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Letzte Aktualisierung: 17.09.2019

Cortison nicht abrupt absetzen

Das PatientenForum warnt: „Die Krankheit könnte sonst sogar zurückkommen“

von Norbert Dörholt

(22.05.2019) Wer über einen längeren Zeitraum Cortison einnimmt, sollte es nicht abrupt absetzen. Dem Körper drohen sonst Entzugserscheinungen, warnt der Präsident des über 11.000 Mitglieder zählenden Bundesverbands für Patienten- und Versicherteninteressen „Das PatientenForum“, Manfred Pfeiffer, Mainz.

Der Präsident des Bundesverbandes für Patienten- und Versicherteninteressen, Manfred Pfeiffer, erklärt, warum Cortison nicht abrupt abgesetzt werden darf.
Foto: Pressestelle "Das PatientenForum e.V."
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Es komme sonst, so Pfeiffer, zu einem Stereoid-Entzug, der sich durch Schwäche, Müdigkeit, Übelkeit und Gelenkschmerzen bemerkbar machen könne: „Der Blutdruck sinkt, man ist verwirrt.“ Die Krankheit, gegen die man das Hormon eingenommen hat, könne sogar wieder aufflammen. Grund hierfür sei der körpereigene Hormonhaushalt.

Pfeiffer bezieht sich mit dieser Mahnung, die er im neuesten Info-Blatt „Aufgepasst & Hergehört“ des PatientenForum e.V. veröffentlicht hat, auch auf die „Neue Apotheken-Illustrierte“ der Bundesvereinigung Deutscher Apotheker-Verbände, in der die Apothekerin Ursula Sellerberg den Mechanismus des geschilderten Effekts medizinisch erklärt: „Cortison wird in der Nebennierenrinde gebildet, wo der Körper es bei Bedarf produziert. Bei zusätzlicher Cortisongabe hält der Körper seinen Bedarf für gedeckt, bei längerfristiger Einnahme bildet sich die Nebennierenrinde sogar zurück.“

Pfeiffer warnt deshalb: „Hört die externe Zufuhr abrupt auf, kann der Körper das nicht auf Anhieb ausgleichen. Er braucht Zeit, die körpereigene Produktion wieder hochzufahren.“ Wie die Bundesvereinigung Deutscher Apotheker-Verbände rät daher auch er, die Cortison-Zufuhr langsam „auszuschleichen“, am besten in Absprache mit dem Arzt.