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Letzte Aktualisierung: 15.07.2019

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Frankfurter Koordinierungsstelle für die Wochenbett- Notfall-Versorgung startet

von Ilse Romahn

(05.07.2019) Viele Frauen und Paare, die eine Hebamme für die Betreuung im Wochenbett suchen, bleiben in ihrer Suche erfolglos. Die Hebammen sind auf Monate hinaus ausgebucht, die Frauen bemühen sich bereits in der Frühschwangerschaft um eine Hebamme.

Dies führt dazu, dass vor allem Frauen in belasteten Lebenssituationen, beispielsweise durch geringe Sprachkenntnisse, sozial schwache Familien, aber auch Neuzugezogene in der Spätschwangerschaft, keine Hebamme mehr finden.

Nachdem dem "Frankfurter Runden Tisch Geburtshilfe" Zahlen einer Befragung der Babylotsen des Kinderschutzbundes vorlagen, wurde die Etablierung einer Koordinierungsstelle für die Wochenbett-Notfall-Versorgung als notwendig erachtet.

„Um auch ihnen in Frankfurt gute Startbedingungen zu ermöglichen, hat die Stadt Frankfurt die Realisierung des Angebots von Anfang an begleitet, gefördert und unterstützt“, sagte Gesundheitsdezernent Stefan Majer. Man geht mittelfristig davon aus, dass diese Koordinierungsstelle auch anteilig durch die Geburtskliniken oder andere Förderer in dieser Stadt kofinanziert wird.

Ein entscheidender Schritt zum Aufbau der Stelle ist nun getan, die Dr. Senckenbergische Stiftung, die das Projekt als Partner der Stadt Frankfurt ebenfalls finanziell unterstützt, konnte nach einem aufwändigen Bewerbungsverfahren zwei Hebammen unter Vertag nehmen.

Die Stelle wurde bewusst auf zwei Frauen aufgeteilt, die sich gegenseitig vertreten können. Eine Koordinatorin hat ihre Teilzeitstelle bereits zum 1. Juni antreten können, ihre Kollegin übernimmt ab dem 1. August den anderen Stellenteil.

Beide Hebammen bringen jeweils über 15 Jahre Berufserfahrung mit und freuen sich, ein Angebot für Frauen und deren Babys aufzubauen, die in Frankfurt keine Hebamme für die Wochenbettbetreuung gefunden haben. „Wir freuen uns sehr, zwei erfahrene Hebammen gefunden zu haben, die dieses wichtige Projekt vorantreiben werden“, erklärte Kosta Schopow, Vorsitzender der Administration der Dr. Senckenbergischen Stiftung.

Ziel des Angebotes ist es, neben der telefonischen Beratung rund um das Thema Wochenbett bei Bedarf an kooperierende Hebammen für Hausbesuche oder zu anderen Hilfsangeboten zu vermitteln, wie beispielsweise an Hebammensprechstunden oder Angebote der Frühen Hilfen.

Bis das Angebot vollumfänglich zur Verfügung gestellt werden kann, braucht es noch umfangreiche Vorbereitungen. Neben dem Aufbau des Koordinierungsbüros, der Website und der Hebammenakquise werden zahlreiche Kooperationsgespräche mit bereits bestehenden Angeboten erforderlich sein.

„Wir freuen uns sehr auf die spannende Aufgabe und die Zusammenarbeit mit interessierten Kolleginnen, Ärztinnen und Ärzten und weiteren Akteuren aus diesem Bereich“, sagten die beiden engagierten Hebammen.

Stadtrat Majer betonte abschließend, dass das Frankfurter Modell bewusst als Modellprojekt angelegt sei und er sehr gespannt sei, welche Erfahrungen mit unterschiedlichen Konzepten in Hessen gemacht werden. Man werde diese Erfahrungen selbstverständlich ergebnisoffen auswerten.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es im Gesundheitsamt bei Gabriele Dyckmans unter Telefon (069)21239267. (ffm)