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Letzte Aktualisierung: 15.07.2019

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Finanzminister Schäfer zieht Bilanz nach einem Jahr praktischer Umsetzung

Interessant für Frankfurter, die aufs Land ziehen und dort arbeiten wollen?

von Helmut Poppe

(07.01.2019) Arbeit zu den Menschen und in die Heimat bringen. Telefonservice für ganz Hessen in Hofgeismar startet. 160 Beschäftigte arbeiten bereits heimatnah.

Land hat Zukunft
Foto: Hessisches Ministerium der Finanzen
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„Durch ‚Arbeit zu den Menschen‘ bin ich näher an meine Arbeit als landwirtschaftlicher Prüfer gerückt: weniger Stadt - mehr Land; weniger Fahrzeit - mehr Prüfungszeit. Für mich hat ‚Arbeit zu den Menschen‘ viele Vorteile gebracht“, sagt Karl-Heinz Boyer. Er ist landwirtschaftlicher Betriebsprüfer und arbeitet seit genau einem Jahr im Finanzamt Schwalm-Eder.

„Herr Boyer bringt auf den Punkt, was ich mir vorgestellt habe, als ich die Strukturreform der Hessischen Steuerverwaltung angestoßen und sie ‚Arbeit zu den Menschen und in die Heimat bringen‘ genannt habe. Wir machen die Steuerverwaltung noch effektiver, indem wir Zuständigkeiten bündeln oder sie, wie im Falle der landwirtschaftlichen Betriebsprüfung, raus aus der Stadt und aufs Land, näher an die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe heran, bringen. Wir werden noch schlagkräftiger und bieten unseren Beschäftigten heimatnahe, sichere und gute Arbeitsplätze. Innerhalb eines Jahres konnten wir bereits 160 Beschäftigten heimatnahe Arbeitsplätze einrichten“, sagte Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer. Er zog Bilanz nach einem Jahr praktischer Umsetzung der Strukturreform.

„2017 haben wir ‚Arbeit zu den Menschen‘ vorgestellt, ab Januar 2018 dann konkret umgesetzt. Weil die Rückmeldungen unserer Beschäftigten so positiv sind und weil an allen Ecken und Enden mitgemacht wird, um die Veränderungen umzusetzen, konnten wir unser erstes Ziel, rund 500 Arbeitsplätze in die Heimat zu verlagern, bereits auf rund 750 erhöhen. Das ist eine tolle Mannschaftsleistung, auf die ich wirklich stolz bin“, betonte der Finanzminister. „Wir haben binnen kürzester Zeit das beispielgebende erste Hessen-Büro eröffnet, in Lauterbach haben die Bauarbeiten für ein neues großes Finanzamtsgebäude begonnen, in Bensheim kann man sehen, wie das bestehende Amt um zwei Etagen aufgestockt wird: Diese Beispiele zeigen, was wir in Bewegung gebracht haben. Arbeit in die Heimat und zu den Menschen bringen: In der Hessischen Steuerverwaltung ist das bereits jetzt gelebte Praxis!“

Finanzminister Schäfer weiter: „Verwaltung sagt man gemeinhin keine besonders große Veränderungsbereitschaft nach. Wir zeigen, dass das nicht stimmen muss. Politik kann gestalten, Verwaltung kann sich verändern – und dass auch noch zügig und im Einvernehmen mit den Beschäftigten. Unsere Erfahrungen machen Mut, diesen Weg weiterzugehen. Ich freue mich auch für viele Beschäftigte anderer Landesbehörden, dass der neue Koalitionsvertrag noch mehr Hessinnen und Hessen das heimatnahe Arbeiten ermöglichen möchte.“

Arbeit zu den Menschen und in die Heimat bringen umfasst eine Vielzahl von Veränderungen innerhalb der Hessischen Steuerverwaltung. Ein Beispiel der  wichtigsten Änderungen, die bereits angepackt oder umgesetzt wurden, ist zu finden bei der Zentralisierung der Grunderwerbsteuer in der Hessischen Zentralstelle für Grunderwerbsteuer (HZG) im Finanzamt Alsfeld-Lauterbach. Es sind bereits 40 zusätzliche Beschäftigte vor Ort in Lauterbach. Von bisher 28 hessischen Finanzämtern, die für die Grunderwerbsteuer-Bearbeitung zuständig waren, sind bereits 13 in die HZG übergegangen. 15 arbeiten noch von ihren bisherigen Standorten aus, aber „im Namen der HZG“. Nach vollständigem Ausbau der HZG werden rund 100 zusätzliche Arbeitsplätze in Lauterbach entstehen. Für alle dann 160 Beschäftigten der Verwaltungsstelle Lauterbach entsteht in den kommenden zwei Jahren ein neues Finanzamtsgebäude. Die Bauarbeiten dafür sind bereits angelaufen und liegen im Zeitplan. Die Fertigstellung ist für Ende 2020 geplant.

Ein weiteres mit dem Hessen-Büro. In Limburg wurde das landesweit erste Hessen-Büro eröffnet. Das Prinzip: Beschäftigte können bis zu zwei Tage pro Woche heimatnah im Hessen-Büro arbeiten und müssen so seltener in die weiter entfernte Dienststelle, das Finanzamt Hofheim, pendeln. 33 moderne und offene Arbeitsplätze stehen im neuen Hessen-Büro für das gemeinsame heimatnahe Arbeiten zur Verfügung. Das Hessen-Büro steht auch Beschäftigten andere Landesbehörden offen.

„Wir kommen erfreulich und auch erstaunlich gut und schnell voran, Arbeitsplätze zu den Menschen und in die Heimat zu verlagern“, sagte Finanzminister Schäfer. „Um möglichst vielen Beschäftigten möglichst rasch das heimatnahe Arbeiten anbieten zu können, haben wir uns auch für das neue Jahr viel vorgenommen. Im Frühjahr geht unsere neue Nummer für den Steuerkummer an den Start. Sie wird aus Hofgeismar betreut. Zehn Kolleginnen und Kollegen werden sich um diese Aufgabe für ganz Hessen kümmern. Wir treiben die Regionalisierung der Finanzkassen an verschiedenen Orten voran und kümmern uns intensiv um den Aufbau weiterer Hessen-Büros. Fulda, Fürth im Odenwald und der Raum Gießen/Wetzlar sollen ebenfalls Hessen-Büros bekommen. Derzeit prüfen wir außerdem, ob Beschäftigte weiterer Finanzämter in Limburg arbeiten können.“