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Letzte Aktualisierung: 09.12.2019

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70 Jahre Grundgesetz in der Paulskirche: Mitreden über Kunstfreiheit, Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit

von Ilse Romahn

(15.05.2019) Wohl kaum eine Stätte eignet sich besser, um den 70. Jahrestag des Grundgesetzes zu begehen. In der Frankfurter Paulskirche tagte die erste deutsche Nationalversammlung, hier wurde 1849 die erste demokratische Verfassung Deutschlands verabschiedet. Glaubens-, Meinungs- und Pressefreiheit zählten zu ihrem Kern. Der Grundrechtskatalog war wegweisend für unsere heutige Verfassung, die genau hundert Jahre später in Kraft trat.

Wie steht es heute um diese unveräußerlichen Rechte, denen die Parlamentarier vor 170 Jahren so großen Wert beimaßen? Sind sie in Gefahr? Wenn ja: Wie können wir sie als Säulen unser Demokratie schützen? Darüber soll am Mittwoch, 22. Mai, dem Vorabend des 70. Jahrestages, gesprochen werden.

Publikum kann und soll sich einbringen
Der „Frankfurter Verfassungstag“ bietet auch in seiner dritten Ausgabe parlamentarisches Flair: Neben den Rednern auf dem Podium kommt das Publikum zu Wort. Zu den Themen Kunst-, Meinungs- und Religionsfreiheit können einzelne Gäste Statements zu je zwei Minuten abgegeben.

Oberbürgermeister Peter Feldmann fordert die Bürger auf, sich einzumischen: „Unsere Grundrechte gelten für alle Menschen, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, religiöser oder politischer Überzeugung. Wir müssen sie vor Angriffen schützen, gerade in Zeiten zunehmender Verfassungsbeschwerden. Daher lohnt es sich heute mehr denn je, über diese elementaren Rechte ins Gespräch zu kommen. Kommen Sie vorbei und reden Sie mit!“

Neue Tradition im städtischen Kalender
Der Frankfurter Verfassungstag findet seit 2017 rund um den Jahrestag der Verkündung des Grundgesetztes statt, dem 23. Mai 1949. Sylvia Weber, Integrations- und Bildungsdezernentin der Stadt Frankfurt, sagt: „Das Format hat sich als neue Tradition im städtischen Jahreskalender etabliert. Es freut mich sehr, dass wir den Verfassungstag in diesem Jahr in der Paulskirche austragen. Ihre überragende historische Bedeutung wird dem Abend eine ganz besondere Stimmung verleihen."

Auf dem Podium sprechen Matthias Pees, Intendant des Künstlerhauses Mousonturm und einer der Erstunterzeichner der „Frankfurter Erklärung der Vielen“, die sich für demokratische und künstlerische Freiheit und Pluralität ausspricht, Canan Topçu, Journalistin und Mitbegründerin der „Neuen Deutschen Medienmacher“ – einem Zusammenschluss von Medienschaffenden mit und ohne Migrationsgeschichte – sowie Julian-Chaim Soussan, Leiter des Rabbinats der Jüdischen Gemeinde Frankfurt.

Moderiert wird die Veranstaltung von Prof. Matthias Jahn. Er leitet an der Frankfurter Goethe Universität den Lehrstuhl für Straf-, Strafprozess-, Wirtschaftsrecht und Rechtstheorie. Begleitet wird der Abend von Musikern der Initiative „Bridges – Musik verbindet“.

Die kostenfreie Veranstaltung findet am Mittwoch, 22. Mai, von 19.30 bis 21 Uhr in der Paulskirche statt und steht allen Interessierten offen.

Es wird um Anmeldung bis Montag, 20. Mai, unter der E-Mail-Adresse amka.info@stadt-frankfurt.de oder Telefon (069)21241515 gebeten. Bei Anmeldung bis Mittwoch, 15. Mai, wird die Eintrittskarte per Post verschickt. Bei späterer Anmeldung liegen die Karten zur Abholung im Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA), Mainzer Landstraße 293, bereit. Die Öffnungszeiten der AmkA.Info sind Montag und Dienstag, 11 bis 15 Uhr, sowie Donnerstag 14 bis 18 Uhr. Das Kartenkontingent ist begrenzt. (ffm)