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Letzte Aktualisierung: 18.05.2022

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Die Kunst zu Altern

Ausstellung im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt bis 24. April 2016

von Ilse Romahn

(04.02.2016)  Frankfurt - Die Sonderausstellung „Das ist doch noch kein Alter! Meine Zukunft in Frankfurt gestalten“ ist Teil des Programmes „Kultur trifft Natur“ im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt (Senckenberganlage 25)

Eröffnet wurde die eindrucksvolle Ausstellung bereits am 4. Februar von Oberbürgermeister Peter Feldmann. Begrüßt wurden die Gäste von Prof. Dr. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberggeselllschaft für Naturforschung. Grußworte sprachen die Initiatoren Barbara Wagner, Geschäftsführerin des Frankfurter Sozialunternehmens GFFB gGmbH, und Fotograf Hans Keller.


Herta W. im Frankfurter Garten e. V. auf dem Gelände des Hafenparks bei der EZB
Foto: Hans Keller
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Jeder Mensch wird jeden Tag ein bisschen älter. Und jede individuelle Lebensgeschichte wird auch immer durch den Ort geprägt, an dem sich dieses Leben abspielt. Das in Kooperation mit der Seniorenagentur Frankfurt der GFFB gGmbH entstandene Fotografieprojekt „Das ist doch noch kein Alter! Meine Zukunft in Frankfurt gestalten“ des Frankfurter Fotografen Hans Keller hat sich dieses besondere Zusammenspiel zum Thema gemacht, indem es persönliche Einblicke in das Leben Frankfurter Seniorinnen und Senioren gewährt. 11 großformatige Farbfotografien werden im Rahmen der Programmreihe „Kultur trifft Natur“ im Senckenberg Naturmuseum ausgestellt.


Victoria M. und Thomas B. beim Tanz in der Liebfrauenkirche
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Auf den ersten Blick mag es etwas überraschend klingen, dass ein Projekt zum Thema „Älterwerden in Frankfurt“ im Senckenberg Naturmuseum ausgestellt wird. Als Dr. Bernd Herkner, Leiter der Abteilung Museum, die Werke zum ersten Mal sah, war die Entscheidung jedoch schnell gefällt: „Das Senckenberg Naturmuseum ist ja nicht zuletzt auch, wie viele der abgebildeten Orte, eine Frankfurter Institution. Und es ist ein Ort, an dem viele Generationen zusammenkommen und gemeinsam etwas erleben, das sie begeistert und verbindet.“

Im Rahmen der Aktionswochen Älterwerden rief die GFFB Seniorenagentur Frankfurt Seniorinnen und Senioren aus ganz Frankfurt am Main dazu auf, ihr Engagement, ihre Vorlieben, ihre Erfahrungen und ihr Wissen über die Stadt zu teilen und zu zeigen, wie sie ihre Zukunft in Frankfurt gestalten möchten. Im Mittelpunkt der individuellen Fotografien stehen die persönlichen Geschichten der Modelle in Bezug zu deren Lieblingsorten der Mainmetropole. Darunter sind bekannte Locations wie der Römer, aber auch unkonventionelle Orte werden in den Fokus gerückt.

Ergänzt werden die Fotografien durch einen Ausstellungskatalog, in dem die Protagonisten im Interviewstil noch einmal portraitiert sind. Das Kunstprojekt betont dabei vor allem die vielfältigen Facetten und den Dialog zwischen den Generationen im Miteinander der Frankfurter Bürger.

Mit diesem Projekt, das im Zeichen der Reihe „Die Kunst zu Altern“ steht, führt der Fotograf Hans Keller sein Anliegen fort, neue Altersbilder zu kreieren. Seit 2010 beschäftigt er sich auf künstlerische Herangehensweise mit dem Thema und lichtete in diesem Zuge unter anderem die Stiftsfrauen des Frankfurter Katharinen- und Weißfrauenstifts und ältere Sportler ab. So soll die aktuelle Ausstellung auf die Ästhetik des Alterns verweisen und Besucher dazu anregen, mehr über den Prozess des Alterns nachzudenken, ohne dabei die gängigen Klischees zu bedienen. Ziel ist es, die gesellschaftliche Diskussion über das Älterwerden mithilfe der lebensbejahenden Portraits grundlegend zu verändern.