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Letzte Aktualisierung: 26.04.2024

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In der neuen Frankfurter Altstadt haben auch 3D-Druck-Exponate ihren Platz

Origineller Hausschmuck sorgt am Haus Würzgarten für Aufsehen

von Ilse Romahn

(09.01.2019) „Das war für Kegelmann Technik ein äußerst reizvolles Projekt“, berichtet Firmenchef Stephan Kegelmann voller Stolz. Der Gründer und Geschäftsführer des erfolgreichen 3D-Druck Unternehmens mit Sitz im nahegelegenen Rodgau sagte auf Anhieb zu, als die Goldschmiedemeisterin und Schmuckgestalterin Rena Jarosewitsch um Unterstützung bei der Herstellung einer Kunstinstallation mit Leuchten für die Außenfassade des Hauses Würzgarten bat.

Bildergalerie
Stephan Kegelmann und Rena Jarosewitsch
Foto: ROESSLER ProResult
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Pendel der Zeit
Foto: ROESSLER ProResult
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Seit September des Jahres bietet "Feinform" in der neuen Frankfurter Altstadt am Markt 28 selbstentworfene Schmuckkollektionen an.

Für Jarosewitsch, die sich ausgiebig mit der langen und wechselvollen Vergangenheit des Hauses Würzgarten auseinandersetzte, war das Projekt eine Herzensangelegenheit. „Das Pendel der Zeit“, so der Name der Installation, „soll Altstadtbesucher auf das einzigartige Gebäude und seine lange Geschichte aufmerksam machen“.

3D-Druck sorgt für Kunst am Bau
Die Inspiration zu dem originellen Lichtschmuck stammt aus Barcelona. Jarosewitsch fielen Messing-Türklopfer in Form einer Hand auf. Sie entwarf daraufhin zwei Hände mit Pendel und solarbetriebene Kugelleuchten, die sich an der Außenfassade des Gebäudes um ihr Logo ranken. Aufgrund der Anbringung an einem Stab bewegen sie sich bei Wind wie ein Fadenpendel. Doch die Umsetzung war kompliziert und erforderte ebenso viel Know-how wie Geschick. Ein bulgarischer Bildhauer gestaltete die Hände nach den Vorgaben der Designerin und dann kam die Firma Kegelmann Technik ins Spiel. Sie stellte sich der Herausforderung, eine Konstruktion zu finden, die die kreativen Rahmenbedingungen erfüllt und auch den strengen Anforderungen des Gestaltungsbeirates, der DomRömer GmbH und den Vorgaben des Magistrats der Stadt Frankfurt gerecht wird. Darüber hinaus mussten noch die technischen Ansprüche einer Elektroinstallation erfüllt werden. Mithilfe des 3D-Druck-Verfahrens druckten die Experten die Hände des Künstler-Entwurfs maßstabsgetreu aus. Ein Riesenvorteil für Jarosewitsch, denn andere Fertigungsverfahren wären aufwendiger, weniger präzise und erheblich teurer.

Vielseitigkeit des 3D-Drucks
„In der Regel entwerfen wir Prototypen, die dann in großer Serie hergestellt werden“, erläutert Stephan Kegelmann, der namhafte Unternehmen aus der Automobil-, der Luft- und Raumfahrtbranche und dem Maschinen- und Anlagenbau zu seinen Kunden zählt. Gerne war er jedoch bereit, das ehrgeizige Vorhaben der Designerin zu sponsern. „Denn es zeigt die Vielseitigkeit des 3D-Druck-Verfahrens, das von der industriellen Anwendung mit Losgrößen von 1 bis zu mehreren Tausend bis hin zu Schmuck und zur Kunst am Bau reicht.“ Auch die Tatsache, dass ab sofort 3D-Druck Exponate für Aufmerksamkeit in der Neuen Frankfurter Altstadt sorgen, freut ihn.

Installation „Pendel der Zeit“ kommt an
„Mit der Kunstinstallation „Pendel der Zeit“ ist Rena Jarosewitsch mit der Unterstützung von Stephan Kegelmann etwas Außergewöhnliches gelungen“, so ein begeisterter Altstadtbesucher. Insbesondere am Abend, wenn das Dämmerlicht der Leuchten auf den historischen Krönungsweg der Kaiser und der Könige fällt. „Dann wird der Atem der langen und stolzen Geschichte Frankfurt am Main spürbar.“ 

Schmuck-Kollektionen von Feinform
In der Kollektion „Würzgarten“ oder „Calla“ interpretiert Rena Jarosewitsch die Ornamentik des Hauses. Die Kollektionen spiegeln den facettenreichen Bauschmuck des Hauses „Würzgarten“ wider. Darüber hinaus wurde von Jarosewitsch und ihrem Team als Hommage an Johann Wolfgang von Goethe eine spezielle Schmuckkollektion kreiert.  Auch zu Goethe hat das „Haus Würzgarten“ einen besonderen Bezug, erstand dieser hier doch für seine naturwissenschaftlichen Experimente die erforderlichen Substanzen im „alten“ Würzgarten.    www.galerie-feinform.com

Zum Haus Würzgarten
In der neuen Frankfurter Altstadt wurden 15 schöpferische Nachbauten liebevoll und aufwendig errichtet. Die Rekonstruktion des Hauses „Würzgarten“ orientiert sich an der spätgotischen Gestalt des ursprünglichen Gebäudes. Dieses wurde im 16. Jahrhundert wiedererrichtet; seine Erstnennung jedoch erfolgte bereits 1292. Der „Würzgarten“ befindet sich im Herzen der neuen Altstadt, am „Markt 28, dem historischen Krönungsweg, den Kaiser und Könige bis ins 18. Jahrhundert anlässlich der Krönungen vom Frankfurter Dom zum Römer beschritten. Schon von Weitem ist das Haus „Würzgarten“ mit seiner blauen Fassade, dem zweigeschossigen Giebel und seiner facettenreichen Ornamentik ein wahrer Blickfang. Sogenannte „Eselsrücken“, Schweifbögen mit darunter liegenden Ornamentfeldern, und eine „Frankfurter Nase“, eine Auskragung am Giebel, welche von einer Herme gehalten wird, sind weitere Besonderheiten am Haus.

Der Eigentümer – Dr. Konstantin Mettenheimer
Es war für den Königsteiner Rechtsanwalt, Steuer- und Unternehmensberater Dr. Konstantin Mettenheimer, dessen Vorfahren über zwei Jahrhunderte hier eine Drogen- und Materialwarenhandlung in Familienfolge betrieben, ein besonderes Anliegen, die Tradition des Hauses zu bewahren und ein passendes Unternehmen, bzw. einen geeigneten zukünftigen Betreiber für die im Erdgeschoss befindliche Ladenfläche auszuwählen. Mettenheimer entschied sich für die mehrfach ausgezeichnete Goldschmiedemeisterin Rena Jarosewitsch. Seit September 2018 ist sie an dem neuen Standort mit ihrer Schmuckgalerie und dem Meisteratelier Feinform mit filigranen Schmuck-Kollektionen vertreten.