 Hektar großen Gelände. Sollte sich auch die Gemeindevertretung mehrheitlich der Empfehlung des Bewertungsgremiums anschließen, soll der Investor seine Planung noch überarbeiten und konkretisieren.

 

Gute Lösungen erarbeitet

„Alle drei Bewerber haben nach guten Lösungen gesucht“, betonte der Vorsitzende des Bewertungsgremiums, Stefan Kornmann. Bei dem Modell der BPD Immobilienentwicklung bemängelte das Bewertungsgremium den hohen Anteil an Eigentumswohnungen, die lange, monotone Fassade entlang der Bahnlinie und die Gastronomie hinter einem Parkdeck. Bei der Nassauischen Heimstätte gefiel die fensterlose Fassade zur Bahnseite nicht.

Überzeugt habe die ARGE mit kleinteiligen Baukörpern, so Stefan Kornmann, das spiegele eher die Krifteler Struktur wieder. Um dem Lärmschutz gerecht zu werden, sind zwischen die einzelnen Baukörper Glaswände eingezogen, die gleichzeitig als Balkone genutzt werden können. Am Platz zum Bahnhof sind in einem dreigeschossigen Gebäude 14 Appartements als inklusiver Wohnraum für die Lebenshilfe vorgesehen. Pluspunkte sammelten zudem das "ausgefeilte Energiekonzept" sowie die Abstaffelung der Bebauung zur südlichen Seite hin, die später weiter entwickelt werden soll.

 

Deutlich verbesserte Angebote an die Eigentümer

"Dass eine Bebauung des Gebietes städtebaulich attraktiv erfolgen kann und dass diese für die Weiterentwicklung Kriftels sinnvoll ist, das konnten wir mit diesem Verfahren zeigen“, so der Erste Beigeordnete Franz Jirasek. „Nun werden wir voraussichtlich nach den Sommerferien die Eigentümer gemeinsam mit der Hessischen Landgesellschaft (HLG) zu einer weiteren Versammlung einladen, denen wir deutlich verbesserte Kaufangebote machen können.“ In der Versammlung sollen eine aktualisierte städtebauliche Kalkulation und die daraus berechneten Einwurfs- und Zuteilungswerte vorgestellt und erläutert werden.

Jirasek ist zuversichtlich, dass die Planungen der Gebietsentwicklung den entscheidenden Schub geben können. „In der Eigentümerversammlung werden wir deutlich machen, dass es zur erforderlichen Grundstücksübertragung der Flächen für die Bebauung Nord an die Gemeinde beziehungsweise die HLG kommen muss, um in der Folge die Gebietsentwicklung Am Krifteler Wäldchen insgesamt durchführen zu können. Die Eigentümer sind zur aktiven Mitwirkung aufgefordert. Nur durch eine positive und eine aktive Gesprächsbereitschaft kann es zu einer erfolgreichen Gebietsentwicklung kommen.“ Ansonsten werde der Zeitpunkt kommen, zu dem es zu bewerten und zu entscheiden gelte, ob die weitere Fortführung des Verfahrens - auch unter dem Aspekt der finanziellen Aufwendungen für die Gemeinde - noch Aussicht habe, zum Erfolg zu führen.